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Feinstaub: Eine überschätzte Gefahr?

Ökologische Bedrohungen gehören, vor allem, wenn von ihnen nach überwiegender Überzeugung auch unmittelbare Bedrohungen für die individuelle Gesundheit ausgehen, zu den emotionalsten Themen, die der politische Betrieb zu bieten hat. Das zeigen nicht nur die internationalen und nationalen Debatten über die notwendigen Maßnahmen, die zu ergreifen wären, um die Erde vor dem finalen Kollaps durch die CO2-bedingte Erderwärmung zu retten. Auch das Thema Feinstaub sorgt, vor allem in Deutschland und Österreich, für erbitterte Gefechte, weil die angedachten Maßnahmen einen sensiblen Bereich des spätmodernen Menschen betreffen: die individuelle Mobilität.

Dieselverbote in deutschen Städten und Pläne, den Verbrennungsmotor innerhalb weniger Jahrzehnte vollständig durch alternative Antriebe wie Elektromotoren zu ersetzen, sind nicht nur dem Ziel geschuldet, den CO2-Ausstoß zu verhindern, sie sollen auch verhindern, dass in Zukunft Millionen Menschen durch Beeinträchtigungen sterben, die der Feinstaub verursacht. Grundlage für die politischen Maßnahmen sind wissenschaftliche Studien, die „belegen“, dass Feinstaub tödlich ist.

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Naturgemäß wird die Aussagekraft solcher Studien von jenen bezweifelt, die sich mit den geplagten Gegenmaßnahmen nicht anfreunden können, sei es aus ökonomischen Gründen oder solchen der individuellen Freiheit. In der Tat ist es nicht leicht, jemanden zu finden, der nachweislich am Feinstaub verstorben ist, allerdings zeigen epidemiologische Groß-Studien, dass sich Sterblichkeitsrisiken parallel zur Feinstaubbelastung verändern, vor allem in großen Städten, wie eine Langzeit-Studie der Harvard Universität gezeigt hat. Wissenschaftskommunikator Florian Aigner hat für unser Rechercheteam nachgezeichnet01, wie man den Widerspruch, dass die Tatsache, dass man schwer einen einzelnen Feinstaubtoten identifizieren kann, nichts am erhöhten Todesrisiko durch Feinstaub ändert, produktiv auflösen kann.

Schwierig wird es, auch das zeigt die Klimadebatte inzwischen seit Jahrzehnten, wenn Politik und Medien Studienergebnisse selektiv entlang ihrer nicht selten ideologischen Bedürfnisse interpretieren und instrumentalisieren. Das jüngste Beispiel für diesen Vorgang ist ein offener Brief, an dem hundert deutsche Wissenschaftler und Ärzte die gängigen Narrative der Feinstaubbedrohung und der notwendigen Gegenmaßnahmen hinterfragen. Diskutiert wird in solchen Fällen weniger, wie plausibel Argumente und Gegenargumente sind, es geht eher um wechselseitige Verdächtigungen, in wessen Interesse die jeweiligen Wissenschaftler agieren und welchen persönlichen Nutzen sie daraus ziehen.

Unser Rechercheteam hat die Debatten der vergangenen Jahre nachgezeichnet02 und die Punkte markiert, an denen man den ideologischen Charakter an der selektiven Ergebnisverwertung besonders deutlich nachvollziehen kann. Politik und Medien, so viel lässt sich sagen, spielen in diesem Prozess nicht immer eine besonders ruhmreiche Rolle. 

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