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Muslimbrüder im Klassenzimmer: Islamunterricht in Österreich
19. Juni 2019 Islamlehrer 14 min
Was wissen wir über den Islamunterricht in Österreich? Eine Spurensuche.

Seit Jahren steigt die Zahl der Kinder, die den islamischen Religionsunterricht besuchen. In Wiener Volksschulen sind es im aktuellen Schuljahr etwa 22.000 Kinder. Das ist ein Anstieg von 73 Prozent im Vergleich zu 2005. Die Folge: Seit 2012 hat sich auch die Anzahl der Islamlehrer in Wien mehr als verdoppelt. Wer als Islamlehrer in Österreich unterrichtet, entscheidet allein die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ). Doch was wissen wir über diese Personen? Und was wissen wir über die Inhalte des Unterrichts? Unsere Recherchen zeigen, dass die Lehrbücher sowie einige Lehrer eine fragwürdige Nähe zum politischen Islam aufweisen.

Das Problem: Der politische Islam teilt die Welt in „Gläubige“ und „Ungläubige“ – in Muslime und Nicht-Muslime. Er ist antiwestlich und antidemokratisch. Die Parole der Muslimbruderschaft: „Der Islam ist die Lösung!“ zeigt den religiös-politischen Machtanspruch. Das Ziel: eine Gesellschaft, die islamischen Regeln folgt. Vertreter des politischen Islam propagieren ihre Ideologie als den einzig wahren Glauben. Und sie setzen seit jeher stark auf Jugendarbeit – bieten Korankurse und Nachhilfe in Moscheen an, aber auch Religionsunterricht an öffentlichen Schulen.

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Die zwei Gesichter des politischen Islam

Der Theologe und Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Entwicklungen des politischen Islam in Europa. Er warnt:

„Der politische Islam hat zwei Gesichter. Nach außen präsentieren sich die Vertreter als gut integriert. Nach innen unterscheiden sie sich von ihrem Gedankengut nicht wirklich von einem radikalen Islam. Sie wollen Macht und eine Gesellschaft, die sich islamischen Regeln unterwirft.“

Bereits vor zehn Jahren kommt Khorchide in einer Studie zu dem Ergebnis, dass ein Fünftel der in Österreich tätigen muslimischen Religionslehrer Demokratie und den Islam für unvereinbar hält. Dass die Ergebnisse heute anders ausfallen würden, glaubt er nicht. Und er findet drastische Worte:

Wenn wir alle Augen zudrücken und den Religionsunterricht weder evaluieren noch genauer hinschauen, was unterrichtet wird, und nur apologetisch meinen, es wird schon werden, dann ist das gegenüber den muslimischen Kindern ein Verbrechen. Wir betrügen die Eltern, die ihre Kinder in den Religionsunterricht schicken und erwarten, dass mein Kind hier über seine Religion aufgeklärt wird.

So frei wie bei der Auswahl der Lehrer ist die IGGÖ auch bei der inhaltlichen Gestaltung der Religionsbücher. Denn im Gegensatz zu allen anderen Schulbüchern müssen diese staatlich nicht genehmigt werden. Uns liegen drei Gutachten zu den Religionsbüchern vor: deren brisantes Fazit: Das Buch gleiche in Teilen einem Propagandaheft. 

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