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Wo bleiben die Kinder?

Nicht immer ist die eigene Familie der beste Ort für ein Kind. Manchmal droht ihm in seinem Zuhause Gefahr oder Verwahrlosung. In solchen Fällen kann der Staat entscheiden, dass ein Kind nicht bei den eigenen Eltern aufwachsen soll.

Eine Gratwanderung: Kritiker werfen den Behörden vor, Familien auseinanderzureißen. Wenn aber andererseits tatsächlich ein Kind zu Schaden kommt oder sogar stirbt, heißt es, die Behörden haben weggeschaut, zu lange gewartet. Wie kommt es zur Entscheidung, Kinder aus ihren Familien herauszunehmen?

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Eine wichtige Rolle kommt der Kinder- und Jugendhilfe, früher Jugendamt, zu. Bei Gefahr im Verzug kann das Jugendamt Kinder aus ihren Familien holen. Ob sie wieder dorthin zurückdürfen, entscheidet das Gericht. Bis dahin kann unter Umständen aber viel Zeit vergehen – Zeit, in der sich die Kinder von ihren Eltern entfremden.

Für die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit der Eltern stützt sich das Gericht auf Gutachten04. Wie ein solches Gutachten auszusehen hat, ist allerdings nicht geregelt. Wie aussagekräftig es ist, kann hinterfragt werden. Eltern können sich gegen dieses Gutachten wehren, indem sie ein Gegengutachten in Auftrag geben, das sie selbst bezahlen müssen – und das vor Gericht meistens nicht viel Berücksichtigung findet.

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Berücksichtigung finden hingegen die Empfehlungen des Jugendamts. Die Entscheidung, bei wem ein Kind aufwächst, wird also de facto oft von den betreuenden Sozialarbeitern getroffen. Obwohl die Gesetzeslage in ganz Österreich gleich ist, ist der Anteil der weggenommenen Kinder in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Hat das Jugendamt zu viel Macht?02

Während betroffene Eltern auf Entscheidungen anderer warten, fallen hohe Kosten an03. Bis zu 8.000 Euro müssen pro Monat gezahlt werden: für die Unterbringung im Krisenpflegezentrum, Gutachten und Besuchskontakte unter Aufsicht.

Wo bleiben die Kinder? Krisen- und Langzeitpflegefamilien haben unseren Reporterinnen erzählt05, was sie dazu bewegt, fremde Kinder aufzunehmen und wie sie damit zurechtkommen, diese Kinder, die sie wie ihre eigenen behandelt haben, wieder herzugeben.

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Dass Eltern ihre Kinder erst gar nicht verlieren, hat sich der Verein Grow Together zum Ziel gesetzt. „Im Kontext – die Reportage“ zeigt, wie der Verein Mütter bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützt01 und hat außerdem Sozialarbeiterinnen bei Familienbesuchen begleitet und eine Mutter getroffen, die versucht, ihr Kind wiederzubekommen. 

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Folgende Artikel gehören zum Projekt 047 Jugendamt

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Im Kontext: Pflegekinder in Österreich – wenn Eltern zur Gefahr werden

TV-Reportage
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47 min
02.08.2018

Ist die eigene Familie immer der beste Ort für ein Kind? „Im Kontext“ begleitet Pflege- und Notfallfamilien sowie Sozialarbeiter in ihrem Alltag.

047_02 Gelesen

Kindesabnahme: Ein rechtsfreier Raum?

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8 min
02.08.2018

Die Verfahren rund um Kindesabnahmen können lange dauern. Dieser strukturelle Mangel bedeutet eine Zeit der Ungewissheit für Eltern und Kind.

047_03 Gelesen

Teures fremdes Heim

mit Video
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7 min
05.08.2018

Eine Kindesabnahme bedeutet eine große finanzielle Belastung und endet für Eltern oftmals an der Armutsgrenze. An diesem System wird Kritik laut.

047_04 Gelesen

Gutachter – die wahren Richter?

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8 min
06.08.2018

Die Empfehlungen von Gerichtsgutachtern entscheiden meist über die Zukunft einer Familie. Doch innerhalb der Branche gibt es Nachlässigkeiten und Gefälligkeiten.

047_05 Gelesen

Eltern auf Zeit

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11 min
07.08.2018

Addendum hat Krisen- und Langzeitpflegefamilien besucht, die fremde Kinder betreuen wie ihre eigenen. Eine Reportage.

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