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Regeln wir unser Leben künftig über die Blockchain?

Unser Rechercheteam hat seine Arbeit nicht mit dem Ziel aufgenommen, die eine große neue Wahrheit über die Blockchain herauszufinden, die noch keiner kennt, sondern allen, die sich einen Überblick über Funktionsweise, Chancen und Risiken dieses „next big thing“ verschaffen wollen, eine Grundlage zu liefern

Das Bitcoin-Fieber geht um, die üblichen Temperaturschwankungen inklusive. Wie in fast allen Überhitzungsphänomenen des Spekulationswesens konnte man auch am Bitcoin-Kurs ablesen, wann neben den Eingeweihten auch die Trittbrettfahrer auf den Zug aufgesprungen waren. Das sind üblicherweise die, die am meisten verlieren, wenn die Blase platzt. Die Profis der ersten Stunde streichen ihre astronomischen Gewinne ein, den Hoffnungsfrohen der letzten Stunde bleibt der Verlust.

Aber noch ist die Bitcoin-Blase nicht geplatzt. Ja, wer spät eingestiegen ist, hat seinen Gewinn schon wieder eingebüßt und muss jetzt auf Geduld setzen, aber ob es sich tatsächlich um eine klassische „Bubble“ handelt und ob bzw. wann sie platzt, ist alles andere als gewiss. Denn anders als beispielsweise im Fall der Immobilienblase steht hinter dem Spekulationsphänomen nicht bloß ein geschickt arrangiertes System von mehr oder weniger wertlosen Schuldverschreibungen.

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Hinter dem Bitcoin-Hype steckt eine Technologie, die das Zeug dazu hat, tief in unseren Alltag einzugreifen: Blockchains. Blockchains sind dezentrale Datenbanksysteme, die darauf ausgelegt sind, für alle Arten von Transaktionen – eben Geld wie im Fall von Bitcoin, aber auch Verträge, Lieferscheine, vielleicht sogar Abstimmungsvorgänge – den Beglaubigungsvorgang zu organisieren, der die Gültigkeit der Transaktion bestätigt. Als Erstes, sagen viele Beobachter, würde also jene Berufsgruppe der neuen Technologie zum Opfer fallen, deren Kerngeschäft das Beglaubigen von Dokumenten und Transaktionen heute ist: Notare. Die Notare, hört man, sehen das anders.

Was die Blockchain-Technologie auf einer fast ideologisch zu nennenden Ebene für die einen so faszinierend und für die anderen so bedrohlich erscheinen lässt, ist nicht zuletzt ihr tendenziell anarchischer, sich gegen die Idee zentraler Institutionen und Gewalten richtender Charakter: Nicht eine zentrale Organisation (die Notenbank im Fall des Geldes) beglaubigt die Gültigkeit eines Vorgangs, sondern die Gesamtheit der Teilnehmer.

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Wo große Chancen sind, existieren immer auch erhebliche Risiken. Der Vorteil der Blockchain besteht darin, dass man die Inhalte der Datenbank nicht überschreiben, sondern ihr immer nur neue Inhalte hinzufügen kann – sie ist also sehr fälschungssicher. Der Nachteil: Wer es schafft, durch enormen Einsatz von Energie und Rechnerkapazität eines dieser dezentralen Netzwerke zu kontrollieren, kontrolliert nicht nur den aktuellen Stand der Daten, sondern auch ihre vollständige Historie.

Dass die Blockchain-Technologie zu einem bestimmenden Aspekt künftigen Lebens und Wirtschaftens werden könnte, lässt sich nicht nur am Ausmaß der Berichterstattung ablesen (die würde zunächst sogar eher für einen „Hype“ innerhalb der Tech-affinen Medienwelt sprechen), sondern daran, dass hinter den beiden großen Spielern auf diesem neuen Feld die neuen Beherrscher der globalen Ökonomie stehen: Technologiekonzerne und Finanzdienstleister. Und natürlich die Chinesen.

Unser Rechercheteam hat seine Arbeit nicht mit dem Ziel aufgenommen, die eine große neue Wahrheit über die Blockchain herauszufinden, die noch keiner kennt, sondern allen, die sich einen Überblick über Funktionsweise, Chancen und Risiken dieses „next big thing“ verschaffen wollen, eine Grundlage zu liefern. 

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Das Rechercheteam

Markus „Fin“ Hametner
Team Daten

Markus Hametner hat Informatik studiert, baut seit 2011 Brücken zwischen Technologie und Journalismus und beschäftigt sich seit 2014 als Datenjournalist mit internationalen Datenrecherchen und interaktiven Visualisierungsformen. In seiner Freizeit betreibt er als Mitgründer des Forum Informationsfreiheit die Plattform FragDenStaat.at und trägt erfolgreich Rechtsstreite mit Behörden aus, die Auskünfte verweigern.

Martin Thür
Team TV

Martin Thür ist seit 18 Jahren Fernsehjournalist. Von 2002-2017 war er in der ATV-Nachrichtenabteilung tätig und hat dort Nachrichten, Reportagen und Wahlberichterstattung gemacht. Von 2014-2017 war er Moderator der politischen Interviewsendung “Klartext”. Für Addendum gestaltet er TV-Reportagen.

Elisabeth Oberndorfer
Team Recherche

Elisabeth Oberndorfer startete ihre journalistische Karriere in der Innenpolitik-Redaktion von derStandard.at und war unter anderem stellvertretende Chefredakteurin des Medienwirtschaft Verlags. 2013 ging sie als freie Korrespondentin nach San Francisco. Für Gründerszene, Wired Germany, NZZ.at und andere deutschsprachige Medien berichtete sie über Wirtschaft, Technologie und Silicon Valley. Während ihrer Zeit in Kalifornien gründete das Online-Magazin Fillmore.at. Bei Addendum verantwortet sie als Chefin vom Dienst die Plattform.

Ralph Janik
Team Experten

Ralph Janik hat in Wien und Alcalá de Henares (Madrid) Rechtswissenschaften und Politikwissenschaft studiert. Danach Studium in internationalem Recht und Europarecht an der Universität Amsterdam. Beruflich unter anderem wissenschaftlicher Assistent an der Universität Amsterdam und an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.

Stefan Schett
Team Social Media
stefanschett

Stefan Schett hat in Wien Politikwissenschaft studiert und arbeitet nebenbei an seinem Zweitstudium Publizistik. Er war lange Zeit als freier Journalist und Social Media Manager tätig, journalistische Erfahrung sammelte er unter anderem beim Kurier und bei Puls 4. Für Addendum kümmert er sich um die Konzeption und Erstellung von Social Media-Content.

Viktor Sohm
Team Experten
Sara Grasel
Gastautorin

Sara Grasel schreibt als Journalistin über Tech- und Business-Themen u.a. für Trending Topics.

Gerald Bäck
Gastautor

Gerald Bäck ist Unternehmer, gründete unter anderem die Agentur Digital Affairs und die Suchmachschine archify, und ist Geschäftsführer der Kryptowährungsplattform Coinomentum.

Bastian Kellhofer
Gastautor

Bastian Kellhofer ist Co-Founder des Wirtschaftsmediums Trending Topics. Zuvor war er zehn Jahre lang bei diversen Medien als Außenpolitik- und Wirtschaftsredakteur tätig.

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