Übersicht  
094_04   gelesen

Klimawandel – einst erwünscht, heute gefürchtet

Seit 120 Jahren reden wir über die menschgemachte Erderwärmung. Während dieser Zeit verändert sich die Wahrnehmung radikal. Ab 1990 reagiert auch die österreichische Politik auf den Klimawandel und beschließt, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dass diese Ziele nur selten erreicht wurden, zeigen wir in einer animierten Zeitleiste.

Der Nobelpreisträger Svante Arrhenius rechnet 1896 erstmals vor, dass mehr CO2 in der Atmosphäre zu einer Temperaturerhöhung führen würde. Für ihn war „das künftige Leben unter milderen Himmeln“ allerdings eine angenehme Vorstellung:

„Wir haben das Recht auf die angenehme Annahme, dass unsere Nachkommen, auch wenn erst in vielen Generationen, unter milderen Himmeln und in weniger unwirtlicher Umgebung leben, als wir das heute tun.“

icon-bubble

Top Kommentar

Svante Arrhenius – der „Vater des Klimawandels“

Seine Vermutung: Die Verbrennung von Kohle würde den CO2-Gehalt in der Atmosphäre vervielfachen, eine Verdopplung erhöhe die Temperaturen um 5 bis 6 °C. Steigende Temperaturen wären aber erst in einigen Jahrhunderten messbar.

icon-bubble

Top Kommentar

1938 weist der Ingenieur Guy Callendar mit Temperaturmessungen erstmals die globale Erwärmung nach und bringt sie mit dem Treibhauseffekt in Verbindung. Auch er meint, dass die Erwärmung eher von Vorteil sein würde.

icon-bubble

Top Kommentar

Damals gibt es noch keine stichhaltigen Beweise dafür, dass der atmosphärische CO2-Gehalt tatsächlich ansteigt. Die verfügbaren Daten sind sehr ungenau, Callendars Arbeiten werden überwiegend kritisiert.

Die ersten Beweise

Anfang der 1950er Jahre hält globale Klimaveränderung kaum jemand für möglich. Da sich CO2 in Wasser löst, gehen die meisten davon aus, dass vom Menschen eingebrachte Mengen im Meer verschwinden. Die Klimaforscher Bert Bolin und Erik Eriksson widerlegen diese Annahme jedoch später.

icon-bubble

Top Kommentar

1956 nutzt der Physiker Gilbert Plass erstmals Computer zur Berechnung des künftigen Klimas. Ihnen zufolge ist eine messbare globale Erwärmung bereits in Jahrzehnten zu erwarten. Der Anstieg der CO2-Konzentration ist nun belegt.

icon-bubble

Top Kommentar

In den 1960er Jahren ermöglichen Satelliten die Klimaforschung aus dem All. Die US-Regierung äußert 1965, dass die globale Erwärmung eine ernsthafte Bedrohung darstelle.

icon-bubble

Top Kommentar

Bis Mitte der 1970er Jahre sinken die globalen Durchschnittstemperaturen, was in der Klimatologie zu heftigen Kontroversen führt. Der Umweltwissenschafter Wallace Broecker beschreibt, dass die natürliche Abkühlung des Klimas bald enden würde, die seit den 1940er Jahren den Effekt des ansteigenden CO2 überdeckt hätte. Er sollte recht behalten.

icon-bubble

Top Kommentar

1979 findet in Genf die erste UN-Weltklimakonferenz statt. Sie gilt als Meilenstein in der wissenschaftlichen Anerkennung des menschengemachten Klimawandels.
Ab Mitte der 1980er Jahre wird das Klima im Rahmen der Umweltdebatte zum Thema. Davor ging es vor allem um den Sauren Regen, das Ozonloch und den Gewässerschutz, nach Tschernobyl auch wieder um die Atomenergie.

icon-bubble

Top Kommentar

Die eiserne Klima-Lady

Margaret Thatcher ist Ende der 1980er die erste Staatschefin, die aufgrund des „human-induced climate change“ – also des menschengemachten Klimawandels – zu internationalem Handeln auffordert. Sie unterstützt die Gründung des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), im Deutschen oft als „Weltklimarat“ bezeichnet.

icon-bubble

Top Kommentar

Auf der Klimakonferenz 1988 in Kanada werden die Toronto-Ziele definiert: Auf freiwilliger Basis soll es bis 2005 zu einer Reduktion der CO2-Emissionen um 20 Prozent kommen. Österreich schreibt die Ziele in sein Energiekonzept, aber hält diese so gut wie nie ein.

icon-bubble

Top Kommentar

Wann sich die Kluft zwischen Österreichs Emissionen und seinen Zielen öffnet

Folgende Zeitleiste vergleicht österreichische Emissionen mit internationalen Klimazielen sowie den EU-Zielen von 1990 bis heute. Gezeigt wird die Differenz zwischen österreichischen Treibhausgas-Emissionen in CO2-Äquivalent und den internationalen Zielwerten in Prozent.

Scrollen Sie nach unten, um die Entwicklung der Differenz im Zeitverlauf zu beobachten.

icon-bubble

Top Kommentar

Methodik

Für die Darstellung wurden die Jahre des Inkrafttretens der jeweiligen internationalen und EU-Ziele herangezogen. Die Emissionsziele wurden vom Basisjahr hin zum Zieljahr in einem linearen Verlauf berechnet.

Der Monat Juli 2019 war global der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen 1880. So hatte sich Svante Arrhenius, der „Vater des Klimawandels“, die „milderen Himmel unter denen künftige Generationen leben würden“ vor 120 Jahren wahrscheinlich nicht vorgestellt. Wie heiß es unter dem Himmel Ihres Wohnortes künftig werden wird, können Sie in unserer Datenbank herausfinden01.  

icon-bubble

Top Kommentar

13.08.2019

Die Autorin

Marlies Faulend

Marlies Faulend, geboren 1984 in Wien, hat „Digitales Fernsehen“ an der FH Salzburg studiert und 2009 abgeschlossen. Mehr als 10 Jahre hat sie als freie Gestalterin und Cutterin von Magazinbeiträgen, Reportagen und Dokumentationen für zum Beispiel ServusTV, ORF, 3sat oder das ZDF gearbeitet. Des Weiteren war sie Regieassistentin bei Kino-Dokumentationen und beim Spielfilm. Für Addendum gestaltet sie Web-TV-Content.

x

Folgende Artikel gehören zum Projekt 094 Klima

094_01 Gelesen

Wie sich das Klima Ihrer Gemeinde verändert

Daten
094_02 Gelesen

Klimawandel – einst erwünscht, heute gefürchtet

094_03 Gelesen

Ist billiges Essen gut fürs Klima?

094_04 Gelesen

Der Wald im Umbruch

mit Video
094_05 Gelesen

Die klimafreundliche Betonwüste

094_06 Gelesen

Rettet Biolandwirtschaft das Weltklima?

094_07 Gelesen

„Verzicht wird das Klima nicht retten“

094_08 Gelesen

Woran der „Green Deal“ in Österreich scheitern könnte

094_09 Gelesen

Mit Hightech den Klimawandel stoppen

094_10 Gelesen

Warum Fliegen nicht teurer wird

mit Video

Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Addendum ist nicht werbefinanziert und nutzt Cookies, um mehr über das Nutzerverhalten zu erfahren und so das Angebot zu verbessern.
Hier erfahren Sie mehr über Cookies und Datenschutz bei Addendum.