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Wohin fließt unsere Entwicklungshilfe?
28. April 2019 Entwicklungshilfe 5 min
Durch Entwicklungshilfe will man nicht nur einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten, sondern auch die Ursachen für Flucht bekämpfen. Doch wohin fließen die Gelder wirklich? Und welchen Beitrag zur Entwicklung leisten sie überhaupt?
Dieser Artikel gehört zum Projekt Entwicklungshilfe und ist Teil 3 einer 5-teiligen Recherche.

Reiche Länder, wie zum Beispiel Österreich, sollen einen Teil ihres Reichtums den armen Ländern überlassen, um die Lebensverhältnisse der dortigen Bevölkerung zu verbessern. Darüber sind sich viele politische und gesellschaftliche Kräfte im Grunde einig. Das Ziel ist sogar in eine ganz konkrete Zahl gefasst: 0,7 Prozent seines Bruttonationaleinkommens soll jeder Industriestaat für die sogenannte Entwicklungszusammenarbeit bereitstellen. Damit will man nicht nur einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten, sondern auch ganz konkret die Ursachen für Flucht bekämpfen.

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1,251 Milliarden Euro oder 0,35 Prozent des Bruttonationaleinkommens hat Österreich für offizielle Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 2017 aufgewendet. Im internationalen Vergleich ist das zwar eher wenig, aber dennoch eine beachtliche Summe. Vom Afrikafest bis zum Studienplatz ist in der österreichischen Entwicklungshilfe eigentlich alles enthalten. Das erklärte Ziel von Außenministerin Kneissl ist es, mehr Geld für die Entwicklungshilfe bereitzustellen. So soll der Anteil in den nächsten Jahren auf 0,7 Prozent steigen. Mehr Hilfe vor Ort, lautet das Stichwort. Doch wohin fließen die Gelder wirklich? Und welchen Beitrag zur Entwicklung leisten sie überhaupt?

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In der Theorie und in den Köpfen der Menschen handelt es sich um Geld, das für Projekte in ärmeren Ländern eingesetzt wird: vom Brunnenbau bis zur Bereitstellung von Schulbüchern. In der Realität sieht das dann etwas differenzierter aus: Nur etwa 10 Prozent werden tatsächlich als bilaterale Hilfe direkt in solche Projekte investiert. Das Bildungsministerium rechnet etwa die Entsendung von Lehrern in die Türkei oder Studienplätze von Migranten aus Entwicklungsländern zur heimischen Entwicklungshilfe. Dem Verteidigungsministerium wurden seine Militäroperationen im Tschad unter diesem Titel angerechnet. Das Finanzministerium, das bis heute den mit Abstand größten Beitrag leistet, bezieht die Schuldennachlässe an andere Staaten ebenso in das Budget für Entwicklungshilfe mit ein wie Beiträge für den Internationalen Währungsfonds, die Weltbank und günstige Kreditvergaben. 

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