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Die Rot-Weiß-Rot-Karte: Was läuft schief?
5. November 2018 Arbeitsmigration 8 min
Beim globalen Wettbewerb um hochqualifizierte Arbeitskräfte liegen Österreich und die EU weit hinter den USA, Australien oder Kanada. Auch die 2011 eingeführte Rot-Weiß-Rot-Karte hat daran nichts geändert, die Zahlen der Bewilligungen war weit niedriger als ursprünglich angekündigt. Was läuft hier schief?
Dieser Artikel gehört zum Projekt Arbeitsmigration und ist Teil 3 einer 5-teiligen Recherche.
Bild: Addendum

Das Problem der Überalterung und fehlender Fachkräfte betrifft auch Österreich. Zwar wird schon seit den 1990er Jahren versucht, sogenannte Schlüsselarbeitskräfte ins Land zu holen. Allerdings: Diese Bemühungen gelten als gescheitert. Auch der letzte Anlauf in diese Richtung, die „Rot-Weiß-Rot-Karte“, blieb weiter hinter den Erwartungen zurück. Darüber haben wir mit AMS-Vorstand Johannes Kopf gesprochen, der die Rot-Weiß-Rot-Karte als nicht ganz gescheitert ansieht, aber anmerkt, dass Österreich derzeit aufgrund des Zuzugs von Arbeitskräften aus Osteuropa ohnehin keinen großen Bedarf an Arbeitskräften aus Drittländern aufweise.

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Was macht Österreich falsch?

Außerdem haben wir uns mit dem Wiener Anwalt Ivo Stitic, der für die internationale Kanzlei Wolf Theiss unter anderem im Bereich Arbeitsrecht tätig ist, und mit Faisal Masud unterhalten. Letzterer stammt aus Pakistan und hat nach Beendigung seines Aeronautik-Studiums an der Fachhochschule Wiener Neustadt über die Rot-Weiß-Rot-Karte eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung als Schlüsselarbeitskraft erhalten.

Die beiden sehen die Sache wiederum aus einer anderen Perspektive.

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Österreich hat zwei Nachteile am internationalen Arbeitsmarkt: Zum einen die Sprachbarriere. Zum anderen sind die Verdienstmöglichkeiten anderswo schlichtweg besser.

Auch das Sozialsystem und die hohe Lebensqualität in Wien können diese Nachteile nicht ausgleichen. Hochqualifizierte Arbeitskräfte verfügen in der Regel über genug Kapital für eine gute (private) Sozial- und Krankenversorgung, zumal sie tendenziell jünger und damit weniger anfällig für Krankheiten sind. Außerdem können sie es sich leisten, egal für welches Land sie sich entscheiden, in den besseren und damit lebenswerteren Gegenden zu wohnen.

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Anspruch und Wirklichkeit

Die Forderung, sich aktiv um hochqualifizierte ausländische Arbeitskräfte zu bemühen, wird in Österreich schon seit Jahrzehnten immer wieder erhoben. Sie scheitert allerdings an der Realität. Schließlich tobt hier seit Jahren ein weltweiter Wettbewerb. Kanada hat als erstes Land eine „Skilled migration“-Policy eingeführt, die auch von Australien und den USA betrieben wird: Wer gewisse Voraussetzungen – Hochschulstudium in bestimmten Bereichen, anderweitige Ausbildung, Sprachkenntnisse – erfüllt, darf einwandern.

Die Europäische Kommission ist sich des Problems zwar bewusst, dass die EU weniger hochqualifizierte Arbeitskräfte anzieht als andere OECD-Länder (sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen). Zielführende Strategien, wie man attraktiver werden kann, fehlen freilich noch immer. 

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