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Im Kontext: Blackout – Katastrophenfall Österreich?

08.10.2018

Was passiert, wenn der Strom ausfällt? Meist nicht besonders viel, denn in der Regel sind Ausfälle binnen weniger Stunden behoben. Doch was geschieht, wenn der Strom länger wegbleibt, wenn wir in Österreich einen überregionalen Blackout erleben? Viele Experten befürchten katastrophale Folgen. Denn mit dem Strom verabschieden sich binnen Minuten auch die Wasserversorgung, Fernsehen, Mobilfunknetze, Internet und Ampelanlagen. Elektrische Türen bleiben geschlossen, Lifte bleiben stecken. Nach 24 Stunden verstopfen die Verkehrswege durch Autos, denen das Benzin ausgegangen ist. Nach 48 Stunden können Kerzen und Gaskocher in den Wohnungen zu Brandherden werden. Abwässer fluten die Straßen und werden zum Seuchenherd. Nach 72 Stunden, befürchten viele, regiert das reine Faustrecht02.

Die österreichischen und europäischen Stromautobahnen sind am Limit. Nicht nur kalte Winter, sondern auch heiße Sommer wie im Jahr 2018 bringen Österreichs Stromversorgung an ihre Grenzen. Allein im August produzierten die heimischen Kraftwerke 20 Tage in Folge deutlich weniger Energie, als benötigt wurde. Störungen und Angriffe nehmen stetig zu. Droht uns der große Blackout, ein Stromausfall über mehrere Tage? Oder gar Wochen?03 Anders als andere Katastrophen tritt der Blackout in Sekundenschnelle ein. Ist der Staat auf die moderne Bedrohung vorbereitet, oder wird die Gefahr komplett unterschätzt?

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Der Schriftsteller Marc Elsberg, Autor des Bestsellers „Blackout“, glaubt, dass nicht nur der Staat, sondern auch die Bürger schlecht vorbereitet sind: „Wir haben in unserer Gesellschaft den großen Luxus, sehr gut funktionierende Systeme zu haben. Dabei haben wir aber in den letzten Jahrzehnten übersehen, dass diese Systeme womöglich auch einmal ausfallen können. Wenn jeder die offiziellen Empfehlungen befolgen würde und Vorräte für zehn bis 14 Tagen zu Hause hätte, dann hätten wir weniger Probleme im Fall eines Blackouts. Für unsere Eltern war es noch selbstverständlich, eine gut gefüllte Speisekammer zu haben, heute ist das leider nicht mehr der Fall.“

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Stromausfälle der letzten Jahre wie in den USA, in Tschechien, in Italien oder in Slowenien sollten eigentlich eine Warnung sein. Doch gerade Österreich steht im europäischen Vergleich in der Ernstfall-Vorsorge arm da01. Anders als etwa in Schweden, der Schweiz oder Deutschland gibt es keine überregionale Bundesbehörde, die die Verantwortung für schnelle Maßnahmen übernimmt. Diese obliegen in Österreich den einzelnen Gemeinden, den kaum dafür gerüsteten Bürgermeistern und einzelnen Zivilschutzverbänden der Länder, die weitgehend durch das Engagement von Freiwilligen erhalten werden.

Erst vor kurzem verlautbarte das Innenministerium einen Plan, Kasernen in ganz Österreich in Notfallpunkte auszubauen, doch ohne näher darauf einzugehen, wie, und aus welchem Budget sich das speisen soll. Experten unken, es handle sich um einen reinen PR-Gag der Regierung. Die „Im Kontext“-Reporter gehen in der Reportage der Frage nach, was Österreich in diesem Katastrophenfall erwartet und was jeder Einzelne im Fall eines Blackout tun kann. 

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08.10.2018

Das Rechercheteam

Christoph Hanslik
Projektleitung

Christoph Hanslik war in den vergangenen 17 Jahren als Unternehmer am internationalen Finanzmarkt tätig. Seine Erfahrungen stellte er drei Jahre im Parlament als Fachreferent für die Bereiche Budgetausschuss, Finanzausschuss, ESM-Ausschuss sowie als Teamleiter des HYPO-Untersuchungsausschuss zur Verfügung. Jetzt berät er das investigative Rechercheteam von Addendum.

Mathias Dechant
Team Recherche

Mathias Dechant hat Rechtswissenschaften an der Universität Wien studiert. Danach Ausbildung zum Rechtsanwalt; Schwerpunkte in den Bereichen Zivilrecht, Corporate und M&A sowie IP. Er war seit den Anfängen des Studiums bis zuletzt in Wiener und Salzburger Wirtschaftskanzleien tätig.

Andreas Wetz
Team Recherche

Andreas Wetz mag Recherchen mit überraschenden Ergebnissen. Bei der Veröffentlichung halfen bisher „Kleine Zeitung“, „Kurier“ und „Die Presse“.

Paul Poet
TV

Paul Poet ist international renommierter Dokumentarist, Journalist, Regisseur, Autor und Medienwissenschaftler. Sein erster Langfilm AUSLÄNDER RAUS! SCHLINGENSIEFS CONTAINER wurde 2013 durch die Biennale Istanbul neben Namen wie Godard und Buñuel in einen Kanon des politischen Kinos gewählt und am MoMA New York geehrt. Sein Spezialgebiet sind Randgruppen, Rebellen und soziale Tabuzonen, die er bereits für SpiegelTV, arte, ZDF, ORF, ATV uvm porträtierte.

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TV-Reportage

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