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Burnout-Patienten: Erst ausgebrannt, dann ausgenommen

Der Übergang von alltäglichen Beschwerden bis zur Burnout-Erkrankung dauert oft viele Jahre und verläuft meist schleichend und unbemerkt. Diese „weiche“ Definition des Burnouts öffnet auch Tür und Tor für unseriöse Angebote. Wie gefährlich ist das für die Patienten?

11.04.2019

Erschöpfung, Zynismus und das Gefühl von Wirkungslosigkeit: Das sind nur nur drei von 130 teils uneinheitlich beschriebenen Symptomen eines Burnouts. Es sind Symptome, die fast jeder Berufstätige kennt. Gleiten sie jedoch in einen krankheitswertigen Dauerzustand, haben sie nichts mehr mit dem alltäglichen, dem „normalen“ Stresserleben zu tun. Der Übergang von Beschwerden zur Erkrankung dauert oft Jahre und verläuft schleichend bis unbemerkt.

Erste wissenschaftliche Artikel zum Phänomen Burnout erschienen in den 1970ern, zur Massendiagnonse avancierte es jedoch erst zwei Jahrzehnte später. Burnout gilt als Symptom und nicht als Krankheit. Und es passt gut in eine Welt, in der berufliche Leistung nicht mehr vorrangig dem guten Leben dient, sondern zunehmend zum Selbstzweck wird. Vor allem Menschen mit geringem Selbstwertgefühl, Hang zu Perfektionismus und starker Identifikation mit dem Beruf gelten als gefährdet.

Die weit auslegbare Definition von Burnout hat auch fragwürdige Entwicklungen mit sich gebracht. Sie führte unter anderem dazu, dass die häufig hinter einem Burnout liegende Depression geschönt, nicht erkannt oder falsch behandelt wird. Was das bedeuten kann, zeigt unser Film. Für Thomas Widerin war der Weg ins Burnout ein langer. Jahrzehntelang war er Leistungssportler, Polizist und Flugretter. Doch es war ein privates Vorhaben, das das Fass zum Überlaufen brachte.

Nach dem Ausbrennen folgt die Therapie. Wie wirksam eine solche ist, ist jedoch fraglich. Unser Rechercheteam sprach unter anderem mit ehemaligen Patienten, denen – zur Heilung des Burnouts – das Ansehen von Sexfilmen nahegelegt wurde. 

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11.04.2019

Das Rechercheteam

Stefanie Braunisch

Stefanie Braunisch ist neugierig. Während des Journalismusstudiums an der FH Wien hat sie begonnen, im Kulturbereich journalistische Erfahrungen zu sammeln, dann hat die Neugierde doch gewonnen. In Folge hat sie zwei Jahre bei Dossier gearbeitet und versucht, alles mögliche über den Staat, Funktionsweisen und vor allem Steuergeldverschwendung herauszufinden. Jetzt ist sie investigativ für Addendum unterwegs.

Marlies Faulend

Marlies Faulend, geboren 1984 in Wien, hat „Digitales Fernsehen“ an der FH Salzburg studiert und 2009 abgeschlossen. Mehr als 10 Jahre hat sie als freie Gestalterin und Cutterin von Magazinbeiträgen, Reportagen und Dokumentationen für zum Beispiel ServusTV, ORF, 3sat oder das ZDF gearbeitet. Des Weiteren war sie Regieassistentin bei Kino-Dokumentationen und beim Spielfilm. Für Addendum gestaltet sie Web-TV-Content.

Uta-Regina Hauft
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