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Die Wintermonate in der Gemeinde [name] waren in den vergangenen zehn Jahren um [temperatur_past_diff] °C wärmer als jene vor fünfzig Jahren (1971–2000). Das ist im bundesweiten Vergleich [temperatur_past_diff_text]. Die Höchsttemperaturen liegen häufiger im Bereich über [Tx_reference_hot_over] °C. Diese Verschiebung zu milderen Temperaturen wird in dieser Grafik ersichtlich.

Für diese Grafik hat Addendum die Temperaturen zwischen 1971 und 2000 als Ausgangspunkt gewählt und diese in drei etwa gleich große Gruppen geteilt: kalt, normal, mild. Der Vergleich mit den Höchsttemperaturen der Periode 2008–2018 hebt hervor, wie der Anteil der als „mild” eingestuften Tage von [temperature_past_Tx_reference_pct_days_hot] auf [temperature_past_Tx_letzte10_pct_days_hot] Prozent stieg. Die Daten hat ein Team der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zur Verfügung gestellt.

Weihnachtstauwetter unregelmäßig

Am 24. Dezember sind Temperaturen, die der kalten Jahreszeit entsprechen würden, seltener als sonst. Das wird oft mit dem Weihnachtstauwetter – einer sogenannten „meteorologischen Singularität“ – in Verbindung gebracht. Sie kommt in Europa rund um die Feiertage häufig vor und bringt sehr mildes Wetter mit sich. Dabei strömt milde Luft aus dem Westen bzw. Südwesten nach Mitteleuropa. Deshalb schmilzt vorhandener Schnee vor den Feiertagen besonders häufig. In Deutschland tritt das natürliche Wetterphänomen in 60 bis 70 Prozent aller Jahre auf, in Österreich dagegen nicht systematisch. Eine Untersuchung der ZAMG zeigte, dass das Weihnachtstauwetter sehr unregelmäßig auftritt und eher als zufällig einzustufen ist.

Temperaturen an Heiligabend in [name]

Die tägliche Höchsttemperatur in Ihrer Gemeinde am 24. Dezember seit 1961. Kalte Tage wechseln sich mit milderen Tagen ab.

Die höheren Temperaturen sind das größte Hindernis für einen weißen Winter. In den Gipfelregionen ist die Temperatur langfristig betrachtet zwar ebenso gestiegen, aber nicht so stark wie in Tallagen. Zudem ist es dort trotzdem kalt genug für Schneefall. In der Gemeinde [name] stieg die durchschnittliche Tagestemperatur im Winter von [temperature_past_Tmean_reference_mean] °C auf [temperature_past_Tmean_letzte10_mean] °C– das ist ein Plus von [temperatur_past_tm_diff] °C. Während dieser Anstieg die Veränderungen nicht deutlich macht, ist das Schrumpfen der Zahl der Frosttage in allen Gemeinden eine deutlichere Kennzahl.

Rückgang der Frosttage in allen Gemeinden

In [name] gab es im langjährigen Schnitt zwischen 1971 und 2000 rund [past] Frosttage, im vergangenen Jahrzehnt waren es [past_letzte10]. Allgemein war der Rückgang frostiger Tage in Ostösterreich stärker als im Westen Österreichs. In einzelnen Gemeinden wie St. Lorenz in Oberösterreich (–10 Frosttage) oder Wilfersdorf in Niederösterreich (–9 Frosttage) war das Minus im vergangenen Jahrzehnt besonders groß. Im Vergleich zu jenen Änderungen, die die Meteorologen der ZAMG, des Grazer Wegener Centers sowie der Universität Salzburg für die Wintermonate bis zur Jahrhundertwende errechnet haben, ist das allerdings kaum der Rede wert.

Ohne Klimaschutz: Deutlich weniger Frosttage

Bis zum Jahr 2100 würde es demnach in einer durchschnittlichen Gemeinde 32 Tage weniger geben, an denen die Temperatur unter 0 °C fällt – vorausgesetzt dass keine Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden. Für die Gemeinde [name] hieße das: Vom langjährigen Durchschnitt (1971–2000) würde die Zahl der Frosttage von [past] auf [ff_high_q50_absolut] Tage fallen – das wären [ff_high_q50] Tage. Im Vergleich zu allen anderen Gemeinden Österreichs ist das ein [ff_high_q50_text] Rückgang. Für den Fall, dass die Vorgaben des Pariser Abkommens eingehalten werden, wurden für [name] rund [ff_low_q50_absolut] Frosttage errechnet. Wie diese Änderungen im Vergleich zu anderen Gemeinden Österreichs ausfallen, fasst diese Visualisierung zusammen. Je weiter eine Gemeinde nach links rückt, desto stärker ist der Rückgang je Szenario.

Hier ist zu sehen, dass sich die Zahl der Frosttage bis zum Jahr 2050 im Paris-Szenario nicht stark davon unterscheidet, wenn keine Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden. Dafür sind die Veränderungen, die bis zum Ende des Jahrhunderts projiziert werden, umso gravierender.

Einzelne kältere Winter möglich

Gesundheitlich könnten wärmere Winter teilweise positive Auswirkungen haben. Das „Austrian Panel on Climate Change“ kam im Vorjahr zum Schluss, dass mit einem Rückgang kälteassozierter Erkrankungen zu rechnen sei. Folglich würde auch die Kältesterblichkeit sinken. Die Auswirkungen der Zunahme von Hitzewellen sollen dadurch allerdings nicht auszugleichen sein. Aber: Das Risiko, dass einzelne Wintermonate besonders kalt werden, sei nicht abzuschätzen. Das Abschmelzen von arktischem Eis kann dazu führen, dass sich der Golfstrom weiter verlangsamt. Für Europa würde ein vollständiger Zusammenbruch längere und kältere Winter mit sich bringen, die derzeitigen Klimamodelle zeigen aber, dass dies selbst ohne Klimaschutz bis zur Jahrhundertwende wahrscheinlich nicht passieren wird.

Wintertourismus unter Druck

Wirtschaftlich sind besonders warme Winter naturgemäß eine Gefahr für den Wintertourismus. Die Schneefallgrenze soll weiter ansteigen, die Schneesicherheit vor allem in Lagen unter 2.000 Meter Seehöhe abnehmen. Allzu pessimistischen Prognosen für die Periode ab 2030 erteilte eine Studie der Universität Innsbruck aber eine Absage. Sie kommt zum Schluss, dass sich die meisten Skigebiete anpassen könnten. Nur in Niederösterreich und im Norden von Tirol, Vorarlberg und Salzburg seien die Chancen schlechter. Dort betreffe es vor allem Gemeinden, die wirtschaftlich weniger vom Tourismus abhängen. Bei der Verwendung aktueller Beschneiungstechnologie und ohne Klimaschutzmaßnahmen gebe es in etwa acht von zehn Wintern Schneesicherheit – das heißt eine Saisonlänge von mindestens 100 Tagen in sieben von zehn Jahren. Für die Periode ab 2080 würde diese Wahrscheinlichkeit auf einen von zehn Wintersaisonen schrumpfen. Mit verbesserten Beschneiungstechnologien könnte die Chance auf drei von zehn Saisonen steigen, wie die Autoren berechnet haben. In jedem Fall steigt das wirtschaftliche Risiko für die Betreiber der Skigebiete. Kürzere Saisonlängen könnten steigende Kosten durch zunehmende Beschneiung schlechter ausgleichen. Denn: Der Frühling kommt immer früher zurück. 

Methodik

Methodik

Was ist die Datenbasis für die historischen Wintertemperaturen?
Der sogenannte SPARTACUS-Datensatz der ZAMG besteht aus rund 61.000 Feldern. Weil eine Aufbereitung der Daten auf dieser Ebene sehr lange Ladezeiten auf Smartphones nach sich ziehen würde – wir hätten eine Eingabe der jeweiligen Wohnadresse und dem darauffolgenden Matchen auf das jeweilige Feld vorgesehen gehabt – haben wir nur den Mittelpunkt jeder Gemeinde als Referenz für die gesamte Gemeinde gewählt. Das vereinfacht das Laden der Daten, führt aber zu Unschärfen. Das Klima einer Gemeinde, deren Grenzen sowohl Berg- als auch Tallagen umfasst, wird dadurch nicht umfänglich dargestellt. In den meisten Fällen wurde das Gemeindeamt als Zentrum einer Gemeinde definiert. Quelle für die verwendeten Geokoordinaten waren OpenStreetMap und Wikidata.

Warum ist der Anstieg der durchschnittlichen Höchsttemperatur der vergangenen zehn Jahren in etwa so hoch wie die veröffentlichte Änderung gemäß der Projektion für den 30-jährigen Zeitraum 2021–2050?
Wir vergleichen eine dreißigjährige Referenzperiode (1971–2000) mit einer zehnjährigen, aktuelleren Periode. Dadurch ist die Berechnung sensibler auf natürliche Schwankungen im Klima, und die Abweichungen sind größer.

Welche Schwächen hat der SPARTACUS-Datensatz, mit dem die bisherige Temperaturveränderung der Höchsttemperaturen im Winter berechnet wurde?
STARTACUS basiert auf räumlich interpolierten Stationsdaten. An Orten, die über keine Station verfügten, geben die ZAMG-Forscher einen mittleren absoluten Fehler von ca. 1 °C an (siehe hier Fig. 1).

Welche Annahmen stehen hinter den Treibhausgasszenarien mit den Pariser Abkommen einerseits und dem Business-as-usual-Szenario andererseits?
Um das Pariser Klimaabkommen zu erreichen, müsste der jährliche globale Treibhausgas-Ausstoß nicht später als 2020 sein Maximum erreichen. Bis 2030 müsste das Emissionsniveau wieder auf jenes von 1990 gesenkt werden und bis 2050 weiter auf 20–30 % des Emissionsniveaus von 1990 sinken. Um das bevorzugte 1,5-°C-Ziel zu erreichen, wäre eine deutlich raschere Reduktion der Treibhausgasemissionen nötig. Dahingegen werden beim RCP-8.5-Szenario keine Maßnahmen zum Klimaschutz unternommen, und das Wirtschaftswachstum beruht weiter auf der Verbrennung fossiler Energieträger. Die Weltbevölkerung wächst weiter ebenso wie das Pro-Kopf-Wirtschaftswachstum. Technologische Veränderungen treten langsamer ein als bei anderen Szenarien. Dadurch steigt die weltweite Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 4,3 °C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

Wie funktionieren diese Klimaprojektionen im Groben?
Um die volle Bandbreite möglicher zukünftiger Auswirkungen der globalen Erderwärmung darzustellen, werden in der Klimaforschung globale und regionale Klimamodelle sowie diverse statistische Verfahren eingesetzt. Um der Unsicherheit Rechnung zu tragen, die durch das zukünftige menschliche Handeln entsteht, wurden verschiedene Szenarien entwickelt. Diese Szenarien beschreiben unterschiedliche zukünftige Entwicklungen der Bevölkerung, der Weltwirtschaft, des technologischen Fortschritts, des menschlichen Handelns sowie die damit einhergehende Entwicklung klimarelevanter Treibhausgase und Aerosole und dienen als Randbedingung für die Klimamodelle. Die Wissenschaftler sprechen daher auch von Klimaprojektionen (mögliche zukünftige Klimazustände) und nicht von exakten Prognosen. Um der Vielfalt möglicher Klimaentwicklungen gerecht zu werden, werden für jedes Treibhausgasszenario viele Klimasimulationen mit unterschiedlichen Modellen gerechnet. Für jedes Treibhausgasszenario ergibt sich somit eine ganze Bandbreite an möglichen zukünftigen Entwicklungen. Um der topographischen Komplexität Österreichs bestmöglich gerecht zu werden, wurden in ÖKS15 13 regionale europaweite Klimaprojektionen aus dem Projekt EURO-CORDEX, einer Initiative des World Climate Research Programme, speziell für Österreich aufbereitet. Dafür wurden die Daten in einem ersten Schritt auf das Gitter von Beobachtungsdatensätzen interpoliert und anschließend pro regionaler Klimaprojektion mit einer speziellen Methode um systematische Fehler (eng. Biases) bereinigt.

Was ist der Unterschied zwischen Klima und Wetter?
Wetter ist die Laune, Klima ist die Persönlichkeit – das wäre die vereinfachte Antwort. Spezifischer ausgedrückt meint Wetter aktuelle Bedingungen – ist es heiß? ist es kalt? regnet es? – und Klima den statistischen Durchschnitt dieser Bedingungen über einen langen Zeitraum – typischerweise 30 Jahre oder mehr.

Selbst Wetterprognosen für die übernächste Woche sind oft inkorrekt – warum sollten Klimaprojektionen bis ans Ende des Jahrhunderts richtig sein?
Langfristige Wetterprognosen sind schwieriger als Klimaprojektionen , weil an jedem einzelnen Tag mehrere Szenarien eintreten könnten – Temperaturschwankungen um mehrere Grad Celsius, Gewitter oder auch Regenschauer. Zudem sind frühere Klimaprojektionen durch aktuelle Beobachtungen belegt worden und Klimamodelle für die Zukunft haben das Klima der Vergangenheit richtig reproduziert.

Woher kommt die Idee für die Grafik zu den Temperaturen am 24. Dezember?
Der britische Klimaforscher Ed Hawkins hat die klimatischen Veränderungen in dieser Form visualisiert. Wir haben seine Idee adaptiert und von der Darstellung langfristiger Klimabeobachtungen auf die Temperatur an jenem Tag abgewandelt. Die Legende dazu haben die Kollegen von zeit.de als Erste in dieser Form umgesetzt.

Quellen und Berichte, die in diesen Artikel eingearbeitet sind oder oder in der Vorrecherche gelesen wurden ?

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Das Addendum-Team, September 2020