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Ruth Elsner: „An meinem Mann wurde ein Verbrechen begangen“

Paradise Papers: Die Ehefrau von Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner sagt im Gespräch mit Addendum, dass sie das Vertrauen in die Justiz aufgrund der Erfahrungen im BAWAG-Verfahren verloren habe. Es seien „sehr viele korrupte Dinge passiert“. Der Prozess sei insgesamt „eine Inszenierung“ gewesen.

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Ruth Elsner kämpft seit zehn Jahren an der Seite ihres Mannes für dessen Rehabilitation. „Ich muss sagen, dass sich meine Sicht auf die österreichische Justiz total geändert hat“, schildert die Frau des einstigen BAWAG-Generaldirektors Helmut Elsner. Sie habe immer gedacht, dass es in Österreich unabhängige Gerichte gebe und die Staatsanwaltschaft dazu da sei, „Dinge aufzuklären“. Heute ist die 60-Jährige überzeugt, dass in der juristischen Aufarbeitung der Causa um die verschollene Milliarde der Gewerkschaftsbank nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. „Ich bin überzeugt, dass hier sehr viele korrupte Dinge passiert sind, dass hier wirklich an meinem Mann ein Verbrechen begangen wurde.“

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Helmut Elsner ist im BAWAG-Verfahren zu zehn Jahren Haft verurteilt worden,06 der Investmentbanker Wolfgang Flöttl, der das Geld der Bank verspekuliert haben soll, wurde wie auch andere Angeklagte freigesprochen.

Ruth Elsner prangert an, dass ihr Mann aufgrund eines Magazin-Artikels über einen angeblichen Fluchtversuch verhaftet worden und letztlich vier Jahre in Untersuchungshaft gesessen sei: „Das war ja eine unglaubliche Sache.“ Der Justiz lastet sie an, dass nie ernsthaft verfolgt wurde, was Flöttl tatsächlich mit den BAWAG-Millionen gemacht hat. Elsner mutmaßt, dass der Wahlkampf 2006 entscheidenden Einfluss hatte. „Die SPÖ wollte, dass dieses Thema nicht ihr zu Last gelegt wird, dass die Wähler nicht sagen: ‚Ihr könnt ja nicht einmal eine Bank führen, wie wollt ihr da einen Staat regieren.‘“ Der Gerichtsprozess gegen Helmut Elsner sei „ein Schauprozess“ gewesen.

Für sie und ihren Mann sei „die Sache noch nicht abgeschlossen. Wenn man unschuldig ist und man wird so vernichtet, dann steht einem dieser Kampf zu.“ Helmut Elsner hofft auf die Wiederaufnahme des Verfahrens. Neuen Stoff liefern die Enthüllungen der „Paradise Papers“ – zum Interview. 06 

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Das Rechercheteam

Rainer Fleckl
Projektleitung

Rainer Fleckl will den Dingen auf den Grund gehen. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und startete seine ersten investigativen Recherchen im Sportressort des „Kurier“, dessen Leitung er 2008 übernahm. 2010 wurde er mit dem Aufbau einer Rechercheabteilung betraut. Vor seinem Engagement bei Quo Vadis Veritas war Fleckl als Bereichsleiter bei ServusTV und in der Chefredaktion von „News“ tätig.

Christine Grabner
Team Investigative Recherche

Christine Grabner war die letzten 12 Jahre als Redakteurin für das ORF Reportage-Format „Am Schauplatz“ tätig. Ihr Schwerpunkt sind gesellschaftspolitische und investigative Themen. Davor war sie viele Jahre freiberuflich unter anderem für den ORF „Report“, ATV, Spiegel-TV oder die Berliner Zeitung tätig. Die gebürtige Kärntnerin hat an der Berliner „Freien Universität“ ein Magister-Studium der Publizistik/ Philosophie und Neueren Geschichte abgeschlossen.

Christoph Hanslik
Team Investigative Recherche

Christoph Hanslik war in den vergangenen 17 Jahren als Unternehmer am internationalen Finanzmarkt tätig. Seine Erfahrungen stellte er drei Jahre im Parlament als Fachreferent für die Bereiche Budgetausschuss, Finanzausschuss, ESM-Ausschuss sowie als Teamleiter des HYPO-Untersuchungsausschuss zur Verfügung. Jetzt berät er das investigative Rechercheteam von Addendum.

Johannes Kaiser
Team Experten

Johannes Kaiser studiert Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Neben dem Studium war er in einer Wiener Bankenrechtskanzlei tätig, bevor er ins Parlament wechselte. Dort arbeitete er als Analyst im HYPO-Untersuchungsausschuss und später im Finanz- und Budgetbereich. Addendum ist seine erste Station in der Medienbranche.

Maria Kern
Team Investigative Recherche

Maria Kern war in den vergangenen zehn Jahren Innenpolitik-Redakteurin des „Kurier“. Zuvor war sie im EU-Ressort und in der Chronik-Redaktion der Tageszeitung tätig. Die Publizistik- und Politikwissenschaftsabsolventin der Uni Wien sieht es als ihre Aufgabe an, Bürgern komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge zu erklären und auch aufzuzeigen, was im Land schiefläuft.

Moritz Moser
Team Experten
Sebastian Reinhart
Team Experten

Sebastian Reinhart hat Politikwissenschaft und Wirtschaftsrecht an der Universität Innsbruck studiert. Danach war er im Nationalrat als Referent für die Fachbereiche Finanzen, Budget, ESM und Europa verantwortlich. Seit dem Hypo-Untersuchungsausschuss sieht er Österreich mit anderen Augen.

Stefan Schett
Team Social Media
stefanschett

Stefan Schett hat in Wien Politikwissenschaft studiert und arbeitet nebenbei an seinem Zweitstudium Publizistik. Er war lange Zeit als freier Journalist und Social Media Manager tätig, journalistische Erfahrung sammelte er unter anderem beim “Kurier” und bei Puls 4. Für Addendum kümmert er sich um die Konzeption und Erstellung von Social Media-Content.

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