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Bild: Nikolaus Ostermann | Addendum
Die Kammerfamilien und ihre Stammbäume
15. Dezember 2017 Kammern Lesezeit 6 min
Die Ursprünge der Kammern liegen in der Mitte des 19. Jahrhunderts – die modernen Kammern jedoch entstanden erst wesentlich später. Bis heute sind sie stetig gewachsen und haben sich zu internationalen Akteuren mit zahlreichen Teilorganisationen und Unternehmensbeteiligungen entwickelt. Wir haben ihre Stammbäume erhoben und grafisch aufbereitet.

Um die Struktur der drei größten Kammern Österreichs leichter verständlich zu machen, haben wir eine grafische Darstellung der Organisationen der Wirtschaftskammern (WKO), Arbeiterkammern (AK) und Landwirtschaftskammern (LK) vorgenommen. Als Grundlage dienten – größtenteils öffentliche – Informationen von den Online-Auftritten beziehungsweise Presseabteilungen der Kammern, aus dem Firmenbuch und aus parlamentarischen Anfragen. Trotz umfangreicher Recherche können wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da beispielsweise ausländische Unternehmensbeteiligungen für uns nicht lückenlos eruierbar sind.

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Die Wirtschaftskammern

Die WKO ist dem föderalen System entsprechend in eine Bundes- und neun Landesorganisationen geteilt und auch weit über die Landesgrenzen hinaus aktiv. Kritiker werfen ihr komplizierte Mehrfachstrukturen vor, denn die Sparten und die darin gebündelten Fachorganisationen findet man sowohl in der Bundes- als auch in den Landeskammern. Zusätzlich haben alle zehn Wirtschaftskammern „Abteilungen, die politische, organisatorische und serviceorientierte Aufgaben erfüllen“. Ein Alleinstellungsmerkmal der WKO gegenüber anderen Kammern ist das weltweite Netz an Außenwirtschafts-Centern, -Büros und -Konsulenten. Mehr als 100 solcher Beratungsstellen für österreichische Unternehmen im Ausland unterhält die WKO. Sowohl Bundes- und Landeskammern als auch andere Organisationseinheiten halten Anteile an Unternehmen, teilweise auch im Ausland.

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Bundessparten = BS

Landessparten = LS

Bundesebene: Fachverbände, Bundesinnungen, Bundesgremien = FV

Landesebene: Fachgruppen, Innungen, Gremien = FG

Ein plakatives Beispiel ist die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH, die zu 100 Prozent im Eigentum der WKO und ihr untergeordneter Rechtsträger steht. Die Eigentümerstruktur sieht laut Firmenbuch so aus:

  • Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandels (25 Prozent)
  • Bundesgremium des Foto-, Optik- und Medizinproduktehandels (1,21 Prozent)
  • Bundesgremium des Handels mit Mode und Freizeitartikeln (2,43 Prozent)
  • Bundesgremium des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels (1,21 Prozent)
  • Bundesgremium Maschinen- und Technologiehandel (3,64 Prozent)
  • Bundesinnung der Elektro- Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker (1,34 Prozent)
  • Bundesinnung der Fahrzeugtechnik (2 Prozent)
  • Bundesinnung der Kunststoffverarbeiter (0,66 Prozent)
  • Bundesinnung der Mechatroniker (1,33 Prozent)
  • Bundesinnung der Metalltechniker (1,33 Prozent)
  • Bundesinnung der Tischler und Holzgestalter (1,34 Prozent)
  • Fachverband Elektro- und Elektronikindustrie (25 Prozent)
  • Fachverband Entsorgungs- und Ressourcenmanagement (8,5 Prozent)
  • Wirtschaftskammer Österreich (Anteil: 25 Prozent)

Erratum: Eine frühere Version der Grafik zeigte die Wirtschaftskammer Österreich als Dachorganisation. Nach Hinweis eines Lesers haben wir dies korrigiert.

Die Arbeiterkammern

Deutlich schlanker präsentiert sich die AK. Zwar ist auch sie in Bundes- und Landeskammern aufgeteilt, auf den Ebenen darunter sind jedoch keine eigenen Branchenvertretungen eingerichtet. Die AK Wien ist zudem für die Agenden der Bundesarbeiterkammer zuständig. Als Auslandsvertretung dient vor allem ein eigenes EU-Büro in Brüssel. In den Bundesländern unterhält die AK – teilweise unterschiedlich bezeichnete – Beratungseinrichtungen. Auch die AK bzw. ihre Unterorganisationen halten einige Unternehmensbeteiligungen.

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Die Landwirtschaftskammern

Die „Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs“ bildet die Dachorganisation für die neun Landeskammern. Die Gründung der einzelnen Landeskammern erfolgte zwischen den Jahren 1922 und 1957. Neben den Präsidenten der einzelnen Kammern gehören ihr zwei Vertreter des Österreichischen Raiffeisenverbandes an. Die Vertretung der Land- und Forstwirte ist Landeskompetenz, weshalb die Präsidentenkonferenz nicht mit der Bundes-WKO oder -AK gleichzusetzen ist. Die Landeskammern sind unterschiedlich ausgestaltet und haben meist auch eigene Bezirks- bzw. Gemeindevertretungen. Wie die AK verfügt auch die LK über ein EU-Büro in Brüssel. Auch die Landwirtschaftskammern sind an einigen Unternehmen beteiligt.

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Anmerkung: Die Verbände der Landwirtschaftskammer Burgenland sind als einzige auf der LK-Website nicht angeführt. Eine entsprechende Addendum-Anfrage blieb bisher unbeantwortet. Auch andere Informationen konnten aus zeitlichen Gründen nicht mehr in die Grafiken aufgenommen werden. Wir aktualisieren unseren Artikel, sobald alle Informationen vorliegen. 

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