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Im Kontext: Blackout – Katastrophenfall Österreich?
8. Oktober 2018 Blackout 47 min
Was tun, wenn der Strom wegbleibt und weder Grundversorgung noch Kommunikation funktionieren? Experten sprechen im Zusammenhang mit einem solchen Stromausfall längst nur mehr von einem „Wann“, nicht von einem „Ob“. Addendum geht der Frage nach, was passiert, wenn weder Grundversorgung noch Kommunikation funktionieren.

Was passiert, wenn der Strom ausfällt? Meist nicht besonders viel, denn in der Regel sind Ausfälle binnen weniger Stunden behoben. Doch was geschieht, wenn der Strom länger wegbleibt, wenn wir in Österreich einen überregionalen Blackout erleben? Viele Experten befürchten katastrophale Folgen. Denn mit dem Strom verabschieden sich binnen Minuten auch die Wasserversorgung, Fernsehen, Mobilfunknetze, Internet und Ampelanlagen. Elektrische Türen bleiben geschlossen, Lifte bleiben stecken. Nach 24 Stunden verstopfen die Verkehrswege durch Autos, denen das Benzin ausgegangen ist. Nach 48 Stunden können Kerzen und Gaskocher in den Wohnungen zu Brandherden werden. Abwässer fluten die Straßen und werden zum Seuchenherd. Nach 72 Stunden, befürchten viele, regiert das reine Faustrecht .

Die österreichischen und europäischen Stromautobahnen sind am Limit. Nicht nur kalte Winter, sondern auch heiße Sommer wie im Jahr 2018 bringen Österreichs Stromversorgung an ihre Grenzen. Allein im August produzierten die heimischen Kraftwerke 20 Tage in Folge deutlich weniger Energie, als benötigt wurde. Störungen und Angriffe nehmen stetig zu. Droht uns der große Blackout, ein Stromausfall über mehrere Tage? Oder gar Wochen? Anders als andere Katastrophen tritt der Blackout in Sekundenschnelle ein. Ist der Staat auf die moderne Bedrohung vorbereitet, oder wird die Gefahr komplett unterschätzt?

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Der Wiener Autor Marc Elsberg hat in seinem Faktenthriller „Blackout“ die dramatischen Auswirkungen eines europaweiten Stromausfalls dargestellt.
Bild: Addendum
Der Zivilschutz empfiehlt, einen Notvorrat für zwei Wochen zu Hause zu haben.
Bild: Mindconsole | Addendum
Katastrophenschutzübung in Niederösterreich
Bild: Matt Observe | Addendum

Der Schriftsteller Marc Elsberg, Autor des Bestsellers „Blackout“, glaubt, dass nicht nur der Staat, sondern auch die Bürger schlecht vorbereitet sind: „Wir haben in unserer Gesellschaft den großen Luxus, sehr gut funktionierende Systeme zu haben. Dabei haben wir aber in den letzten Jahrzehnten übersehen, dass diese Systeme womöglich auch einmal ausfallen können. Wenn jeder die offiziellen Empfehlungen befolgen würde und Vorräte für zehn bis 14 Tagen zu Hause hätte, dann hätten wir weniger Probleme im Fall eines Blackouts. Für unsere Eltern war es noch selbstverständlich, eine gut gefüllte Speisekammer zu haben, heute ist das leider nicht mehr der Fall.“

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Stromausfälle der letzten Jahre wie in den USA, in Tschechien, in Italien oder in Slowenien sollten eigentlich eine Warnung sein. Doch gerade Österreich steht im europäischen Vergleich in der Ernstfall-Vorsorge arm da . Anders als etwa in Schweden, der Schweiz oder Deutschland gibt es keine überregionale Bundesbehörde, die die Verantwortung für schnelle Maßnahmen übernimmt. Diese obliegen in Österreich den einzelnen Gemeinden, den kaum dafür gerüsteten Bürgermeistern und einzelnen Zivilschutzverbänden der Länder, die weitgehend durch das Engagement von Freiwilligen erhalten werden.

Erst vor kurzem verlautbarte das Innenministerium einen Plan, Kasernen in ganz Österreich in Notfallpunkte auszubauen, doch ohne näher darauf einzugehen, wie, und aus welchem Budget sich das speisen soll. Experten unken, es handle sich um einen reinen PR-Gag der Regierung. Die „Im Kontext“-Reporter gehen in der Reportage der Frage nach, was Österreich in diesem Katastrophenfall erwartet und was jeder Einzelne im Fall eines Blackout tun kann. 

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