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Im Kontext: Bettler in Österreich – Das Geschäft mit der Armut
9. August 2018 Bettler 47 min
Sie prägen das Bild vieler Innenstädte des Landes: Bettler. Viele von ihnen kommen aus Osteuropa, oft haben sie schwerwiegende körperliche Behinderungen. Immer wieder wird der Vorwurf laut, die Bettler wären organisierte Banden, deren Hintermänner mit der Armut ihrer Landsleute Millionen verdienen. Die „Im Kontext“-Reporter gehen in diesem Film den Gerüchten nach – die Spur führt sie von Österreich über die Slowakei bis an die bulgarische Schwarzmeerküste nach Burgas. Dort treffen sie auf einen Mann, der jahrelang als Bettler ausgebeutet wurde und jetzt als Kronzeuge in einem Prozess gegen die Paten der sogenannten Bettelmafia aussagen wird.
Dieser Artikel gehört zum Projekt Bettler und ist Teil 1 einer 3-teiligen Recherche.

Mehrere tausend Menschen aus Osteuropa betteln in Österreichs Städten um Almosen. Allein in Wien sind es laut Schätzungen des Bundeskriminalamts zwischen 1.000 und 1.500 Personen. Die meisten von ihnen kommen aus Rumänien, Bulgarien und der Slowakei.

Inhaber von Geschäften, Wirte und Passanten beklagen oft das aggressive Betteln und das Zurschaustellen von körperlichen Behinderungen. In der Bundeshauptstadt gab es bis zur Jahresmitte 1.500 Anzeigen wegen gewerbsmäßiger, aufdringlicher oder aggressiver Bettelei. Einige Städte reagierten mit sektoralen Bettelverboten auf den Ansturm der Armen aus Osteuropa. In Salzburg ging die Zahl der Bettler daraufhin in den letzten Jahren sukzessive zurück, genauso wie die Zahl der Anzeigen. Hier wurden in der ersten Jahreshälfte gerade einmal acht Anzeigen registriert.

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„Im Kontext – die Reportage“ geht der Frage nach, wie organisiert die Bettler aus Osteuropa sind. Machen kriminelle Hintermänner Profit mit der Armut ihrer Landsleute? Die Reporter besuchen ein Wohnhaus in Wien, in dem dutzende Bettler leben. Die Männer und Frauen zahlen hier bis zu 100 Euro im Monat für einen Schlafplatz in einer Wohnung, in der bis zu 60 Menschen leben.

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Die Recherchen führen die Reporter ins slowakische Hostice – einen Ort, in dem weit mehr als die Hälfte der Einwohner in Österreich bettelt. Im Zuge der Interviews mit Bettlern macht das Reporterteam auch Bekanntschaft mit der dorfeigenen Bürgerwehr, die den Reportern unmissverständlich zu verstehen gibt, dass Dreharbeiten im Dorf unerwünscht sind. Im bulgarischen Burgas berichtet ein ehemaliges Mitglied einer Bettlerbande über seine Erfahrungen mit den Paten der sogenannten Bettelmafia. Er wird als Kronzeuge in einem Prozess wegen Menschenhandels aussagen und befindet sich in einem Zeugenschutzprogramm der Regierung.

Die Behörden sind im Kampf gegen die organisierten Bettlerclans oft machtlos, weil nur selten ein Bettler die Mauer des Schweigens durchbricht. 

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