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Kenia: Neuer Hotspot für Leihmutterschaft?
17. Mai 2018 Kinderwunsch 9 min
Lange Zeit galt Indien als primäre Anlaufstelle für Leihmutterschaften. Seit 2016 sind sie allerdings nur noch indischen Paaren gestattet, außerdem dürfen keine finanziellen Motive dahinterstehen. Seitdem hat sich der Medizintourismus nach Kenia verlagert. Für die „Im Kontext“-Reportage ist Reporterin Jane Hardy in eine kenianische Kinderwunschklinik gereist.
Dieser Artikel gehört zum Projekt Kinderwunsch und ist Teil 1 einer 5-teiligen Recherche.

Mehr zu den Voraussetzungen

  • Beide Eheleute sind indische Staatsbürger und seit mindestens fünf Jahren verheiratet
  • Mindestens einer von ihnen ist unfruchtbar
  • Die Leihmutter muss eine nahe verheiratete Verwandte sein, die auch ein eigenes Kind hat
  • Es wird keine über die Behandlungskosten hinausgehende Bezahlung geleistet. Verstöße gegen dieses Verbot, Werbung für kommerzielle Leihmutterschaft oder die Ausbeutung von Leihmüttern wird mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft.

Kenia: Neuer Hotspot für Leihmutterschaft?

Lange Zeit galt Indien als primäre Anlaufstelle für Leihmutterschaften. Seit 2016 sind sie allerdings nur noch indischen Paaren gestattet, außerdem dürfen keine finanziellen Motive dahinterstehen. Seitdem hat sich der Medizintourismus nach Kenia verlagert. Im Video sehen Sie Reporterin Jane Hardys Besuch in einer kenianischen Klinik. Wir haben die rechtlichen Hintergründe recherchiert.

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Zu Leihmutterschaften in Indien und der Situation der betroffenen Frauen gab es in den letzten Jahren eine breite Diskussion und zahlreiche Reportagen (beispielsweise Google Baby aus dem Jahr 2009). 2012 wurden homosexuelle Paare von der Leihmutterschaft ausgeschlossen, 2016 folgte ein allgemeiner Ausschluss von ausländischen Paaren. Seitdem steht die Leihmutterschaft nur verheirateten indischen Paaren offen. Außerdem werden der Leihmutter nur die Behandlungskosten gezahlt (eine sogenannte altruistische Leihmutterschaft).

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Neuer Hotspot Kenia?

In Kenia ist die Leihmutterschaft (noch) nicht gesetzlich geregelt. Seit einigen Jahren wird über das „reproduktive Gesundheitsmedizin-Gesetz“ diskutiert, das nur nicht-kommerzielle Leihmutterschaften gestatten würde. Es ist allerdings noch nicht in Kraft.

Die kenianische Verfassung bezeichnet die Familie als die „natürliche und fundamentale Einheit der Gesellschaft und die notwendige Basis der Sozialordnung“ – ein Passus, der sich als Quasi-Grundlage für die Rechtmäßigkeit von Leihmutterschaften interpretieren lässt.

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Folglich werden kommerzielle Leihmutterschaften in Kenia derzeit weitgehend praktiziert und von vielen (ausländischen) gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Paaren in Anspruch genommen (genaue Zahlen gibt es jedoch keine). 

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