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Steirische Eichen aus ukrainischen Wäldern

Österreichische Parkett-Produzenten machen hohe Gewinne und preisen dabei Nachhaltigkeit und regionale Herkunft ihres Holzes. Doch eine Addendum-Recherche zieht diese Darstellung in Zweifel. Nachforschungen führen bis in die Ukraine und enden dort bei kriminellen Strukturen, Gewalt und dem Raubbau an der Natur.

01.12.2019

Addendum Investigativ Podcast

Am Anfang dieser Geschichte stand nur ein kleiner Hinweis, am Ende steht ein ganzes System. Was dazwischen geschah, erzählt der Podcast von Christoph Lehermayr, Rainer Fleckl, Elisabeth Woditschka, Philipp Pankraz und Sebastian Krause. Jetzt anhören und den Podcast auf Spotify oder iTunes abonnieren:

Artikel zum Anhören

Aus der Ukraine wird illegal geschlagenes Holz importiert. Daraus entsteht österreichisches Parkett. Eine umfassende Recherche führt zu verdeckt agierenden Firmen, vor die Villen korrupter Forstdirektoren und tief in eigentlich geschützte Eichenwälder.

  1. Parkett – ein österreichisches Erfolgsprodukt
  2. Razzia bei einem verdeckten Zulieferer
  3. Angriff auf eine Journalistin
  4. Das Scheitern der Holz-Gütesiegel
  5. Die Reaktion der Österreicher

Der Mann aus dem Osten Europas, der den entscheidenden Hinweis gibt, kneift die Augen zusammen. Er überlegt, ob er die nächsten Sätze aussprechen soll. Sie könnten eine Recherche beenden, bevor sie überhaupt erst begonnen hat. „Eines muss klar sein“, sagt der Informant dann schließlich doch, „dort, wo das Holz für das schöne Parkett herkommt, herrscht die Mafia. Diese Leute schrecken vor nichts zurück. Für die steht viel auf dem Spiel. Es geht um ein sehr gut gehütetes Geheimnis und am Ende auch um Millionen von Euro. Ihr müsst überlegen, ob ihr euch mit denen wirklich anlegen wollt.“

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Österreich ist Parkett-Großmacht

Das ist der Beginn einer langen Reise zu den Abgründen eines Produkts, das recht unspektakulär wirkt – und das eine umso erstaunlichere Geschichte in sich birgt. Sie handelt von Globalisierung, Gier und Gewalt, von rauen Mengen an illegalem Holz und von Gütesiegeln, die all das decken. Dabei ist Holzparkett ein Produkt, das beliebt ist, das Räumen eine wohlige, heimelige Atmosphäre verleiht, das einen grünen Fußabdruck hinterlässt – und mit dem sich Millionen verdienen lassen. Seit Jahren steigt die Nachfrage. Allein 2018 wuchs der Markt in Österreich um 4,6 Prozent auf 5,5 Millionen verkaufte Quadratmeter. Mit dieser Menge ließe sich Wiens gesamter erster Bezirk gleich zweimal komplett auslegen. Jedes Jahr, versteht sich.

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Von der edlen Landhausdiele bis zum feinen Fischgrät – in keinem anderen Land Europas (mit Ausnahme von Schweden) werden mehr Holzböden verlegt als in Österreich. Das nützt den heimischen Herstellern, die 2018 143 Millionen Euro Umsatz machten und sich zumeist über hohe Renditen freuen können. Auch weil sie nach Schweden und Polen der drittgrößte Exporteur Europas sind. Der Marktführer Weitzer betreibt eigene Schauräume in Deutschland – gut die Hälfte des produzierten Parketts wird beim großen Nachbarn abgesetzt. Beim Hersteller Scheucher gehen gar 75 Prozent des Parketts in den Export, und da vornehmlich auch nach Deutschland und in die Schweiz. So findet sich österreichisches Parkett selbst im Pariser Eiffelturm, wie Weitzer stolz anführt.

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Parkett von Weitzer findet sich auch im Pariser Eiffelturm

„Wir nutzen heimische Hölzer“

Blickt man in die Prospekte dieser Hersteller oder sucht deren Schauräume in größeren Städten auf, wird rasch klar, dass sie ihr „Made in Austria“-Image geschickt pflegen. Gern wird in Bildern und Videos der Waldreichtum der Steiermark gepriesen, in der die drei Großen der Branche beheimatet sind. „Wir nutzen heimische Hölzer und reduzieren Transportwege auf das Notwendigste“, verspricht in einem Werbevideo etwa die Firma Admonter, die im Eigentum des dortigen Benediktinerstifts und damit der katholischen Kirche steht. Die Botschaft klingt eindeutig: Steirische Eichen aus heimischen Wäldern ergeben edle Parkette. Der „sorgsame Umgang mit der Natur“ stehe dabei im Vordergrund, „Nachhaltigkeit ist garantiert“, wird Kunden besonders in Zeiten des Klimawandels versichert. So wirbt der Marktführer Weitzer Parkett damit, dass sein Holz von „glücklichen Bäumen“ aus „nachhaltiger Forstwirtschaft aus einem Umkreis von maximal 250 Kilometer“ käme. Die Eiche, welche mit etwa 80 Prozent der Verkäufe die beliebteste Holzart für Parkett ist, stamme „vorwiegend aus Österreich, Ungarn und Kroatien“, heißt es dazu konkret im Katalog. Die Parkette kosten, je nach Ausführung, zwischen 40 und 110 Euro pro Quadratmeter.

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Erstes Indiz: Die Importvolumina

Am Anfang dieser Geschichte steht nicht mehr als ein Hinweis. Ihm zufolge sollen große Mengen der Deckschicht des Parketts nicht aus Österreich oder besagten Nachbarländern stammen, sondern in Wirklichkeit aus der Ukraine kommen. Die 3,2 Millimeter dicke Deckschicht, auch Lamelle genannt, wird meist aus Eichenholz gefertigt und bildet den wertvollsten Teil eines Parkettbodens. Die darunter verwendete Trägerschicht ist aus weitaus billigerer Fichte und häufig ein Abfallprodukt der Holzverarbeitung. Die Lamelle ist jedoch der entscheidende Teil, der teure – der, auf dem wir stehen und gehen, der, den wir sehen.

Kann das also stimmen? Auf Anfrage von Addendum stellt die Statistik Austria Daten zu Importen aus der Ukraine zur Verfügung. Unter der Codenummer 4408 sind darin Furniere und Lamellen vermerkt. Die Zahlen sind eindeutig: Zwischen 2014 und 2018 verdoppelte sich deren Einfuhr aus der Ukraine auf zuletzt 11.300 Tonnen im Jahr.

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Ein Lkw im Morgennebel

Doch wie gelangen solche Mengen überhaupt nach Österreich? Ein Herbsttag im südsteirischen Ort Zehensdorf liefert eine erste mögliche Antwort. Dort hat am Rande eines Waldes die Scheucher Holzindustrie ihr Werk. Sie zählt neben Admonter, Weitzer und Parador zu den vier großen der Branche. Mit 200 Mitarbeitern machte Scheucher 2017 einen Umsatz von 52,7 Millionen Euro und bescherte der Eigentümerfamilie einen Gewinn von 10,7 Millionen. Eine potenzielle Erklärung für die hohe Marge bahnt sich nach Stunden des Wartens ihren Weg über eine schmale Landstraße: Es ist ein unscheinbarer fünfachsiger Lkw ohne jede Aufschrift auf den Planen. Beim Werkstor von Scheucher biegt er ab. Im letzten Morgennebel wartet er am Schranken auf Einlass. Im Inneren des Lkw ist Platz für bis zu zwanzig Tonnen Lamellen. Das Kennzeichen des Schwerfahrzeugs? Ein Rayon im Westen der Ukraine, weit über tausend Kilometer von Scheuchers Firmensitz entfernt.

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Ein aus der Ukraine kommender Lastwagen bei der Einfahrt zu Scheucher Parkett

Das Omen: Tayfun und Zunami

Weitere Addendum-Recherchen fördern erste Namen von ukrainischen Firmen zutage, die genau solche Lamellen anfertigen und die österreichische Parkettindustrie damit beliefern sollen. Zwei dieser Zulieferer heißen Tayfun und Zunami. Die Namen schienen wie ein Omen, denn ihr Auftreten glich einem Sturm, der viele Lieferanten vom Markt fegen sollte. Preislisten der ukrainischen Firmen, über die Addendum verfügt, zeigen nämlich, dass diese den Quadratmeter Lamelle um bis zu 50 Prozent unter dem in Mitteleuropa üblichen Preis anbieten; eine Differenz, die sich mit dem geringeren Lohnniveau in der Ukraine nicht hinreichend erklären lässt. Der niedrige Preis steht somit auch für ein Rätsel – er zeigt, worin der Reiz der Ukraine liegt, verbirgt aber noch die dahinterstehende Geschichte.

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Ein kriminelles Syndikat

Flug 6736 setzt auf der Piste im ukrainischen Lwiw auf. Die Stadt gilt als Zentrum im Westen des Landes und war bis 1918 unter dem Namen Lemberg die Hauptstadt Galiziens und damit Teil der k.u.k Monarchie. 60 Kilometer östlich davon führt eine von Schlaglöchern übersäte Straße in ein kleines Dorf.

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Die Produktionsstätte des Zulieferers Tayfun

Es muss derselbe Weg sein, den auch schwerbewaffnete Männer mit schwarzen Sturmhauben über ihren Gesichtern 2016 genommen haben. Es waren Fahnder des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU, die die Produktionsstätte des Lamellenproduzenten Tayfun stürmten. Der Zugriff auf den Lieferanten der Österreicher war Teil einer Razzia gegen ein kriminelles Syndikat, das großflächig und illegal Eichen- und Eschenholz schlug. Die Ermittler hatten herausgefunden, dass mehr als tausend Menschen Teil dieses Netzwerks waren, welches Strohmänner anheuerte und dutzende Scheinfirmen gründete, die zum Weiterverkauf des Holzes dienten. Die Baumstämme wurden nachts, damit es im Dorf keinem auffallen sollte, mit Lkw auch zu Tayfun gekarrt. Dort wiederum arbeiteten hunderte Menschen in drei Schichten, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche an einem Wunder – sie schufen aus illegal gefällten Bäumen legale Lamellen. Die Fahnder wurden bei der Razzia rasch fündig und stellten auf dem Werksgelände von Tayfun 3.918 Eichenstämme ohne Papiere und Zertifikate sicher. Allein der Schwarzmarktwert dieses Holzes belief sich auf 19 Millionen Griwna, umgerechnet fast 700.000 Euro.

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Ein einflussreicher Parlamentarier

Es ist ein sonniger Samstagnachmittag. In den Hallen, die Tayfun als Betriebsstätte angibt, wird gearbeitet. Menschen gehen ein und aus, ein Lkw fährt zum Tor. Ein Logo, ein Schild oder auch nur einen einzigen Hinweis, dass dies der Sitz von Tayfun ist, sucht man jedoch vergeblich. Nur im Dorf bestätigt jeder, dass es sich bei der scheinbar verdeckt tätigen Firma um den Lamellenproduzenten handelt. Aleksandra Gubytska ist zum ersten Mal hier und erstaunt darüber, dass Tayfun arbeitet, nach all dem, was sie in Gerichtsakten über die Firma gelesen hat. Sie ist Investigativjournalistin bei der Plattform „Naschi Groschi“ (Unser Geld) und recherchierte für die britische Umwelt-NGO Earthsight und Addendum, wie es nach besagter Razzia weitergegangen war. „Obwohl Tayfun nachweislich große Mengen illegalen Holzes bezogen hatte und Teile davon beschlagnahmt wurden, kam es zu keiner Anklage gegen die Firma. Sie reichten einfach Papiere nach und bekamen später sogar ihr Holz wieder zurück“, berichtet sie.

Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Eine Meldung gibt jedoch einen Hinweis. Das Portal real-vin.com berichtete damals von einem ominösen Mann, der noch während der Razzia aufgetaucht war und sich als gewählter Abgeordneter des ukrainischen Parlaments zu erkennen gab. Er versuchte, die Polizeiaktion zu stoppen, schüchterte die Beamten ein und drohte ihnen mit „Schwierigkeiten“. Die Journalistin Gubytska, die seit Jahren auch für die britische NGO Earthsight zu Korruption im Forstsektor recherchiert, kennt solche Fälle zur Genüge: „Mit Geld und Einfluss lassen sich in unserem Land leider die meisten Dinge recht rasch regeln, Ermittlungen abdrehen und ganze Verfahren einstellen.“

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„Mit Geld und Einfluss lassen sich in der Ukraine die meisten Dinge recht rasch regeln.“

Tayfun und der korrupte Forstdirektor

Gubytska ist eine, die mutig dagegenhält und doch wenig überrascht ist, dass Tayfun aktuell erneut Teil umfangreicher Ermittlungen ist. In Charkiw, weit im Osten der Ukraine, steht der dortige Forstdirektor Viktor Sisa unter Verdacht, über Jahre hinweg illegal in jenen Staatswäldern gerodet zu haben, die ihm zur Verwaltung unterstehen. Allein seit 2018 haben er und sein Clan dort Holz im Schwarzmarktwert von mehr als 3 Millionen Euro auf die Seite geschafft. Insidern zufolge sollen die Lagerdepots für das Holz gar dem aktuellen Innenminister der Ukraine, Arsen Awakow, zuzuordnen sein. Forstdirektor Sisa wurde in der Zwischenzeit jedenfalls festgenommen. Später erwischte man ihn, als er einem Sonderermittler 100.000 Dollar in bar dafür bot, sein Verfahren einzustellen. Bei den Kahlschlägen, die er zu verantworten hat, war eine Holzart besonders begehrt, weil sie am meisten Geld einbringt und im Ausland stark nachgefragt wird: die Eiche. Einer der Abnehmer des Mafia-Holzes: eben Tayfun – der geheime Zulieferer der vier großen österreichischen Parkettproduzenten.

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178 Lkw nach Österreich

Addendum gelangte in den Besitz von Zolldaten, die erstmals das Ausmaß der Verbindung zwischen Tayfun und seinen österreichischen Abnehmern offenlegen. In den Papieren sind alle Lieferungen zwischen Jänner 2018 und Mai 2019 vermerkt. Demnach bezogen die vier Großen der Branche Admonter, Parador, Scheucher und Weitzer in diesem Zeitraum 3.346.350 Kilogramm an Lamellen von Tayfun und bezahlten dafür 14.757.881 US-Dollar. 178 Lkw fuhren die über tausend Kilometer lange Strecke zwischen dem kleinen ukrainischen Dorf und den Standorten in der Steiermark und dem Burgenland.

Gerade als der Addendum-Fotograf das Tayfun-Werk mit der Kamera ins Visier nehmen will, stürmt ein schwarz gekleideter Mann vor die Firma. Er gestikuliert wild, spricht Drohungen aus und versucht, die Arbeit zu unterbinden. Später prescht eine silberfarbene Limousine vorbei, aus der Männer das Addendum-Team filmen.

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Angriff auf eine Journalistin

Wer annimmt, das alles sei bereits abgründig genug, irrt – es ist erst der Anfang. Gut 200 Kilometer weiter nördlich, in der Region Wolhynien, sitzt eine Frau im Auto, die weiß, was es bedeutet, angegriffen zu werden. Sie heißt Natalia Politschuk, ist TV-Reporterin beim lokalen Sender „Avers“ und eine couragierte Frau. Illegale Abholzungen großer Flächen sind in der waldreichen Region ganz im Nordwesten der Ukraine schon länger ein brisantes Thema.

„Die Menschen hier macht es traurig und zornig zugleich, wenn sie sehen, wie unsere Wälder immer kleiner werden, langsam verschwinden und ganz wenige dadurch immer reicher“, sagt sie. Auf der Straße kommen ihr Sattelschlepper voller Baumstämme entgegen, und immer schaut Politschuk, ob sie auf ihnen schwarze Plaketten entdeckt. Diese werden von den staatlichen Forstdirektionen nach dem Fällen auf die Stämme geklammert und sollen die Legalität belegen. „So entstand voriges Jahr die Idee für einen TV-Beitrag. Mein Kameramann und ich wollten bei den Firmen der Region nachsehen, ob sie auch nur legales Holz weiterverarbeiten.“ Das ging so lange gut, bis sie bei einem weiteren Zulieferer der Österreicher eintrafen – Zunami. Politschuk entdeckte auf deren Gelände hunderte Stämme ohne Legalitätsplaketten, ihr Kameramann begann zu drehen. Wenige Minuten später war er verschwunden.

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„Mein Kameramann und ich wurden bei Zunami geschlagen und mit einer Waffe bedroht.“

Sie berichtet, dass ein Mann brüllend auf sie zustürmte, sie am Arm packte, ihr den Handknöchel umdrehte, ihr Handy zu Boden warf und sie wegzerrte. Sie fand sich in einem versperrten Raum wieder, in dem sich auch ihr Kollege bereits befand. Er war zuvor geschlagen, seine Aufnahmen gelöscht und die Kamera zertrümmert worden. Die beiden Journalisten wurden in dem Zimmer festgehalten, ein weiterer Mann bedrohte sie dort mit einer Pistole. Als die Polizei eintraf, stellte sich heraus, dass es sich bei den Beamten um die Ex-Kollegen des Zunami-Sicherheitsmannes mit der Pistole handelte. Entsprechend widerwillig nahmen sie die Anzeigen der Journalisten auf. Besonders, als sie erkannten, was Natalia Politschuk erst viel später erfahren sollte – nämlich, dass ihr erster Angreifer nicht etwa ein außer Kontrolle geratener Security war, sondern Ruslan D. selbst, der Eigentümer von Zunami und Geschäftspartner der Österreicher.

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Zunami und die mächtigen Männer

„Ich habe ihn auf einem Foto wiedererkannt“, erklärt Politschuk heute, „er und sein Kompagnon sind sehr mächtige Männer hier.“ Der eine, Ruslan D., ist seit Jahrzehnten in der Forstwirtschaft aktiv, sitzt in entscheidenden Gremien und kennt alle relevanten Player in der staatlichen Forstverwaltung, welche 87 Prozent der Wälder in der Ukraine kontrolliert. Sein Partner wiederum unterstützte nach der Revolution auf dem Kiewer Maidan den ultranationalen und paramilitärisch organisierten „Rechten Sektor“, kandidierte selbst als Abgeordneter und forderte etwa die Todesstrafe für überführte Richter. So verwundert es kaum, dass auch in diesem Fall die Verfahren im Sand verliefen und eingestellt wurden. Für Politschuk ist das Fazit klar: „Wir haben entdeckt, was keiner sehen sollte, und sind jemandem gefährlich geworden, der das nicht duldet.“

Später meldet sich Zunami-Chef Ruslan D. selbst bei Addendum. Er beschreibt sich als langjähriger Kämpfer gegen die Korruption im Forstsektor. Sein Anliegen sei es, das Monopol der Staatsforste zu überwinden. Er sendet dazu von ihm angefertigte Studien und genau deswegen würden nun gewisse Oligarchen-Clans“ versuchen, ihn zu diskreditieren. Auch bei dem Angriff auf das TV-Team fühlt er sich missverstanden, wie seine Frau, die Deutsch spricht, in einem Telefonat erklärt. Das Holz sei sicher legal gewesen, meint sie, die Journalisten wären hingegen gar keine gewesen. Sie hätten „nicht richtig nachgesehen und ohne Lizenz auf unserem Gelände gefilmt“. Auch die Speicherkarten der Kamera seien nicht zerstört worden, um Beweismaterial zu vernichten, sagt sie und bemüht einen Vergleich: „Ich werde morgen zu Ihnen kommen, um in Ihrem Privatleben, in Ihrem Haus alles zu filmen. Ist das okay?“

Reporterin Politschuk jedenfalls steht erneut vor dem Tor von Zunami. Davor parken Lkw, deren Fahrer ihr nach einigem Zögern bestätigen, später voll beladen Firmen in Österreich anzusteuern. Seit dem Angriff auf die Journalisten hat Zunami einen Kredit über 3 Millionen Euro von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) erhalten, welche unter anderem von der EU-Kommission getragen wird. Das Geld dürfte auch in Sicherungsanlagen geflossen sein, denn Politschuk entdeckt nun überall neue Kameras und Tore. „Ist das normal“, fragt sie, „dass Journalisten angegriffen werden, wenn sie in einer Firma illegales Holz filmen und deren Chef später noch Geld von der EU bekommt?“

Wie lukrativ das Geschäft mit den Lamellen ist, beweist auch die private Residenz von Ruslan D. Mitten in einem Wald, wo sonst jedes Gebäude illegal ist, führt die neu asphaltierte Straße nach einem Schranken zu einer modernen Villa. Sie ist mit Kameras bestückt und von einem vier Meter hohen Zaun umgeben.

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Waffen, Briefkästen, baltische Banken

Für die vier österreichischen Parkettunternehmen ist Zunami ein noch wichtigerer Zulieferer als Tayfun. Addendum vorliegende Unterlagen belegen, dass in besagtem Zeitraum von Jänner 2018 bis Mai 2019 insgesamt 258 Lkw aus der Ukraine zu ihnen aufbrachen. Sie ließen sich 5.020.972 Kilogramm an Lamellen liefern und bezahlten dafür 21.184.585 US-Dollar.

Dieses Geld floss aber anscheinend nicht direkt in die Ukraine, sondern nahm einen Umweg über die „Geldwaschmaschine Lettland“, wie Die Presse das Bankensystem des baltischen Staates einmal unrühmlich nannte. Addendum verfügt über Belege, die zeigen, dass Zunami die dortige Rietumu Bank nutzt. Über diese wurde erst 2017 von der französischen Justiz eine Strafe von 80 Millionen Euro wegen Beihilfe zur Steuerflucht verhängt. Lettland ist noch nicht die Endstation dieses Finanzkarussells. Die liegt vielmehr in einem braunen Backsteinbau, der so aussieht, wie ihn ein Kind zeichnen würde. Eine Holztür, daneben links und rechts je ein Fenster, darüber ein Dach. Die Adresse? 44 Main Street, Douglas, South Lanarkshire, Schottland.

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Das Haus in dem verschlafenen Bergarbeiterstädtchen ist längst berüchtigt. Es liegt gegenüber des örtlichen Pubs und dient tausenden Scheinfirmen als Anschrift für dubiose Deals und arrivierte Steuerhinterziehung. Nach dutzenden Skandalen geriet die Adresse zuletzt wieder in die Schlagzeilen, als ukrainische Schmiergeldzahlungen für Waffenlieferungen in den Nahen Osten die Umleitung über die 44 Main Street nahmen. Den Österreichern sowie den Eigentümern von Zunami könnte die Adresse durchaus bekannt sein, da dort eine Briefkastenfirma der Ukrainer namens Daytime Investments L.P. registriert ist. Sie dient der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Doch wie sagte Zunami-Chef Ruslan D. vor gut drei Jahren in einer wohlwollenden ukrainischen TV-Doku über die Abgründe im Holzgeschäft: „Lerne, das Gesetz zu respektieren. Und fang bei dir selbst an.“

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Eine Villa für 700 Euro

Auf der Fahrt zurück nach Lemberg empfiehlt sich ein kleiner Umweg. Er führt in ein elegantes Vorstadtviertel, in dem sich prächtige Villen aneinanderreihen. Eine, die aussieht, als stünde sie nicht im Westen der Ukraine, sondern irgendwo in den Südstaaten der USA, erweckt Aufmerksamkeit. Das Anwesen ist auf die Frau des Forstdirektors des Lemberger Gebiets gemeldet. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ihr Mann offiziell maximal 700 Euro im Monat verdient. Familienangehörige werden von Staatsdienern gern dafür herangezogen, Eigentum zu verschleiern. Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International belegt die Ukraine Platz 120 von 180 untersuchten Staaten – sie gilt damit nach Russland als das korrupteste Land in Europa.

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In dieser Villa lebt Lembergs Forstdirektor.

40 Prozent illegales Holz in die EU

Ein Wald in den Ausläufern der Karpaten, der zum Gebiet des feudal residierenden Forstdirektors zählt, von dem auch Zunami Holz bezieht, wird zur letzten Station der Reise. Die Fahrt dorthin führt durch Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Scharen von Gänsen watscheln an geduckten Holzhäusern vorbei, während alte Ladas zwischen Schlaglöchern einen Weg vorwärts suchen. Vom Straßenrand zweigen Wege in den Wald ab, der zumeist aus alten Eichen besteht und als Naturreservat geschützt ist.

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Yehor Hrynyk, ein junger Biologe, marschiert voran. Er zeigt seltene Pilze, spricht von bedrohten Tierarten und meint damit ein ganzes Ökosystem, das in Gefahr ist. Umweltschützer wie er führen einen verzweifelten Kampf, solange der Westen wichtigster Abnehmer für illegales Holz aus der Ukraine bleibt. Die britische NGO Earthsight hat in einem Aufsehen erregenden Report dargelegt, dass das meiste in die EU importierte illegale Holz nicht etwa aus den Tropen, sondern aus der Ukraine stammt. 70 Prozent des dort gefällten Holzes im Wert von mehr als einer Milliarde Euro gehen jährlich in die EU. 40 Prozent davon dürften illegal geerntet oder gehandelt worden sein.

Wie dies besonders österreichische Holzgiganten im Nachbarland Rumänien für sich zu nutzen wissen, stellte Addendum bereits ausführlich dar01. „Österreich spielt in der EU eine entscheidende Rolle als Abnehmer von ukrainischem Holz“, sagt auch Tara Ganesh, die für Earthsight seit drei Jahren zu illegalen Praktiken in der Ukraine recherchiert. „Diese mächtige österreichische Holzlobby sollte ihr Gewicht nützen, um sinnvolle Reformen des Forstsektors und der Zertifikate für Nachhaltigkeit in der Ukraine anzustoßen. Stattdessen belegt der nun von Addendum aufgedeckte Fall der Parketthersteller jedoch, dass auch diese Firmen weitermachen wie bisher, um ungehindert an billiges ukrainisches Holz zu gelangen.“

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Geschützter Eichenwald im Naturreservat in der Westukraine

Holzfäller im Naturschutzgebiet

Den Recherchen über die Zulieferfirmen fügt Yehor Hrynyk das größere Bild hinzu. „Dort, hört ihr sie?“, fragt der Biologe plötzlich, hält an und legt den Zeigefinger auf die Lippen. „Sie dürften dort drüben sein“, flüstert er nun. Laub raschelt. Er deutet nach rechts, von wo leise Motorsägen zu hören sind. Er folgt dem Geräusch und stößt bald auf dicke Furchen von Lastwägen, die sich einen Weg durch die Wildnis geschlagen haben. Gefällte Baumriesen tauchen auf, zwei Männer zersägen sie, ein dritter hievt mit einem Greifarm die Stämme auf den Lastwagen. Rasch rottet sich eine Gruppe Holzfäller zusammen. Erst mustern sie Hrynyk, kommen dann aber mit ihm ins Gespräch.

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„Es ist genau das, was ich zeigen wollte“, wird er später sagen, „wir sehen hier Holzeinschlag mitten in einem Naturreservat, wo wertvolle Eichen gefällt werden. Das wäre natürlich illegal, geschieht aber unter dem Vorwand, dass es sich um Sanitärhiebe handelt. Die Bäume werden aus fadenscheinigen Gründen als krank kategorisiert und umgeschnitten, dann aber auf manipulierten Auktionen als gesund und teuer verkauft, weil ja Papiere vorhanden sind.“ Da der Druck immens ist, mehr Holz aus den Wäldern zu holen, um die Nachfrage aus dem Westen zu stillen, reicht der kommerzielle Einschlag allein nicht mehr aus. Die von Korruption zerfressenen Staatsforste fällten durch solche Sanitärhiebe zuletzt 12,4 Millionen Kubikmeter Holz, während der reguläre Einschlag nur 9,4 Millionen ausmachte – die Ausnahme ist somit zur Regel geworden, der Sanitärfall zur Normalität. „Das ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, mit denen staatliche Forstbetriebe die Regeln umgehen und sich deren bestochene Chefs bereichern“, erklärt Hrynyk: „So gelangen Zulieferer zu Holz weit unter dem Marktpreis. Verstöße nachzuweisen fällt enorm schwer, Kontrollen sind selten, Strafen niedrig.“

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Das Versagen des FSC-Gütesiegels

Es gibt somit drei Arten von Holz in der Ukraine: das legale, das illegale und das legalisierte. Letzterem verhelfen ein korruptes System, massive gesetzliche Schlupflöcher und mangelnde Kontrollen zu Papieren. Auch das System mit den Legalitätsplaketten auf den Baumstämmen gibt selten hinreichende Sicherheit. Gut also, dass ein weltweit anerkanntes Gütesiegel existiert, welches auch in der Ukraine von sich behauptet, legale und nachhaltige Forstwirtschaft zu garantieren: FSC, das Forest Stewardship Council. Dieses verspricht, zertifizierte Betriebe einmal im Jahr zu kontrollieren, dabei Dokumente zu prüfen und Inspektionen in Wäldern vorzunehmen.

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In der Praxis jedoch scheitert dieses System in der Ukraine signifikant. Earthsight kritisiert, dass bei den im Vorhinein angekündigten FSC-Inspektionen zwar das Vorhandensein geeigneter Arbeitshosen für Holzfäller und das Ausliegen der Forstgesetze in ihrer aktuellen Fassung vorbildlich kontrolliert würden, Fälle großangelegter Korruption aber völlig übersehen blieben. Misstrauen erweckt auch, dass die Mehrzahl der regionalen Staatsforstbetriebe und somit der Großteil der ukrainischen Wälder FSC-zertifiziert ist. Diese behalten ihr Gütesiegel selbst bei Korruptionsermittlungen. Und für den Fall, dass sie es doch einmal verlieren sollten, lässt es sich binnen kurzer Zeit neu beantragen. Das FSC-System mag daher zwar im Westen ein taugliches Instrument sein, scheint aber auf die ausufernde Korruption in der Ukraine keineswegs ausgelegt, sodass es Earthsight zufolge nicht in der Lage ist, „das Risiko illegaler Holz-Importe effektiv zu reduzieren“.

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Umweltwissenschaftler Petro Tiestov vor kahlgeschlagenen Waldflächen

Der Biologe Yehor Hrynyk und sein Freund, der Umweltwissenschaftler Petro Tiestov, sind gegenüber dem Gütesiegel mehr als misstrauisch. Tiestov hat ganze Ordner mit Fällen gefüllt, in denen FSC seiner Verantwortung nicht gerecht wurde. Da aber die österreichischen Parketthersteller sich ihrer FSC-Zertifikate rühmen und auch deren verdeckte Zulieferer Tayfun und Zunami über solche verfügen, hat Tiestov sich diese genauer angesehen. Rasch fand er bei jenen regionalen Staatsforstbetrieben, die Zunami beliefern, Verstöße gegen FSC-Standards. Sie reichen von Rodungen in Schutzgebieten ohne Genehmigung über illegal ausgestellte Papiere für Fällungen bis hin zu verbotenen Sanitärhieben in der Ruhezeit der Tiere. „Es ist symptomatisch, dass bei FSC-Kontrollen dann aber nur jene Zulieferer von Zunami ausgesucht wurden, bei denen es keine Probleme gab“, sagt Tiestov. Das mag auch daran liegen, dass Zunami-Boss Ruslan D. in dem Gremium sitzt, das die FSC-Standards festlegt.

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436 Lkw Holz aus dem Hochrisikoland

Massen an illegalem Holz in einem von Korruption zerfressenen System, welches Wälder vernichtet und Ökosysteme nachhaltig zerstört, in dem kriminelle Kartelle agieren und Drohungen und Gewalt Alltag sind – die Recherchen zu den ukrainischen Zulieferern der Österreicher zeigen ein bedrückendes Bild. Zum Vorschein kommt ein System, das wie das Gegenteil dessen wirkt, was Firmen hierzulande anpreisen. Mit kurzen Transportwegen, sorgsamen Umgang mit der Natur und Nachhaltigkeit hat all das wenig gemein.

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Dabei ist das Gesamtausmaß der Lieferungen enorm. Die vier Hersteller Admonter, Scheucher, Parador und Weitzer bezogen zwischen Jänner 2018 und Mai 2019 allein von Tayfun und Zunami 8.300 Tonnen an Lamellen im Gesamtwert von 35,9 Millionen US-Dollar. Insgesamt 436 Lkw brachten das Holz nach Österreich. Doch die Ukraine-Connection könnte noch weitaus umfangreicher sein. Denn die Daten der Statistik Austria zeigen, dass die importierte Gesamtmenge größer ausfällt. Und Addendum verfolgte bislang nur die Spur zu den beiden wichtigsten Lieferanten.

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Lkw vor dem Zulieferer Zunami – die Fahrer gaben Österreich als ihr Ziel an.

Gesetzesbruch: Illegaler Holzimport

Das alles geschieht jedoch nicht im rechtsfreien Raum. Seit dem Jahr 2013 gilt die sogenannte Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR), welche den Import illegalen Holzes in die EU verhindern soll und die in allen EU-Mitgliedstaaten bindend ist. In den Umsetzungsdokumenten klassifiziert die EU-Kommission die Ukraine als „Hochrisikoland“ für Holzimporte und weist gerade bei Eichen explizit auf eine „besonders hohe Gefährdung“ hin. „Die EUTR schreibt daher vor, dass Erst-Importeure, also in diesem Fall die österreichischen Parkettfirmen, alle Maßnahmen ergreifen müssen, um mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen zu können, dass sie illegales Holz beziehen“, erklärt Johannes Zahnen vom WWF, der sich seit Jahren intensiv mit dem Gesetz beschäftigt. „Die EUTR sagt eindeutig, dass in einem Hochrisikoland wie der Ukraine dazu staatliche Dokumente oder freiwillige Zertifizierungen wie FSC nicht ausreichen, sondern die Firmen darüber hinaus weitere Recherchen anstellen müssen.“ Er ortet somit einen klaren Verstoß gegen die EUTR.

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Illegal abgeholzte Waldflächen in der Ukraine

Trefferquote: Sieben von acht

Zuständig für die Kontrolle der Importeure ist das österreichische Bundesamt für Wald, das dem Umweltministerium untersteht. Auf Anfrage von Addendum teilt man dort die Bewertung der Ukraine als „Hochrisikoland“. Vier Mitarbeiter seien für EUTR-Kontrollen zuständig, bei denen bewusst „ein Kontrollschwerpunkt auf Holzimporte aus der Ukraine“ gesetzt werde. Seit Inkrafttreten der EUTR kam es jedoch erst zu acht solcher Ukraine-Checks bei österreichischen Parkett-Produzenten und Importeuren von Rohmaterial. Von diesen acht wurden gleich sieben wegen Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht angezeigt. Um welche es sich handelt, teilt das Bundesamt aus Datenschutzgründen nicht mit.

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Holzfäller bei der Arbeit im Naturschutzgebiet

Für Experte Johannes Zahnen ist diese Trefferquote ein weiterer Beleg dafür, dass es „bei der Umsetzung der EUTR massiven Nachholbedarf gibt. Kontrollen finden zu selten statt, und auch die vom Gesetz eingeforderten abschreckenden Strafen sind viel zu gering“, kritisiert Zahnen, der als Gegenbeispiel die USA anführt. „Dort gilt ein ähnliches Gesetz, und erst kürzlich wurde der größte Parketthersteller Amerikas zu 13,5 Millionen Dollar Strafe verurteilt. Er hatte vorgegeben, für sein Parkett Eiche aus Europa zu importieren. In Wirklichkeit war das Holz aber illegal und stammte aus Russlands fernem Osten.“

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Wie die Firmen auf die Vorwürfe reagieren

Die vier österreichischen Parkett-Hersteller reagieren ganz unterschiedlich, als sie Addendum mit den Recherche-Ergebnissen konfrontiert.

Weitzer Parkett

Als einzige der vier Firmen stimmt Weitzer Parkett einem persönlichen Gespräch zu. Darin bestätigt Geschäftsführer Josef Stoppacher die Lieferung von Lamellen durch insgesamt vier Firmen aus der Ukraine. Dass das Land in den Prospekten nicht auftaucht, sei aber „sicher keine bösartige Täuschung des Kunden“, sondern man habe es weggelassen, weil „die Ukraine keines unserer Hauptlieferländer ist“ und Botschaften gerade in der Werbung „kurz und knackig“ sein müssten. Man decke „um die 15 Prozent des Eichenparketts mit der Ukraine ab“. Die von Addendum recherchierten Zahlen zeigen, dass Weitzer mit 60 Lkw-Lieferungen im Vergleich tatsächlich die kleinste Menge von Tayfun und Zunami abnimmt. In einer Branche, in der jeder jeden kennt, lassen sich so auch rasch Schlüsse ziehen. „Es gibt in Österreich einen Mitbewerber, die beziehen, schätze ich mal, 90 Prozent aus der Ukraine“, sagt daher Technik-Chef Martin Karner. Als Addendum die Weitzer-Führung mit den Vorfällen bei ihren Zulieferern Tayfun und Zunami konfrontiert, ist diese sichtlich schockiert. „Wir hatten davon keinerlei Kenntnis. Die Vorkommnisse sind absolut verwerflich, und wir werden dem nachgehen und Prüfungen einleiten“, verspricht Geschäftsführer Stoppacher. In einer späteren schriftlichen Stellungnahme bedankt sich Weitzer, von Addendum über die besagten Vorwürfe informiert worden zu sein, und legt detailliert dar, welche Konsequenzen sie daraus ziehen.

Parador

Gleiches gelobt auch der Hersteller Parador, der am Standort Güssing produziert und im Eigentum einer indischen Gruppe steht. Man habe „aktuell zehn bis 15 Lieferanten aus der Ukraine, die auftragsabhängig für uns tätig sind“, heißt es, auch Tayfun und Zunami würden dazu zählen. Die Gesamt-Importmenge aus der Ukraine will die Firma nicht bekannt geben. Doch sie dürfte mit dieser Zahl an Zulieferern wohl klar über jenen 77 Lkw-Ladungen liegen, die die Addendum-Recherchen für den erwähnten Zeitraum zeigen. Dass das FSC-Zertifikat laut EUTR nicht ausreiche, um den Import von illegalem Holz aus der Ukraine zu verhindern, sei Parador nicht bekannt gewesen. Ebensowenig die Erkenntnisse zu den Hintergründen der Zulieferer. Von „derartigen Geschäftspraktiken distanziert sich Parador ausdrücklich und versichert, dass wir diese in keiner Form gutheißen oder unterstützen“, man würde Prüfungen veranlassen und gegebenenfalls auch „eine Suspendierung einleiten“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Admonter

Im Gegensatz dazu gehen die Hersteller Admonter und Scheucher in ihren Stellungnahmen auf die Vorkommnisse bei den Zulieferern Tayfun und Zunami erst gar nicht ein. Admonter vermeidet es in seinem gesamten Statement, das Wort Ukraine überhaupt zu verwenden. Stattdessen verweist man auf Zertifizierungssysteme wie FSC und PEFC. Diese würden garantieren, dass „Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz aus aktiv, nachhaltig und klimafit bewirtschafteten Wäldern stammen“, sodass die Firma „auf die Korrektheit der externen Zertifizierung vorgelagerter Stellen vertrauen können muss“. Angaben zur Zahl seiner ukrainischen Zulieferer und der von dort bezogenen Mengen macht die Firma Admonter keine. Daher lässt sich nicht sagen, ob und wie viel Holz aus der Ukraine Admonter noch neben den von Addendum dokumentierten 100 Lkw-Ladungen bezogen hat. Wenn das Unternehmen sagt, dass „70 Prozent seines Holzeinsatzes aus Österreich stammt“, dann dürfte in diese Kalkulation auch das weitaus günstigere Fichtenholz einfließen, welches als Trägermaterial für das Parkett verwendet wird. Denn wie viel Prozent seines Eichenholzes Admonter aus der Ukraine bezieht, sagt das Unternehmen in seiner Stellungnahme nicht.

Scheucher

Die Firma Scheucher behauptet in ihrer Stellungnahme wiederum „85 Prozent des verarbeiteten Holzes aus der EU“ zu beziehen, „der größte Teil davon stammt aus Österreich“. Wie sich dieser Prozentanteil trotz derart großer Importmengen aus dem Nicht-EU-Land Ukraine ergibt, wird nicht nachvollziehbar. Denn die Addendum vorliegenden Zahlen zeigen, dass Scheucher mit 199 Lkw-Ladungen Lamellen der mit Abstand größte Abnehmer von Tayfun und Zunami unter den vier Herstellern ist. Scheucher bestätigt, dass ihnen diese beiden Firmen bekannt sind und verweist, wie auch schon die anderen Hersteller, auf die Nachhaltigkeitszertifikate und kürzlich stattgefundene Überprüfungen. „Zur Situation in der ukrainischen Forstwirtschaft können wir wegen fehlendem Detailwissen leider keine seriöse Antwort geben“, heißt es in dem Statement abschließend. 

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01.12.2019

Statement Weitzer

Hinsichtlich der von Ihnen geschilderten Vorfälle der Körperverletzung an einer Journalistin und des Kameramanns durch Sicherheitskräfte am Gelände der Fa. Zunami bzw. des Verfahrens des Geschäftsführers der Fa. Taifun wegen illegalem Einschlags, betonen wir hiermit ausdrücklich, diese in keiner Weise zu tolerieren. Wir hatten darüber keine Kenntnis. Wir haben daraufhin umgehend nach unserem Termin am Freitag beide Firmen schriftlich mit den Vorwürfen konfrontiert. Wir haben großes Interesse daran, Klarheit in dieser Sache zu erlangen, um die weitere geschäftliche Beziehung zu den Unternehmen neu bewerten zu können. Treffen zur Klärung der Sachlage werden mit beiden Unternehmen ehestmöglich stattfinden. Können Sie uns weiterführendes öffentlich zugängliches Material liefern, das Ihre Aussagen untermauert? Das wäre für die Vorbereitung sehr hilfreich.

Folgende Schritte sind dazu bereits eingeleitet:

  •  Persönlicher Termin mit beiden Lieferanten, um die vorgebrachten Behauptungen zu verifizieren und mögliche Konsequenzen aus Sicht von Weitzer Parkett zu ziehen.
  • Parallel dazu prüfen wir den Einsatz von einem externen Audit betreffend einer Lieferantenevaluierung.
  • Mit FSC wird ein Termin stattfinden, um das Thema der Glaubwürdigkeit des Zertifikats aus ukrainischen Quellen zu besprechen.

Zu Ihrer Aussage des illegalen Einschlags und dem Bezug dieser Ware durch Weitzer Parkett:

Weitzer Parkett importiert vorgefertigte Holzelemente (Dielen, Friesen, Decklamellen etc.) vorwiegend aus den Ländern Ungarn und Kroatien. Um Versorgungsengpässe für die Hauptlieferungen aus Kroatien und Ungarn abzufedern, bedienen wir uns ebenfalls Lieferanten außerhalb dieser Länder. Nach Ihren Aussagen sind 60 % der verfügbaren Produkte in der Ukraine aus legalem Einschlag. Selbstverständlich ist es unser Anliegen unsere Lieferungen zu 100 % genau aus diesen legalen Beständen zu beziehen. Dazu bedienen wir uns folgender Risikominimierungsmaßnahmen nach gesetzlicher Vorgabe der EU und von Österreich:

  • Wie Sie wissen, werden hierzu Einzel-Stamm-Daten und Dokumente zum Nachweis der Herkunft verwendet, welche nach geltenden Regeln nach EUTR bei uns geprüft und verarbeitet werden.
  • Auch richtig ist, dass die FSC-Richtlinien für uns keinen Schlägerungsnachweis darstellen. Wir nehmen auch jährliche Kontrollbesuche im Rahmen unserer Möglichkeiten als mittelständischer Betrieb wahr.

Wir kaufen ausschließlich bei großen Zulieferern, die grundsätzlich in der Lage sind ihre Lieferkette abzubilden und nachzuweisen. Deshalb kaufen wir prinzipiell keine Spot- Angebote bei „Straßenauktionen“ oder dubiosen Händlern.Wir stellen klar, dass wir primär aufgrund der Versorgungssicherheit und Spitzenabdeckung in der Ukraine einkaufen und nicht aufgrund von Kostenvorteilen.

Weitzer Parkett ist eines der wenigen Unternehmen in Europa, das die gesamte Wertschöpfungskette vom Baum bis zum fertigen Parkett noch selbst bedient. Die bei den Konsumenten steigende Nachfrage nach Eichenparkett erfordert geänderte Maßnahmen, um die Rohstoffversorgung sicherzustellen und unsere Produktionsstandorte bzw. den Unternehmenssitz in Österreich langfristig abzusichern. Weitzer Parkett setzt seit jeher in seiner strategischen Ausrichtung auf einen direkten Rohstoffzugang hauptsächlich aus Österreich, Ungarn und Kroatien. Ein Ergebnis daraus ist der bereits in Bau befindliche Produktionsstandort im kroatischen Turopolje, der Anfang 2020 in Betrieb gehen wird. Unser Sägewerk im ungarischen Gyekenyes, das wir seit 2004 betreiben, dient ebenfalls diesem Zweck.

Ihr Hinweis, beim Konsument könnte der Eindruck entstehen, dass wir ausschließlich Hölzer aus der Steiermark verwenden, nehmen wir konstruktiv mit. Die verarbeitete Menge an Eiche ist in steirischen Wäldern nachhaltig nicht verfügbar. Deswegen sprechen wir bei unserenWerksführungen, Produktschulungen, in unseren Broschüren von „dem Großteil unserer Mengen aus 250 km Umkreis von Weiz“.

Feedback haben wir bereits zum Anlass genommen, auf unserer Website eine Darstellung von der Herkunft der Hölzer transparent zu machen.

Wir bedanken uns bereits vorweg für weiterführende Unterlagen von Ihnen, die uns aktiv bei unserer Lieferantenbeurteilung und Lieferantenentwicklung helfen. Soweit wir wissen, sind unsere Lieferanten auch an einem Gespräch mit Ihnen interessiert. Wir würden empfehlen, direkt mit den Unternehmen Kontakt aufzunehmen.

Wir möchten Ihnen abschließend nochmals unseren Dank aussprechen, uns über die besagten Vorwürfe informiert zu haben. Nur so ist es möglich, Prozesse zu verbessern und sich fortwährend kritisch zu hinterfragen um für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. Konsumentinnen und Konsumenten das bestmögliche Resultat zu erzielen. Für einen weiterführenden Austausch stehen wir Ihnen zur Verfügung.

 

Statement Parador

Als traditionell holzverarbeitendes Unternehmen ist der nachhaltige Umgang mit Rohstoffen integraler Bestandteil unseres unternehmerischen Wertekanons. Aus diesem Grund setzen wir in der Produktion an unseren Standorten in Coesfeld und Güssing ausschließlich geprüfte und überwiegend zertifizierte Materialien zur Herstellung unserer Produkte ein. Beide Standorte sind nach den Systemen FSC und PEFC zertifiziert.

Damit sowie mit der EUTR verbunden besteht für uns eine Sorgfaltspflicht zur legalen Herkunft der von uns genutzten Holzrohstoffe. Um dies sicherzustellen, haben wir ein internes Due Dilligence System implementiert, über das wir neue Lieferanten qualifizieren und bestehende Lieferanten auf jährlicher Basis kontrollieren.

Wir überprüfen u.a. regelmäßig den Zertifizierungsstatus unserer Lieferanten auf den FSC- und PEFC-datenbanken und lassen uns entsprechende Nachweise zur Lieferkette von Hölzern vorlegen. Über die regelmäßige jährliche Überwachung durch akkreditierte Zertifizierungsgesellschaften stellen wir sicher, dass dieser wichtige Prozess der Qualitätssicherung nachhaltig gewährleistet ist. So garantieren wir, dass die von uns verwendeten Rohstoffe unseren hohen Standards entsprechen.

Das Eichenholz für unsere Bodenprodukte stammt aus verschiedenen europäischen Ländern. Im Detail können Sie dies der „Deklaration der Holzherkunft“ entnehmen, die wir als Download auf unserer Website öffentlich zur Verfügung stellen. Unter anderem beziehen wir auch Holz aus ukrainischen Quellen. Aktuell haben wir 10 bis 15 Lieferanten aus der Ukraine über den oben beschriebenen Prozess qualifiziert, die nicht permanent, sondern auftragsabhängig für uns tätig sind. Der größte Teil der Rohstoffe (<70%), die wir für die Produktion unserer Parkettböden im österreichischen Güssing verwenden, stammt aus standortnahen Quellen. Der Standort im Burgenland bietet für uns im Hinblick auf die Nähe zu den wichtigsten Herkunftsländern, aus denen wir Hölzer beziehen, einen klaren Vorteil und sichert uns vergleichsweise kurze Transportwege.

Um sicherzustellen, dass bei uns nur Rohstoffe aus legalen Quellen verwendet werden, beziehen wir unsere Materialien, wie bereits oben dargelegt, ausschließlich über Lieferanten, die entsprechend unseres Due Diligence Systems qualifiziert sind und ihre gesamte Lieferkette transparent darlegen können. Uns ist selbstverständlich bewusst, dass die Ukraine zu den Ländern mit einem erhöhen Risiko zählt. Durch unsere umfangreichen Kontrollsysteme, die ebenfalls regelmäßig im Zuge unserer jährlichen FSC- und PEFC-Überwachungsaudits von unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften als vorzeigbar gelobt und bestätigt wurden, sowie durch unsere hohe Sorgfaltspflicht stellen wir sicher, dass unsere Beschaffungsrichtlinien eingehalten werden.

Dass es zur EUTR ausführende Dokumente gibt, die eine FSC-Zertifizierung bei Holz aus der Ukraine als nicht ausreichend einstufen, war uns bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen können, um diese bei der Bewertung der Situation hinzuziehen zu können.

Auch die Firmen PE Tayfun Plus sowie Zunami gehören zu unserem Lieferanten-Portfolio. Die Firma Daytime Investments war als Unternehmung von Zunami bis März vergangenen Jahres unser Vertragspartner, an dem wir entsprechend ordnungsgemäß unsere Zahlungen getätigt haben. Dies wurde bei Wirtschaftsprüfungen nicht beanstandet, so dass wir an dieser Stelle keinerlei Veranlassung für Zweifel an der Rechtmäßigkeit haben.

Die von Ihnen dargestellten Vorwürfe waren uns bislang nicht bekannt. Wir distanzieren uns aber ausdrücklich an dieser Stelle von derartigen Geschäftspraktiken und versichern, dass wir diese in keiner Form gutheißen oder unterstützen, da diese außerhalb unserer unternehmerischen Werte liegen. Wir werden die von Ihnen beschriebenen Vorwürfe zum Anlass nehmen, um die Firmen einem erneuten Audit zu unterziehen. Dies ist ein in unserem Kontrollprozess üblicher Schritt, um Unregelmäßigkeiten in der Zusammenarbeit oder Hinweisen durch Dritte direkt nachzugehen und gegebenenfalls Folgeschritte wie eine Suspendierung einzuleiten.

Statement Admonter

Wir sind uns unserer Verantwortung bei der Rohmaterialbeschaffung bewusst, deshalb verzichten wir auch seit jeher auf Tropenholz. Circa 70% unseres Holzeinsatzes stammt aus Österreich, der Rest aus europäischen Wäldern. Für unseren Holzeinkauf setzen wir auf Zertifizierungssysteme durch dritte Stellen (PEFC / FSC). Wie Sie im Zuge Ihrer Recherchen sicher festgestellt haben, garantiert das PEFC-System, dass Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz, (d.h. vom Wald bis zum endgefertigten Produkt im Regal) aus aktiv, nachhaltig und klimafit bewirtschafteten Wäldern stammen.Teil dieses Systems ist es, dass man als nachgeschalteter Akteur in der Wertschöpfungskette, auf die Korrektheit der externen Zertifizierung seiner vorgelagerten Stellen vertrauen können muss. Von PEFC werden wir jährlich auditiert, und im heurigen Jahr hatten wir auch bereits 2 Stichprobenuntersuchungen des Bundesamts für Wald im Rahmen der EUTR. Hier wird die Rohstoffherkunft vom Wald über Fällungsgenehmigung bis zum Transport überprüft und es gab keine Beanstandungen. Zusätzlich lassen wir auch selbst über Zertifizierungsstellen externe Audits bei Zuliefererfirmen durchführen. Uns erscheint ein System wie PEFC aktuell als die zielführendste Möglichkeit, um im großen Umfang die Nachhaltigkeit unserer Rohstoffe sicherzustellen.

Statement Scheucher

Der guten Ordnung halber möchten wir vorab festhalten dass die Scheucher GmbH rund 85% des verarbeiteten Holzes zur Herstellung von Parkett, Stiegen usw. aus der EU bezieht. Der größte Teil davon stammt aus Österreich.  Die restlichen rund 15% werden aus nicht EU Ländern (Osteuropa, Übersee usw.) bezogen. Produziert wird ausschließlich am Firmenstandort Mettersdorf in der Steiermark. Der Exportanteil beträgt rund 75%. Zu Ihrer speziellen Recherche Eichenholz. In Österreich ist quantitativ aber auch qualitativ kaum Eiche für unseren Bedarf zu bekommen. Den Bedarf an Eichenholz decken wir daher vorwiegend aus Kroatien, Ungarn, Bosnien, Slowakei und der Ukraine. Die von Ihnen genannten Zulieferer Zunami und Taifun aus der Ukraine sind uns bekannt. Aus Wettbewerbsgründen bitten wir um Verständnis das wir keine Zahlen (kg, m³ usw.) öffentlich bekanntgeben. Um illegal geschlägertes Holz zu verhindern kaufen wir ausschließlich PEFC/FSC zertifiziertes Holz unter Einhaltung der EUTR ein. Erst letzte Woche hatten wir die PEFC/FSC Prüfung im Haus, welche nachvollziehbar, mängelfrei und positiv abgeschlossen wurde. Deutlich möchten wir festhalten, dass wir: 1) „kurze Transportwege“ nicht anpreisen 2) die Firma Daytime Investments uns nicht bekannt ist 3) wir keine Firma z.B Sägewerk o.ä. in Ukraine betreiben. Zur Situation in der ukrainischen Forstwirtschaft und den weiteren Fragen können wir Ihnen wegen fehlendem Detailwissen leider keine seriöse Antwort geben.

Der Artikel wurde am 3. Dezember um 12:15 Uhr aktualisiert.

Der Autor

Christoph Lehermayr
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