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Gibt es einen „neuen Antisemitismus“?
Unser TV-Team hat die jüdischen Gemeinden von Paris und Berlin besucht, um aus erster Hand zu erfahren, ob eine Verschärfung der Situation durch jenen „neuen“ Antisemitismus zu beobachten ist, den man mit der Zuwanderung aus muslimischen Ländern in Verbindung bringt. Was sie herausgefunden haben, ist, dass Wien auch in dieser Hinsicht anders ist. Wirklich genau sagen lässt sich das aber nicht, denn das vorhandene Datenmaterial zu den Themen Antisemitismus und antisemitische Übergriffe ist so lückenhaft, dass allenfalls Trends ablesbar sind, und selbst die muss man mit Vorsicht genießen.

Den Hass auf die Juden gibt es, solange es die Juden gibt. Das hat damit zu tun, dass Abraham, der von Ur in Chaldäa nach Kanaan zog, wie es ihm sein Gott aufgetragen hatte, eben nur an diesen einen Gott glaubte und nicht an viele, wie das alle anderen Völker des Orients zu jener Zeit taten. Eine alte religionswissenschaftliche These besagt, dass Monotheismus Krieg bedeutet. In der Tat ist die Geschichte der Landnahme Abrahams und seiner Nachkommen keine Geschichte der friedlichen theologischen Seminare.

Niemand hat diese Geschichte eindrucksvoller geschildert als Thomas Mann in seinem Meisterwerk „Joseph und seine Brüder“. Das vierteilige Werk schildert die Verstörung, die Abraham, sein Sohn Isaak, dessen Sohn Jakob und Jakobs zwölf Söhne, die Stämmväter Israels, in ihrer Umgebung ausgelöst haben müssen mit ihrem Beharren darauf, dass es nur den einen, einzigen Gott gibt, der noch dazu ein sehr eifersüchtiger Gott ist.

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Josef, der Liebling des Jakob, wurde von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft. Dort stieg er zum Berater des Pharao auf, nachdem er dessen Träume von den fetten und mageren Kühen korrekt als Vorhersage einer Hungersnot gedeutet hatte. Er organisierte als Generalbevollmächtigter des Pharao das erste umfassende landwirtschaftliche Vorratswesen und bewahrte so nicht nur die Ägypter vor dem Tod während der von der Dürre hervorgerufenen Hungersnot.

Der Pharao, von dem hier die Rede ist, war Echnaton, der wie Josefs Ururgroßvater Abraham an einen Gott glaubte, sich damit aber anders als Abraham bei den Seinen nicht durchsetzte. Aber das ist eine andere Geschichte, man kann sie bei Thomas Mann auf unnachahmliche Weise nachlesen.

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Für dieses Projekt ist nur wichtig zu sehen, dass die Geschichte des Antisemitismus eine sehr alte Geschichte ist , die sich von den biblischen Urzeiten über das Römische Reich bis in das europäische Mittelalter, die italienische Renaissance – mit der Erfindung des Geldwesens als Refugium für die vom Handwerk ausgeschlossenen Juden – und die Reformation – Luther entwickelte sich im Lauf seines Lebens zum rabiaten Antisemiten – auf seine tödlichste Form zusteuerte, die Auslöschung des europäischen Judentums durch die Nationalsozialisten im Holocaust.

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Der islamische Antisemitismus entwickelte sich parallel mit den konservativen Reformbewegungen im Islam, namentlich den von Hasan al-Banna gegründeten Muslimbrüder. Etliche Historiker betonen, dass der damals entstandene, sich später in einer engen Kooperation zwischen den Nazis und dem Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini manifestierende Antisemitismus der strenggläubigen Muslime ein kolonialer Exportartikel gewesen sei, den die Europäer nach dem Ersten Weltkrieg in den Nahen Osten mitbrachten. Ob hausgemacht oder importiert – 100 Jahre später kehrt dieser muslimische Antisemitismus über die Flüchtlings- und Migrationsströme teilweise nach Europa zurück, aktualisiert und verschärft durch das Wirken des „Islamischen Staates“.

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Paris, Berlin, Wien – die Angst der jüdischen Bevölkerung nimmt zu. Ein Stimmungsbild.

Unser TV-Team hat die jüdischen Gemeinden von Paris und Berlin besucht, um aus erster Hand zu erfahren, ob eine Verschärfung der Situation durch jenen „neuen“ Antisemitismus zu beobachten ist, den man mit der Zuwanderung aus muslimischen Ländern in Verbindung bringt. Was sie herausgefunden haben , ist, dass Wien auch in dieser Hinsicht anders ist. Wirklich genau sagen lässt sich das aber nicht, denn das vorhandene Datenmaterial zu den Themen Antisemitismus und antisemitische Übergriffe ist so lückenhaft, dass allenfalls Trends ablesbar sind, und selbst die muss man mit Vorsicht genießen.

Unser Rechercheteam hat zusammengetragen, was es gibt , und versucht, aus dem Gesammelten die wenigen belastbaren Aussagen herauszuschälen, die man zum Thema „neuer“ Antisemitismus derzeit machen kann. 

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