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Österreich und die Holzmafia

Österreichische Holzfirmen sind Giganten in Rumänien. Dort liegen riesige Waldflächen und ein Großteil von Europas letzten Urwäldern. Dort agiert auch die Holz-Mafia. Sie schlägert illegal und schreckt selbst vor einem Mordversuch an einer Ministerin nicht zurück. Wir wollen wissen, welche Verantwortung die österreichischen Konzerne tragen.

Addendum Investigativ Podcast

Addendum-Reporter Christoph Lehermayr erzählt von seiner Reise in die rumänischen Wälder, der Vergiftung einer Ministerin und was die Holzmafia damit zu tun haben könnte, und der Bedeutung der österreichischen Holzfirmen. Jetzt anhören und den Podcast auf Spotify oder iTunes abonnieren:

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In der rumänischen Holzindustrie spielen drei österreichische Unternehmen eine entscheidende Rolle: die Unternehmensgruppe von Gerald Schweighofer, die international unter den Firmennamen Kronospan und Swiss Krono agierende Salzburger Familie Kaindl und die Tiroler Egger-Gruppe. Sie kooperieren eng, haben ihre Werke in unmittelbarer Nähe zum jeweils anderen angesiedelt und mit demselben Problem zu kämpfen: dass die Kapazitäten, auf die sie ihre Produktionsstätten ausgelegt haben, mit dem Holz, das in Rumänien auf legalem Weg eingeschlagen werden kann, nicht mehr ausgelastet werden können.

Es gibt nur zwei Wege, dieses Problem zu lösen: Holzimporte aus anderen Ländern wie Ukraine, Slowakei und Weißrussland – das bedeutet höhere Kosten –, oder illegal geschlagenes rumänisches Holz, dessen wahre Herkunft verschleiert wird. Letzteres bedingt und erfordert zumindest auf Umwegen die Kooperation mit illegalen Netzwerken an Holzlieferanten, die unmittelbare Beobachter der Situation als „Holzmafia“ bezeichnen. Vor allem die Schweighofer-Gruppe wurde in diesem Zusammenhang in den vergangenen Jahren mit schweren Vorwürfen und Ermittlungen konfrontiert, sie verlor auch das in der Branche weithin anerkannte FSC-Zertifikat, was den Absatz der in Rumänien hergestellten Holzprodukte zumindest nicht erleichtert.

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Die österreichischen Player waren auf dem rumänischen Holzmarkt zunächst durchaus willkommen, nicht zuletzt deshalb, weil die rumänische Politik kein großes Interesse daran hatte, einheimischen Großunternehmern mit politischen Interessen diesen Markt allein zu überlassen. Mit ein Grund dafür, dass die im Vergleich zu Österreich riesenhaft anmutenden Werke und Produktionsstätten unter Druck kamen, war das im Lauf der Jahre zunehmende Interesse am Thema Klimaschutz: Rumänien verfügte über einige der letzten großen zusammenhängenden Urwaldgebiete auf dem europäischen Kontinent, und die spielen beim Klimaschutz eine große Rolle, was die Aufmerksamkeit internationaler Organisationen für die rumänische Situation erhöhte.

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090 Holzmafia
26.06.2019 10 min
090 Holzmafia
26.06.2019 28 min

Unser Rechercheteam hat sich vor Ort mit Vertretern der österreichischen Unternehmen, mit Umweltaktivisten, Behördenvertretern und mit einem Whistleblower getroffen, um ein möglichst umfassendes Bild der Situation zu erheben. Dieses Bild erweckt nicht den Eindruck, als hätte die Schweighofer-Gruppe ihr nach der Zäsur der Ermittlungen der rumänischen Behörden und dem Verlust des FSC-Zertifikats abgegebenes Versprechen, für die Zukunft auf Nachhaltigkeit und Transparenz zu setzen, vollumfänglich halten können. Zugleich haben sich Kollegen mit den Firmenkonstruktionen der österreichischen Holzgiganten in Rumänien beschäftigt, die vor allem im Fall Kaindl durch Intransparenz gekennzeichnet ist: Stiftungen und andere Eigentumskonstruktionen in Malta, Zypern, Liechtenstein und anderen einschlägigen Destinationen.

Aber machen Sie sich selbst ein Bild. 

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Das Rechercheteam

Christoph Lehermayr
Investigative Recherche
Sebastian Reinhart
Team Investigative Recherche

Sebastian Reinhart hat Politikwissenschaft und Wirtschaftsrecht an der Universität Innsbruck studiert. Danach war er im Nationalrat als Referent für die Fachbereiche Finanzen, Budget, ESM und Europa verantwortlich. Seit dem Hypo-Untersuchungsausschuss sieht er Österreich mit anderen Augen.

Johannes Kaiser
Team Investigative Recherche

Johannes Kaiser studiert Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Neben dem Studium war er in einer Wiener Bankenrechtskanzlei tätig, bevor er ins Parlament wechselte. Dort arbeitete er als Analyst im HYPO-Untersuchungsausschuss und später im Finanz- und Budgetbereich. Addendum ist seine erste Station in der Medienbranche.

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