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„Wir fahren mit Schneeketten auf der trockenen Straße“
21. Mai 2020 Coronavirus 15 min
Der Grazer Professor für Public Health, Martin Sprenger, wirft im Interview mit Michael Fleischhacker einen kritischen Rückblick auf die Politik der Bundesregierung in der Corona-Krise.
Dieser Artikel gehört zum Projekt Coronavirus und ist Teil 81 einer 104-teiligen Recherche.

Seit Freitag haben Restaurants und Wirtshäuser in Österreich wieder geöffnet, seit Montag ist der Schulbetrieb wieder in Gang – weitere Schritte in Richtung „neue Normalität“.

Bisher wurden in Österreich alle optimistischen Szenarien positiv von der Realität übertroffen und viele der angestellten Modellrechnungen stellten sich als zu negativ heraus. Laut dem Public-Health-Experten Martin Sprenger sind die Ängste in der Bevölkerung somit übertrieben. Diese Ängste durch die strengen Maßnahmen in Österreichs Schulen jetzt auch auf die Kinder zu übertragen sei „vollkommen verrückt“, so Sprenger.

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Die Regierung hat sich nach der Abwehr der Bedrohung wieder der Politik zugewandt. Und in der Politik geht es um Wählerstimmen.
Martin Sprenger

In ihrer ersten Reaktion auf die Ausbreitung des Virus war die Regierung laut Sprenger jedoch wirklich bemüht, die Bedrohung abzuwehren und hat das auch erfolgreich geschafft. Danach sei sie aber in eine andere Richtung abgebogen und setzt immer mehr auf Inszenierungen und Rituale. Es gehe der Regierung seit Anfang April nicht mehr um das Coronavirus, sondern um Wählerstimmen.

Gemeinsam mit Michael Fleischhacker gibt Martin Sprenger im Video-Interview einen Ausblick auf die mögliche Entwicklung der kommenden Monate: Welche Maßnahmen waren sinnvoll, welche haben vor allem symbolischen Charakter? Wie geht es es nach dem Ende des Shutdowns in Österreich weiter? Wird erst ein Impfstoff wieder ein normales Leben ermöglichen, oder braucht es eine völlig andere Sichtweise auf das Virus? 

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