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So viele Unterstützer hat das Frauenvolksbegehren in Ihrer Gemeinde

Das Frauenvolksbegehren hat über 480.000 Unterstützer gewonnen. Dabei gibt es eine Stadt-Land-Kluft: Im urbanen Raum ist die Zustimmung doppelt so hoch wie im ländlichen. Wie viele Unterstützer gibt es in Ihrer Gemeinde?

Daten
11.03.2018

Wien-Neubau, Tschanigraben im Burgenland und Ottensheim in Oberösterreich. Der gemeinsame Nenner zwischen Wiens Trendbezirk, der zweitkleinsten Gemeinde Österreichs und der mittelgroßen Gemeinde nahe Linz: Das Frauenvolksbegehren fand in diesen Gemeinden jeweils sehr starke Zustimmung.

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7,6 Prozent

aller wahlberechtigten Österreicher haben das Frauenvolksbegehren bis zum Start der Eintragungswoche unterzeichnet.

Geografisch zeigen sich in den Daten des Innenministeriums deutliche Unterschiede. Je städtischer, desto höher die Zustimmung zum Frauenvolksbegehren.

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Wo die Zustimmung zum Frauenvolksbegehren am höchsten ist

In der Bundeshauptstadt Wien reicht die Bandbreite der Unterstützung von 23,2 Prozent in Neubau bis 7 Prozent in Simmering.

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Stadt-Land-Differenzen

Dieses Muster zeigte sich auch bei der Analyse der Unterstützungserklärungen für das Nichtraucherschutz-Volksbegehren. Im innerstädtischen Gebiet war die Bereitschaft zum Unterzeichnen der Volksbegehren höher. Wo die beiden Volksbegehren österreichweit ihre Basis haben, unterscheidet sich gravierend: Während bei der „Don’t Smoke“-Initiative nur ein schwaches Stadt-Land-Gefälle erkennbar ist, hat das Frauenvolksbegehren in urbanen Zentren wie Wien doppelt so viele Unterstützer mobilisiert wie in ländlichen Regionen.

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Wie kann es also zum starken Abschneiden von Tschanigraben im Burgenland (59 Einwohner) und Ottensheim kommen? Beide Gemeinden stehen wie Wien-Neubau politisch eher links der Mitte. Die burgenländische Kleinstgemeinde ist bei Nationalratswahlen eine SPÖ-Hochburg. 2017 haben zwei Drittel die Sozialdemokraten gewählt. Dazu kommt, dass es rasch zu hohen relativen Prozentanteilen kommt, wenn die Zahl der Wahlberechtigten (55) klein ist.

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Für eine oberösterreichische Gemeinde gibt es überdurchschnittlich viele Grün-Wähler.
Maria Hagenauer, Vizebürgermeisterin (ÖVP) von Ottensheim

In Ottensheim, wo 602 von 3.729 Wahlberechtigten bisher unterzeichneten (16,1 %), habe es keine besonderen Initiativen gegeben, wie Vizebürgermeisterin Maria Hagenauer vor Start der Eintragungswoche sagte. Aber: „Für eine oberösterreichische Gemeinde gibt es überdurchschnittlich viele Grün-Wähler.“ Bei der vergangenen Nationalratswahl waren es 9,8 Prozent (Oberösterreich 3,7 %). Und: Aufgrund von Aktionen zur Belebung des Stadtkerns – Ottensheim gilt hier als eine der Vorreiter-Gemeinden – sei die Bereitschaft, selbst politisch aktiv zu werden, womöglich höher.

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Damit stehen Tschanigraben und Ottensheim als ländliche Gemeinden der bundesweiten Tendenz entgegen.

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Heute wie vor 21 Jahren

Neu ist die stärkere Unterstützung für frauenpolitische Agenden in Städten im Vergleich zum ländlichen Raum nicht. Auch beim ersten Frauenvolksbegehren waren die Landeshauptstädte das Zentrum der Unterstützer.

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Stadt-Land-Typologie nach Kategorisierung der Statistik Austria. Auslandsösterreicher werden ihrem letzten Anknüpfungspunkt in Österreich zugerechnet. Unterzeichner per Bürgerkarte oder Handy-Signatur fließen an ihrem Hauptwohnsitz ein. Dasselbe gilt für Unterstützer, die an einem fremden Gemeindeamt unterschrieben haben.

Im April 1997 haben fast 650.000 Österreicher das erste Frauenvolksbegehren unterzeichnet. Wien und Graz waren damals mit einem Anteil von 15 Prozent aller Wahlberechtigten die Bezirke mit der höchsten Zustimmung. Auf die damals erreichte Zahl der Unterschriften fehlen dem aktuellen Volksbegehren etwa 170.000 Unterschriften. Die Stadt Innsbruck ist der einzige Bezirk, in dem das Frauenvolksbegehren geschafft hat, einen höheren Anteil der Wähler zu motivieren als 1997.   

Alle Rohdaten für diese Analyse finden Sie hier (Update 10.10.2018: Verlinkung auf das vorläufige Endergebnis. Zuvor waren hier nur Daten vom 8.3. verlinkt). Weiterverwendung unter Quellenangabe (Frauenvolksbegehren / Addendum). Den Code zur Analyse der Daten finden Sie hier. Bei Interesse zur Weiterverwendung der Vektorgrafiken wenden Sie sich bitte an diese Adresse.

Update 9.10.2018: Text und Grafiken wurden mit dem vorläufigen Endergebnis des Volksbegehrens aktualisiert.

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11.03.2018

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Gerald Gartner kuratiert, analysiert und visualisiert große Datenmengen zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen. Er lehrt an der Fachhochschule Wien. Davor war er für derStandard.at und NZZ.at in Wien tätig.

Markus „Fin“ Hametner
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Markus Hametner hat Informatik studiert, baut seit 2011 Brücken zwischen Technologie und Journalismus und beschäftigt sich seit 2014 als Datenjournalist mit internationalen Datenrecherchen und interaktiven Visualisierungsformen. In seiner Freizeit betreibt er als Mitgründer des Forum Informationsfreiheit die Plattform FragDenStaat.at und trägt erfolgreich Rechtsstreite mit Behörden aus, die Auskünfte verweigern.

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