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Woran kranken die Ambulanzen?

Die Notfallambulanz ist ein, vielleicht der symbolische Ort für den Ernstfall der medizinischen Praxis: Dort entscheidet die ärztliche Kunst über Leben und Tod von Unfallopfern, Herzinfarktpatienten und anderen Akutfälle. TV-Serien wie „Emergency Room“ faszinieren ein Millionenpublikum, die Zuseher fiebern mit Ärzten und Patienten in Situationen mit, in die sie nicht kommen möchten.

Der Alltag ist sehr oft viel weniger spektakulär. Das hat, jedenfalls in Österreich, auch damit zu tun, dass spätestens um 16 Uhr die Fachambulanzen schließen und jeder Ambulanzpatient automatisch in der Notfallambulanz landet.

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Urlauber, die sich noch einmal vergewissern wollen, dass der bevorstehenden Erholung keine medizinischen Hindernisse im Weg stehen, suchen genauso eine Spitalsambulanz auf wie Menschen, die ein bekanntes, eher leichteres Gesundheitsproblem so lange unbehandelt lassen, bis dann doch Schmerzen auftreten. Das kann HNO-Fragen genauso betreffen wie orthopädische Probleme oder hohen Blutdruck. Und wenn das nach 16 Uhr oder am Wochenende passiert – während der Bürozeiten kommt man selten dazu, wenn es nicht wirklich dringend ist –, werden sie gewissermaßen öffnungszeitenbedingt zum Notfall.

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In der öffentlichen Meinung dominiert die Ansicht, dass es sich dabei um eine eher ungesunde Entwicklung handelt, weil man davon ausgeht, dass die Behandlung im Spital teurer ist als beim niedergelassenen Arzt. Ob das wirklich stimmt, lässt sich aber nur schwer feststellen. Es fehlt schlicht die Datenbasis.

Das hat erstens mit der erwähnten Vermischung von Fachambulanzen und Notfallambulanzen zu tun. Und zweitens mit den eher komplexen Finanzierungsstrukturen des österreichischen Gesundheitssystems. Ein Grund, warum so viele Patienten die Spitalsambulanzen aufsuchen, ist die Tatsache, dass die Krankenkassen, die für die Behandlung zahlen, nichts gegen diese Verlagerung haben, im Gegenteil: Für die Behandlung in der Ambulanz zahlen die Kassen einen Pauschalbeitrag, für die Behandlung beim niedergelassenen Arzt müssten sie die vollen Kosten übernehmen.

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Die komplexen Finanzierungsstrukturen gelten seit langem als Kernproblem des österreichischen Gesundheitswesens. Dieses Problem wird auch durch die zuletzt von der Regierung vorgeschlagene Strukturreform im Sozialversicherungsbereich nicht gelöst. Die Ambulanzen werden damit noch eine Weile als Symbol für den Notfall gelten, den das österreichische Gesundheitssystem strukturell darstellt.

Unser Rechercheteam hat sich beide Seiten angesehen: das System und die – Spoiler: mangelhaften – Daten, die es produziert, und den Alltag von Ärzten, Pflegepersonal und Patienten in den Ambulanzen selbst. 

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Folgende Artikel gehören zum Projekt 042 Ambulanzen

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Im Kontext: Notfall Ambulanz – Wenn Patienten zum Problem werden

TV-Reportage
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Was läuft schief in den Notaufnahmen? „Im Kontext“ bietet Einblicke in den Alltag in Ambulanzen.

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Zwischen Notfällen und Übergriffen: Alltag in der Ambulanz

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29.06.2018

Patienten, die in Spitalsambulanzen einen Rundum-Service erwarten, halten Ärzte davon ab, sich ausreichend um die wirklichen Notfälle zu kümmern.

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Überlaufen und unterfinanziert

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30.06.2018

Wo die Ambulanzen voll sind und warum das ein finanzielles Problem ist.

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Kostet auch eine Spitalsambulanz Geld?

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01.07.2018

Die Verantwortlichen im Gesundheitssystem versuchen die Patienten zwischen niedergelassenen Ärzten und Spitalsambulanzen zu dirigieren. Eine transparente Kostenrechnung gibt es aber nicht.

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