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Debatte
Porträt: Privat | Bild: Addendum
von Wilhelm Hanisch
Die Corona-Krise als Wissens- und Systemkrise
11. Mai 2020 Debatte: Die Corona-Krisen Lesezeit 10 min
Warum die Angemessenheit der Maßnahmen zu hinterfragen ist.

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Vorbemerkung

Bis zum Ausbruch der Corona-Krise befand sich die globale Wirtschaft (inkl. chinesischer Staatskapitalismus) in einem Modus mehr oder minder marktwirtschaftlicher Selbstregulierung. Abgesehen von aufflackernden protektionistischen Tendenzen lag die letzte große Intervention in Form der Rettung der Bankensysteme rund zehn Jahre zurück. Das Wachstumsparadigma ist lediglich durch die Ökologiebewegung – in nicht sehr wirksamer Weise – angefochten worden.

Das mit diesem Wirtschaftssystem verbundene Wissenssystem war und ist von einem Leitbild massiver markt- und verwertungsgetriebener Erwartungen in Innovation und technisch-organisatorischem Fortschritt getragen („schumpeterianisch“).

Dieser Zusammenhang gilt auch und gerade für den Gesundheitssektor. Trotz oder sogar aufgrund der Einwirkungen sozialstaatlicher Praxis und Leitbilder setzt gerade dieser Sektor auf den marktgetriebenen Einsatz neuester Wissens- und Technologie-Potenziale zur Erzielung einer neuen „Bio-legimité“ (Lebensverlängerung, Ausrotten von Krebs usw.). Daraus resultiert eine vielfach kritisierte Kostenfracht insbesondere für das öffentliche Gesundheitswesen.

Die Corona-Krise bedeutet offensichtlich einen exogenen Schock für dieses techno-ökonomische System.

Zunächst hat sich herausgestellt, dass die Unterschiede im Ausstattungs- und Organisationsniveau der nationalen Gesundheitswesen, bedingt durch Probleme mit deren öffentlicher Finanzierung, große Unterschiede in der Krisenbewältigung mit sich brachten.

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Was ist die Charakteristik eines sogenannten „exogenen Schocks“ für Wirtschaft und Gesellschaft?

Der Prototyp des „exogenen Schocks“ in der ökonomischen Analyse der Nachkriegszeit war der berühmte erste Ölpreis-Schock der 1970er Jahre. Im Gegensatz zu einem „endogenen“ Schock wie der Finanzkrise 2009 bestand das „Exogene“ des Ölpreisschocks in einer schlagartigen und massiven, durch die Erdölproduzenten herbeigeführten Verschiebung der Preisrelationen zwischen Rohstoff- bzw. Energiepreisen und den Preisen für Industriegüter. Bald sollte sich herausstellen, dass der Ölpreisschock (und seine Folgen für Rezession, Arbeitslosigkeit usw.) durch im Weiteren bilaterale Übereinkommen zwischen den Ölproduzenten und dem Weltfinanzsystem aufgefangen werden konnte, indem die Rolle des dominierenden, endgültig vom Gold entbundenen Dollar neu installiert wurde (sog. „Petrodollar“-Recycling). Der Schock war zwar sowohl konjunkturell als auch strukturell weitreichend, aber im Rückblick wenig komplex hinsichtlich seiner Bewältigung.

Der sozioökonomische Corona-Schock hingegen scheint weitaus komplexer zu sein: Er kommt einerseits noch von weiter „exogen“ („Naturereignis“ des Auftretens eines neuen Virus, was allerdings für sich genommen trivial wäre), andererseits aber – und das wird in diesem Beitrag behauptet – steht an seinem Ausgangspunkt ein Krisen-Habitus des einschlägigen vorgelagerten Wissenssystems.

Die nachfolgenden politischen Interventionen mit ihren weitreichenden Auswirkungen auf das sozioökonomische System werden einerseits biopolitisch (Schutz der Alten, fragwürdige Priorisierung eines in keiner Verfassung konkretisierten „Grundrechts auf Leben“ im Sinn eines „Hybrid-Humanismus“), andererseits mit organisatorischen Vorkehrungen zur Notstandsvermeidung im Gesundheitssystem legitimiert.

Die Entscheidungsträger agierten dabei erstaunlich schnell mit einem Griff zu den nächstliegenden autoritären Führungsmodellen (flächendeckende Ausgangssperren und Lockdowns, Überwachsungsmethoden, totalitäres „Koste es was es wolle“ usw.).

Dieses Repertoire staatlicher Macht- und Gewaltmanifestation offenbart jedoch Hilflosigkeit. Diese ist insoweit verständlich, als die gewohnte Rolle des demo-technokratischen Politikmachens auf Basis des „besten Wissens“ ausgefallen ist bzw. nur rudimentär verfügbar war. Die Schutzbefohlenen andererseits ordnen sich mehrheitlich solchen Führungsformaten unter, was in deprimierender Weise an der Mündigkeit der Bürger zweifeln lässt.

Die Corona-Krise bezeugt – wie zu argumentieren sein wird – ein schweres Dilemma der einschlägigen Wissenssysteme als Krise der Wissensanwendung.

Paradoxerweise standen die Entscheider nicht zu wenig, sondern zu viel partikularem, aber nicht ganzheitlich zusammengeführtem Expertenwissen gegenüber.

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Das Wissensdilemma

An der aktuellen einschlägigen Expertise zu den Corona-Maßnahmen sind mindestens sieben Subdisziplinen der Medizin, Mikro- und Genbiologie und der „Gesundheitswissenschaften“ mit je äußerst spezialisierten Kompetenzen beteiligt: Virologen, Klinikern, Immunologen, Pharmakologen, Hygieniker- und Infektiologen, Epidemiologen und Public-Health-Spezialisten, neben Spitalsspezialisten, Organisatoren und Logistiker usw.

Jede dieser Subdisziplinen folgt zunächst und üblicherweise ihrem jeweils eigenen Paradigma. Das ist normal so bzw. auch im Rahmen des gewöhnlichen Wissenschaftsmodus erforderlich.

In der expliziten Verbundforschung oder einer außergewöhnlichen Situation bedarf es jedoch kooperativer Formen der Wissensgewinnung – zumindest „Interdisziplinarität“, im Idealfall sogenannter „Transdisziplinarität“. Hier geht eine Expertengruppe von einer gemeinsamen „Forschungs- bzw. Wissensmatrix“ aus und vertritt gemeinsam die Ergebnisse. Das wäre auch von einer Taskforce zur Beratung von Entscheidungsträgern zu erwarten. Davon war in ganz Europa und auch nicht einmal bei der WHO die Rede, sodass dies letztlich nur im Rahmen nationaler Experten-Gremien zu leisten gewesen wäre (Beispiel Schweden – unabhängig davon, wie es ausgeht).

Tatsächlich aber haben diese Spezialisten in den letzten Wochen – sogar innerhalb der einzelnen Subdisziplinen – durcheinandergeredet (immer unter dem Generalmotto „es ist ein unbekanntes Virus“, „wir wissen noch zu wenig“), sodass sie buchstäblich „ihr eigenes Wort nicht verstanden haben“ – und wir im Publikum natürlich schon gar nicht.

Es ist daher bis zu einem gewissen Grad verständlich, dass Politiker gezwungen sind, so ein Stimmengewirr abzubrechen und dann nach Gutdünken zu entscheiden.

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Der Griff nach „Nummer sicher“

Schließlich ist aus diesem Dilemma fragmentierten Wissens (= keine ganzheitlich wissensbasierte Evidenz) dieser Teufelskreis hin zu totalitären Tendenzen entstanden; und das ist kein österreichisches Spezifikum und auch nicht nur eines von Politikern mit autoritären Neigungen, sondern ein gesamteuropäisches mit durchaus auch liberalen oder sogar linksliberal orientierten Politikern an der Spitze. Man hat sich anstecken lassen von Reaktionsmustern autoritärer Länder, mit den Medien als Verstärkern. Dabei hat man nicht immer die richtigen Beispiele erwischt (Südkorea oder Taiwan sind mit mehr Fassung vorgegangen). Ein Höhepunkt war sicherlich die skandalöse Anwendung von „politics/policies by angst“ durch den österreichischen Bundeskanzler.

Verfügbar waren demgegenüber schnell Maßnahmen-Beispiele aus dem Ursprungsland der Pandemie, China. Unbeschadet der – soweit bisher bekannt – erfolgreichen und effektiven Eindämmungsstrategie der Seuche auf den Ursprungsherd Wuhan, der frühen Warnungen sowie der Kooperationsbereitschaft mit der WHO, kann man an der Sinnhaftigkeit und vor allem Übertragbarkeit von Maßnahmen zweifeln, die eben in einer autoritär geleiteten Gesellschaft an der Tagesordnung sind.

Es gibt Beispiele, wo in Millionenstädten, tausende Kilometer vom Epizentrum entfernt, Bewohner wochenlang in abgezäunten Quarantäne-Wohnblocks (mit durchaus gehobener Qualität) gehalten wurden, mit einem „Exit-permit“ pro Tag zur Abholung von Lebensmitteln an der Straßenecke (Fiebermessen beim Aus- und Eingang der Schranken).

Am Ende der Infektionswelle stellten sich dort nur verschwindend geringe Infektionszahlen heraus. Selbst wenn diese Zahlen untertrieben sein sollten, sind sie wohl kaum auf solch rigide Eingriffe zurückzuführen, und es mutet gespenstisch an, derart strikte Maßnahmen „durchziehen“ zu können, ohne dass offenbar die Sinnhaftigkeit hinterfragt werden darf. Wenige Wochen später haben wir in Europa nicht unähnliche Ausgangsbeschränkungen.

Dabei soll nicht gesagt sein, dass in Österreich nicht auch Richtiges passiert ist, wie es das Beispiel der frühen Aufrufe zeigt, im Fall von Symptomen zu Hause zu bleiben und nicht das Gesundheitssystem zu stürmen. Vieles am bisher glimpflichen Verlauf ist aber auch besonderen Umständen zu verdanken, wie den relativ großzügigen Wohnverhältnissen oder Ausstattungen unseres Gesundheitssystems, das in der jüngeren Vergangenheit vergleichsweise zu anderen schwerer betroffenen Ländern nicht in dieser Weise zurückgefahren wurde.

Leider hatten und haben vor allem die nicht rein statistisch ausgerichteten Epidemiologen und Sozialmediziner bisher eine recht schwache Stimme im Prozess der politischen Willensbildung, ja im Gegenteil, sie wurden zum Teil aus dem Expertengremium ausgebootet.

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Vergleiche sind nicht nur zulässig, sondern notwendig

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an das Vorwissen aus dem „Nachwissen“ der Hongkong-Grippe von 1968 (nach bisherigen epidemiologischen Ergebnissen war diese Pandemie global mit 1 bis 1,5 Millionen Toten opferreicher) – wohl eingedenk, dass ein Vergleich zwischen Corona- und Influenza-Virus bedingten Epidemien hinsichtlich klinischer und immunologischer Ausprägung nicht zulässig ist.

Ein schlussfolgender Vergleich ist allerdings vor allem sozialmedizinisch sehr wohl geboten.

Die heutigen Risikogruppen waren damals 20+, viele sind damals in Europa „herumgetingelt“ (so auch der Autor – Stichwort Mai 68 in Frankreich – richtig ausgebrochen ist die Hongkong-Grippe in Frankreich allerdings erst im Spätwinter 1968/69).

Wir haben damals so gut wie nichts davon mitbekommen!

Obwohl die Hongkong-Grippe bereits zehn Jahre nach der sog. „Asiatischen Grippe“ auftauchte, war man einerseits kaum besser vorbereitet, was Impfung oder Herdenimmunisierung betrifft; andererseits wurde sie bei den ersten Nachweisen zum Beispiel in Frankreich (1968) medial heruntergespielt bzw. nicht als besondere Bedrohung empfunden, wobei jedoch bereits die Erfahrungen aus Asien vorlagen. Sie war bloß erwartet, da Epidemiologen damals von einem zehnjährigen Pandemie-Zyklus ausgingen.

Auch als die Hongkong-Grippe dann wirklich in Europa ausgebrochen ist (Frankreich und Deutschland zählten nach Schätzungen je 40.000 Tote, geschätzt nach der sog. statistischen „Übersterblichkeit“), wurden nur Schulen geschlossen, insbesondere weil Lehrer erkrankt waren; Züge fielen aus, weil 15 Prozent der französischen Eisenbahner darniederlagen; aber alles weit davon entfernt, dass daraus ein Medienhype resultierte oder Maßnahmen wie flächendeckende Ausgangssperren, Wirtschafts-Lockdowns oder die landesweite Schließung des Bildungssystems für mehr als ein halbes Jahr verhängt worden wären (wie gegenwärtig in Italien)!

Soziologische Erklärungen für diese geringe Beachtung liegen auf der Hand: Es gab noch nicht annähernd die mediale Vernetzung und Meinungsmultiplikation wie heute, der mediale Fokus lag auf der politischen Aufbruchsstimmung, den Jugendprotesten (in Frankreich – Stichwort: Ablösung de Gaulles) usw. Schon damals waren die globalen Ausbreitungswege, wiewohl langsamer, so doch nicht unähnlich, und sie verliefen entlang der Routen des aufstrebenden Flugverkehrs.

Aus heutiger Sicht würde man sagen: fürchterlich fahrlässig. Die damalige Wissensbasis war aber auch um Skalen niedriger (keine ausgefeilten Ausbreitungsmodelle, weniger evidenzbasierte immunologische Studienergebnisse, vermutlich weitaus weniger virologisch-genbiologische Erkenntnisse).

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Die Angemessenheit der Maßnahmen ist zu hinterfragen

Man muss deshalb fragen: Ist es das Richtige, was die gegenwärtigen Expertenpools hinsichtlich derart breitenwirksamer Maßnahmen-Empfehlungen aus einem weitaus größeren, wenn auch fragmentierten Wissenspool, geschöpft haben? Und haben sie überhaupt etwas gelernt – angesichts des etwas hilflos anmutenden, Pharma-strategisch aber leicht durchschaubaren technokratischen Mantras, dass man das Virus erst „im Griff“ haben werde mit einem Impfstoff, das heißt, dass wir uns deshalb auf monate- ja jahrelange Einschränkungen des täglichen Lebens einstellen müssten?

Der gegenwärtige Wissensstand über COVID-19 – auch im Vergleich mit den historischen Virus-Epidemien – ist jedenfalls im Detail um einiges höher als das, was die Experten damals über die Hongkong-Grippe wussten: über Cluster-Geographie der Ausbreitung mit guten Hinweisen auf erfolgreiche regionale Einhegungsstrategien, über die vermutlich nicht extrem unterschiedliche (globale) Mortalität (zwar durch andere Affekt-Spezifität (Lunge) mit stärkerer Selektivität auf Multimorbide und Vorbelastete), wenig schwere Verläufe bei Jüngeren, insgesamt viel mehr leichte und asymptomatische Verläufe als bei Influenza usw. Auch Vorwissen aus chinesischen Studien (Oberflächenhaftung, Virenbefrachtung usw.) war und ist vorhanden, ganz zu schweigen von mehr und wahrscheinlich besseren Testverfahren.

Hätte man mit ähnlich rigiden, flächendeckenden Maßnahmen wie heute (aus „besserem“ Wissen geschöpft) damals die Anzahl der direkten Opfer entscheidend verringern können? Und umgekehrt wäre bei nicht so rigiden Maßnahmen heute eine wesentlich größere direkte Opferzahl zu befürchten?

Das ist nicht so leicht zu beantworten, insbesondere aufgrund der wesentlich stärkeren länderspezifischen Ausprägung. So hat Frankreich mit noch rigideren Maßnahmen als Österreich und Deutschland, trotzdem eine weitaus höhere relative Opferzahl (derzeit ca. 25.000 Todesopfer). Oder – die Schweiz hat früher mit einschlägigen Maßnahmen begonnen als Österreich, weist aber eine doppelt so hohe Infiziertenzahl und eine erheblich höhere Zahl an Todesopfern (erklärbar einzig durch den „Tessin“-Effekt, der geographischen Nähe zum italienischen Hauptherd und den Pendlerströmen) auf.

Solche Überlegungen sind aber auch einigermaßen müßig:

Wenn die gegenwärtige Welle, so wie sie in Deutschland und Österreich verläuft, in diesem moderaten Ausmaß in die Geschichte eingeht und die Krankheit erst im nächsten Winter wieder auftauchen sollte, dann wird die Zahl der Corona-Toten, nach dem Dafürhalten der Statistiker, im Jahr 2020 ziemlich sicher kaum über der Schwelle der sog. „Übersterblichkeit“ (das heißt innerhalb der Schwankungsbreite der durchschnittlichen langjährigen demographischen Sterblichkeit), liegen.

Es ist auch eine Tatsache, dass die zum Teil juristisch verunglückten österreichischen Maßnahmen, wie die Verordnung bezüglich des Aufenthalts im „Öffentlichen Raum“ oder die Maskenpflicht erst ergriffen wurden, als – für jeden erkennbar – der Höhepunkt der aktuell nachgewiesenen Erkrankungen bereits in Sichtweite oder sogar überschritten war. Da hat man schnell das Gefühl, nur mehr hinters Licht geführt zu werden, so wie überhaupt die Transparenz der Entscheidungsgrundlagen – im Gegensatz zu Deutschland – kaum gegeben war. Dort haben sich die Politiker immerhin in vielen Fernsehdiskussionen den oft kontroversen Expertenmeinungen öffentlich gestellt.

Zusammenfassend sieht es so aus, dass für die künftigen Strategien und Maßnahmen (neben der Propagierung von Hygieneregeln) eine möglichst koordinierte und fokussierte Wissensbasis heranzuziehen wäre, zum Beispiel auf Basis von Containment- und Trackingmethoden nach dem Prinzip der Waldbrandbekämpfung (Beobachten von Glutnestern). Flächendeckende Lockdown-Maßnahmen (auch das heftig umstrittene Maskentragen im Alltag) oder der Ausschluss von pauschal definierten Risikogruppen aus dem öffentlichen Leben scheinen hingegen weder immunologisch-gesundheitspolitisch noch gesellschaftspolitisch sinnvoll und gerechtfertigt.

Genauso wäre es seitens der Regierung angebracht, nicht mit weiteren Einschüchterungen, Bevormundungen oder einem inhaltsleeren Guru-Sprech von einem künftigen Zeitalter der „Neuen Normalität“ zu operieren, sondern einer kritisch-sachlichen Evaluierung der bisherigen Maßnahmen Raum zu geben, sowie mehr diskretionäre Rechtssetzungen vorzunehmen, nach dem alten Prinzip „Ganzheitlich denken, aber lokal/regional und eventuell gruppenbezogen-selektiv handeln“.

Es ist hier nicht der Ort, auf das Verhältnis von Wissen und politischem Handeln auf dem Gebiet der ökonomischen Interventionen einzugehen. Auch hier zeigen sich analoge Probleme, da auch hier eine Politik des „Koste es, was es wolle“, in fataler Analogie zur Rhetorik des „Totalen Kriegs“, den Keim des Scheiterns schon in sich trägt.

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Über den Autor:

Wilhelm Hanisch, Mag., geb. 1948, Sozial- und wirtschaftswissenschaftliches Studium.

Langjährige Berufstätigkeit als Berater und Studienautor. Schwerpunkt: Themen der Forschungs- und Bildungspolitik für Unternehmen und den öffentlichen Sektor (Ministerien, AMS, Rat für Forschungs- und Technologieentwicklung, KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung, F&E-Strategie für Unternehmen).

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