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Der Weg des Blutes

Das Rote Kreuz versorgt ganz Österreich mit Blutprodukten. Damit hat es sich ein Quasi-Monopol gesichert: Über 94 Prozent des im Land benötigten Blutes werden von seinen Blutspendediensten aufgebracht. Wir zeigen, wie eine Blutspende abläuft und was dann mit dem Blut passiert – vom Spender bis zum Empfänger.

Wer volljährig ist, mindestens 50 kg wiegt und an keinen Krankheiten leidet, darf in Österreich Blut spenden. Die Spendetauglichkeit kann durch Impfungen, Tätowierungen und Auslandsaufenthalte in Malaria- und Tropengebieten eingeschränkt werden.
Ausgeschlossen sind auch homosexuelle Männer – seit einer Gesetzesänderung im Dezember 2019 nicht mehr generell, aber zwölf Monate nach dem letzten Geschlechtsverkehr. Das Rote Kreuz begründet deren Ausschluss mit einem höheren Infektionsrisiko für HIV.
Bei einem kurzen medizinischen Test werden Körpertemperatur, Blutdruck und Puls gemessen und bereits ein paar Tropfen Blut aus der Fingerkuppe entnommen, um Blutgruppe (A, B, AB, 0) und Hämoglobinwert zu bestimmen. Ist Letzterer zu niedrig, deutet das auf einen Eisenmangel hin.
350.000 Blutkonserven
Pro Jahr wurden in Österreich derzeit 350.000 Blutkonserven benötigt, die bei Operationen, Unfällen, Geburten oder schweren Erkrankungen zum Einsatz kommen.
3,65 Prozent Blutspender
2018 haben 231.002 Menschen in Österreich Blut gespendet. Das sind laut Rotem Kreuz 3,65 Prozent der „spendefähigen Bevölkerung“.
456 ml Blut
456 ml Blut werden bei einer Spende entnommen. Frauen können vier- bis fünfmal jährlich spenden, Männer bis zu sechsmal.
Nach der Abnahme gelangt die Spende ins Labor, wo sie unter anderem auf HIV und Hepatitis untersucht wird. Auf COVID-19 wird die Spende nicht getestet, da es bisher keine wissenschaftlichen Belege für eine Übertragung über Blut gibt.
Mithilfe einer Laborzentrifuge wird das Blut dann in seine Bestandteile getrennt: rote Blutkörperchen, Blutplasma, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen.
Die Blutplättchen (Thrombozyten), die beispielsweise für Leukämiepatienten verwendet werden, sind nur vier Tage haltbar.
Das Blutplasma wird schockgefroren und bei unter minus 30 Grad konserviert; es dient unter anderem zur Herstellung von Medikamenten und kann so bis zu zwei Jahre gelagert werden.
Was umgangssprachlich als Blutkonserve bezeichnet wird, ist das Erythrozyten-Konzentrat, bestehend aus roten Blutkörperchen. Dieses ist maximal 42 Tage lang haltbar.
In den vier Blutbanken des ÖRK in Wien, Linz, Klagenfurt und Feldkirch findet der gesamte Prozess der Spendenaufbringung, Blutabnahme, Testung und Herstellung statt. Von dort liefert das Rote Kreuz die Konserven an Spitäler in ganz Österreich.
Es ist ein Geschäftszweig, den die Hilfsorganisation dominiert und verteidigt, wie wir erstmals anhand von Dokumenten zeigen können. Auch mithilfe der Politik.

 

Kontakt

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