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Ist der Kampf gegen Cannabis sinnvoll?

Für die einen ist Cannabis eine gefährliche Einstiegsdroge, für die anderen harmloser als Alkohol, für wieder andere bedeutet das grüne Gras Hoffnung auf ein Leben mit weniger Schmerzen. In Österreich geht der Gesetzgeber mit restriktiven Maßnahmen gegen Cannabis vor, und das, obwohl die gesellschaftliche Akzeptanz immer größer wird und die Anzahl von Konsumenten über die Jahre nicht wirklich größer geworden ist. Aber was würde passieren, wenn man Cannabis einfach legalisierte?

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Zunächst muss man wissen, dass Cannabis nicht gleich Cannabis ist, und dass sich die Rechtslage etwas kompliziert darstellt. Die psychoaktive Wirkung wird durch den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) hervorgerufen. Der Verkauf von THC-haltigen Produkten ist in Österreich wie gesagt verboten. Erlaubt sind allerdings Verkauf und Anbau von Pflanzen und Setzlingen, die diesen Wirkstoff enthalten. Die Ernte der Blüten, die den Rauschzustand hervorrufen, steht wiederum unter Strafe.

Dass die verkauften Pflanzen in den allermeisten Fällen nicht als Zierpflanzen ins Fensterbrett gestellt werden, sei klar, meint die Pressesprecherin eines Grow Shops, aber andererseits seien Konsumenten so nicht auf den unsicheren Schwarzmarkt angewiesen. Für die Regierung spielt das keine Rolle, sie hat in ihrem Programm festgehalten, dass man den Verkauf der Pflanzen verbieten wolle.

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Menschen mit chronischen Schmerzen hingegen hoffen auf eine Freigabe von THC-haltigem Cannabis04, zumindest zu medizinischen Zwecken. Es wirke besser als andere Schmerzmittel und habe weniger Nebenwirkungen. In Österreich allerdings ist nur ein einziges THC-haltiges Medikament erhältlich. Es ist so teuer, dass es sich die meisten Betroffenen nicht leisten können.

Aber auch hier ist die Rechtslage eher schwammig, und eine Änderung nicht wirklich in Sicht, zumal die Wirkung von THC tatsächlich weniger erforscht ist als die von anderen Schmerzmitteln. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Cannabis immer noch als Suchtmittel angesehen wird. Das Verbot und der weltweit eher schlechte Ruf gehen übrigens auf den amerikanischen Geheimdienstagenten Harry Anslinger zurück01, der in den 1930er Jahren als Leiter des „Federal Bureau of Narcotics“ einen harten Kampf gegen Cannabis führte, nachdem die Prohibition von Alkohol gescheitert war. Seine Gesetze dienen heute noch als Basis in vielen Ländern.

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Während man hierzulande von einer Legalisierung wahrscheinlich noch weit entfernt ist, haben in den USA bereits neun Bundesstaaten den Konsum von Cannabis gesetzlich erlaubt03. Für die Staaten ist das ein durchaus lukratives Geschäft, die Steuereinnahmen steigen Jahr für Jahr, die Kriminalität geht zurück. Eine Win-win-Situation für alle, könnte man meinen, wenn nicht die Zahl der Konsumenten gestiegen wäre. Letzteres bestätigt die Kritiker der Freigabe, sie warnen vor den nicht absehbaren Gesundheitsfolgen und befürchten, dass Cannabis zu einer Massendroge werden wird.

Um die Verwirrung noch komplett zu machen, müssen wir freilich auch noch über CBD-Shops sprechen06, die legal Cannabis-Produkte in Österreich verkaufen können, wie zum Beispiel Tees, Cremes oder Öle, und mittlerweile fast schon an jeder Ecke zu finden sind. Die angebotenen Produkte enthalten allerdings, und jetzt wird es schon wieder kompliziert, kaum THC, sondern eine höhere Konzentration an Cannabidiol (CBD), dem diverse medizinische Wirkungen zugesprochen werden, das aber nicht „high“ macht.

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Der CBD-Markt ist in Österreich allerdings ungeregelt, die Produkte unterliegen keiner Kontrolle, Kunden sind auf Herstellerangaben angewiesen. Die Prüfung der rechtlichen Situation, so das zuständige Gesundheitsministerium, befinde sich „in der Finalisierung“.

Damit geht eine neue, sehr österreichische Befürchtung einher: dass der Verkauf von Cannabis-Produkten, egal ob Pflanzen oder CBD-Ware, in Zukunft der Monopolverwaltung unterliegen könnte. Aber das wäre dann eine andere Geschichte. 

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