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Blackout – Ist Österreich vorbereitet?

Nahrungsmittelversorgung, Gesundheitsversorgung, Telekommunikation, Verkehrsinfrastruktur: Das komplette öffentliche und private Leben hängt von der kontinuierlichen Versorgung mit elektrischer Energie ab. Fällt diese Versorgung dauerhaft aus, wird die Gesellschaft buchstäblich in ihre Frühzeiten zurückgeworfen. Wenn die Lichter ausgehen, kommen Schritt für Schritt die dunklen Seiten der menschlichen Existenz zum Vorschein – das ist eins der klassischen Motive der dystopischen Literatur.

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Der Wiener Autor Marc Elsberg hat mit seinem 2012 erschienenen Roman „Blackout“ einen Bestseller gelandet. Im Gespräch mit Paul Poet, der für uns die „Im Kontext“-Reportage04 gestaltet hat, beschreibt er die Folgen eines lang andauernden, flächendeckenden Stromausfalls in drastischen Worten: Nach ein paar Tagen hört das Leben auf, so zu sein, wie es war, bald gibt es die ersten Toten, das Faustrecht regiert, nach einiger Zeit befinden wir uns im Mittelalter, und irgendwann in der Steinzeit.

Darüber, wie wahrscheinlich ein Blackout-Szenario ist03, gibt es unterschiedliche Ansichten. Einig sind sich die meisten Experten darüber, dass die Frage nicht ist, ob es zum Blackout kommt, sondern wann. Wird er eher durch eine Naturkatastrophe ausgelöst werden, oder sind Hacker, die in die digitalen Steuerungssysteme einbrechen und das Chaos bewusst hervorrufen, die größere Gefahr?

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Die Frage, ob Österreich auf ein solches Szenario vorbereitet ist01, ist also eine zweigeteilte Frage. Erstens: Wären wir dazu in der Lage, einen Hacker-Angriff abzuwehren oder die Versorgungsausfälle im Gefolge einer Naturkatastrophe rechtzeitig in den Griff zu bekommen? Zweitens: Wenn der Strom tatsächlich langfristig ausfällt, würden wir mit dieser Situation zurechtkommen? Haben die Menschen ausreichend vorgesorgt, verfügen sie über die notwendigen Lebensmittel, Werkzeuge und Rohstoffe, die es ihnen ermöglichen, längere Zeit ohne Stromversorgung zu überstehen? Könnten die Behörden darauf gewaltsame Auseinandersetzungen um Lebensmittel und Energieressourcen verhindern bzw. unter Kontrolle halten?

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Die Fakten, die unser Rechercheteam zusammengetragen hat, führen eher zu dem Schluss, dass nicht. Ein sehr hoher Beamter des für den Zivilschutz zuständigen Innenministeriums spricht das auch ziemlich deutlich aus.

Gemeinsam mit dem Rechercheteam haben sich unsere Storytelling-Experten Gedanken darüber gemacht02, wie man diese Ergebnisse in eine Form bringen könnte, die die Dramatik, die sich in ihnen verbirgt, zum Ausdruck bringt, ohne die Faktenbasis zu verlassen. Wir denken, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Aber urteilen Sie selbst. 

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Das Rechercheteam

Christoph Hanslik
Projektleitung

Christoph Hanslik war in den vergangenen 17 Jahren als Unternehmer am internationalen Finanzmarkt tätig. Seine Erfahrungen stellte er drei Jahre im Parlament als Fachreferent für die Bereiche Budgetausschuss, Finanzausschuss, ESM-Ausschuss sowie als Teamleiter des HYPO-Untersuchungsausschuss zur Verfügung. Jetzt berät er das investigative Rechercheteam von Addendum.

Mathias Dechant
Team Recherche

Mathias Dechant hat Rechtswissenschaften an der Universität Wien studiert. Danach Ausbildung zum Rechtsanwalt; Schwerpunkte in den Bereichen Zivilrecht, Corporate und M&A sowie IP. Er war seit den Anfängen des Studiums bis zuletzt in Wiener und Salzburger Wirtschaftskanzleien tätig.

Andreas Wetz
Team Recherche

Andreas Wetz mag Recherchen mit überraschenden Ergebnissen. Bei der Veröffentlichung halfen bisher „Kleine Zeitung“, „Kurier“ und „Die Presse“.

Paul Poet
TV

Paul Poet ist international renommierter Dokumentarist, Journalist, Regisseur, Autor und Medienwissenschaftler. Sein erster Langfilm AUSLÄNDER RAUS! SCHLINGENSIEFS CONTAINER wurde 2013 durch die Biennale Istanbul neben Namen wie Godard und Buñuel in einen Kanon des politischen Kinos gewählt und am MoMA New York geehrt. Sein Spezialgebiet sind Randgruppen, Rebellen und soziale Tabuzonen, die er bereits für SpiegelTV, arte, ZDF, ORF, ATV uvm porträtierte.

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Folgende Artikel gehören zum Projekt 056 Blackout

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Was tun, wenn der Strom wegbleibt und weder Grundversorgung noch Kommunikation funktionieren? „Im Kontext“ zeichnet ein Szenario.

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