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Tote teilt man nicht
Seit der Mensch über sich nachdenkt, denkt er über zwei Dinge nach: Wie er mit der Tatsache seiner Sterblichkeit zurechtkommen könnte, und was das für seine Vorstellung von einem „guten Leben“ bedeuten könnte.

Seit der Mensch über sich nachdenkt, denkt er über zwei Dinge nach: Wie er mit der Tatsache seiner Sterblichkeit zurechtkommen könnte, und was das für seine Vorstellung von einem „guten Leben“ bedeuten könnte. Im antiken Griechenland beispielsweise, das die Frage nach dem guten Leben in verschiedenen philosophischen Schulen kultivierte, war eines klar, egal, ob man Epikureer war oder Akademiker oder Peripatetiker: Die Frage, ob jemand ein gutes Leben geführt hat, konnte man abschließend erst beantworten, wenn man wusste, wie er gestorben ist.

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Auch die Sprichwortproduktion rund um den Tod ist beeindruckend. Zum Beispiel: Es ist nichts umsonst auf der Welt, nur der Tod, und der kostet das Leben. Oder: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Letzteres stimmt metaphorisch zweifellos, faktisch kommt es sehr darauf an. Zum Beispiel, welchen Bestatter man hat. In Wien bekommt man mit der Auswahl keinen Stress, in Oberösterreich gibt es fast zehnmal so viele Bestattungsunternehmen wie in der Bundeshauptstadt. Warum? Richtig. Weil die Wienerstadt ihr De-facto-Monopol erfolgreich verteidigt hat , während in anderen Bundesländern der Wettbewerb das Kommando übernahm (in Kärnten nicht so wirklich, aber das ist eine andere Geschichte ). Und dieser Wettbewerb um die Toten kann mitunter wirklich sportlich – und auch das Gegenteil davon – werden.

Unser Rechercheteam, namentlich unser Reporter Andreas Wetz, hat versucht herauszufinden, was sich abspielt, wenn der Tod ins Leben getreten ist (eine alte Formulierung spricht übrigens davon, dass ein Mensch „vom Tod betreten“ wird). Die Reportage, die er darüber geschrieben hat , geht über eine Beschreibung des Bestatter-Alltags und über die Verhandlung der Frage, ob man kurzfristig bereit und in der Lage wäre, den Toten für die letzte Reise zu bekleiden, hinaus. Auch wer mit dem Tod auf einer sehr pragmatischen Ebene zu tun bekommt, kommt nicht darum herum, ihn als das bestimmende Thema des Lebens zu begreifen und zu reflektieren.

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Auch die TV-Reportage „Im Kontext“ beschäftigt sich diese Woche mit dem Thema Bestattung, erstmals werden darin Bilder aus dem Inneren eines Krematoriums zu sehen sein.

Weil der Tod eine so zentrale Stelle in unserem Leben einnimmt, haben sich rund um das Leben eines Menschen Rituale eingebürgert, die wohl auch und vor allem dabei helfen sollen, mit dem Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen hinwegzukommen – und ihn gleichzeitig noch einmal in aller Lebendigkeit, so wie er war über die Zeit seines Lebens, vor den Augen der Hinterbliebenen sichtbar zu machen. Deshalb werden da und dort die Begräbnisrituale immer ausgefallener und individueller. Aber es gibt auch vergessene Tote: Ein Bestatter hat in seinem Büro etliche Urnen mit der Asche von Verstorbenen stehen, die nie abgeholt wurden.

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Der Leichenschmaus, sagen viele, gehört zu den lustigsten Feiern, die Familien zu bieten haben. Kaum sonstwo werde so viel gelacht. Auch das wohl ein Instrument der Schmerzbewältigung. Bleibt zu hoffen, dass Sie bei der Lektüre da und dort schmerzfrei schmunzeln können. 

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