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Wie viele gefährdete Personen in Ihrer Region leben

Menschen über 60 Jahren zählen zur Risikogruppe. Vor allem im ländlichen Raum könnten deshalb vermehrt Fälle mit schwerem Krankheitsverlauf auftreten.

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18.03.2020
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Die Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus sollen die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Es gelte vor allem Ältere und Vorerkrankte zu schützen – diese gelten als Risikogruppe. Hintergrund dafür sind die Beobachtungen zu den Krankheitsverläufen älterer COVID-19-Patienten in China, Italien und Südkorea. Je älter die Infizierten waren, desto häufiger nahm die Erkrankung einen sehr schweren Verlauf.

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Diese Zahlen stellen Österreichs überalternde Gesellschaft vor eine besondere Herausforderung. Die Risikogruppe für Corona ist groß, jeder vierte Bürger ist über 60 Jahre alt – das sind rund 2,2 Millionen Menschen. Sie leben vor allem in ländlichen Regionen. In einigen Regionen, etwa dem Südburgenland, der Südoststeiermark oder dem nördlichen Waldviertel sind vier von zehn Bürgern über 60 Jahre alt. In ruralen Gemeinden liegt der Anteil der über 60-Jährigen bei 26,5 Prozent. Das sind vier Prozentpunkte mehr als in urbanen Regionen (22,5 %) wie Wien oder Graz. Diese Altersstruktur kommt der in Italien nahe.

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Auf Bezirksebene haben Güssing im Burgenland, Hermagor in Kärnten und Wiens erster Bezirk den höchsten Anteil von Einwohnern über 60 Jahren.

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„Abflachen der Kurve“ für Risikogruppe wichtig

Je älter eine Gesellschaft sei, desto tiefgreifender müssten die Einschnitte in das soziale Leben sein, um die Zahl schwerer COVID-19-Krankheitsverläufe abzuflachen. Zu diesem Schluss kam eine Untersuchung der Universität Oxford.

Die starke Verbreitung bei Älteren in Italien sei erstens darauf zurückzuführen, dass viele Italiener lieber näher am Elternhaus wohnen und dafür das Pendeln in Kauf nehmen. Von ihren Arbeitsplätzen in den Städten, wo Kontakte mit Menschen aus anderen Ländern wahrscheinlicher sind, soll das neuartige Virus in ländlichere Regionen mitgebracht worden sein. Zweitens sei speziell in Ländern, in denen der Kontakt zwischen jüngeren und älteren Generationen innig ist, das „Abflachen der Kurve“ wichtig. In Österreich gibt es rund 70.000 Menschen in Haushalten, wo über 65-Jährige mit unter 14-Jährigen zusammenleben.

Während daran, dass Ältere im Allgemeinen zur Risikogruppe für die COVID-19-Erkrankung zählen, kein Zweifel herrscht, ist dieser bei den konkreten Zahlen zur Sterblichkeit angebracht. Die sogenannte „Fallsterblichkeit“ unterscheidet sich international stark.

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Südkorea: Geringere Sterblichkeit bei Älteren

So sind etwa in Italien rund 17,5 Prozent der über 80-jährigen Infizierten gestorben, in Südkorea waren es 7,2 Prozent. Dafür sind zwei potenzielle Faktoren erkennbar:

  1. Der rasche Anstieg der Zahl älterer Infizierter: Während in Südkorea vor allem jüngere Bürger erkrankten, waren es in Italien vor allem Ältere. Der häufigere schwere Krankheitsverlauf in dieser Altersgruppe überschritt die Kapazitäten des italienischen Gesundheitssystems. Das war in Südkorea nicht der Fall.
  2. Die Berechnungsmethode: Die Fallsterblichkeit errechnet sich aus der Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus bei bestätigten Infektionen. Ob jemand also mit einer COVID-19-Erkrankung stirbt oder durch ist für diese Berechnung also nicht wesentlich. Zudem führen Vergleiche zwischen Ländern zu Unterschieden allein auf Basis der Testverfahren. Südkorea zählt neben Bahrain zu den Staaten mit den meisten durchgeführten Tests. Im Kontrast dazu wurden in Italien nur Menschen mit Symptomen getestet. Werden mehr Fälle tatsächlich erkannt, nähert sich die Fallsterblichkeit der tatsächlichen Sterblichkeitsrate an.

Deshalb ist die Fallsterblichkeit vor allem zu Beginn einer Pandemie so zu interpretieren, dass das Risiko für einzelne Gruppen zwar abzuschätzen, aber nicht endgültig festzustellen ist. 

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Hintergrund ist die hohe Zahl von Erkrankten innerhalb einer Sekte.

18.03.2020

Das Rechercheteam

Gerald Gartner

Gerald Gartner kuratiert, analysiert und visualisiert große Datenmengen zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen. Er lehrt an der Fachhochschule Wien. Davor war er für derStandard.at und NZZ.at in Wien tätig.

Markus „Fin“ Hametner

Markus Hametner hat Informatik studiert, baut seit 2011 Brücken zwischen Technologie und Journalismus und beschäftigt sich seit 2014 als Datenjournalist mit internationalen Datenrecherchen und interaktiven Visualisierungsformen. In seiner Freizeit betreibt er als Mitgründer des Forum Informationsfreiheit die Plattform FragDenStaat.at und trägt erfolgreich Rechtsstreite mit Behörden aus, die Auskünfte verweigern.

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