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Wo die Unter­stützer des Klima­volks­begehrens herkommen
30. Juni 2020 Klima Lesezeit 5 min
Von den fünf Volksbegehren, für die vergangene Woche unterschrieben werden konnte, hat das Klimavolksbegehren die meisten Stimmen gesammelt. Wie viele Unterschriften das Volksbegehren in ihrer Gemeinde erreicht hat, und welche Zusammenhänge sich mit dem Wahlverhalten feststellen lassen, können Sie hier nachlesen.

Die Hürde von 100.000 Unterschriften, die für die Behandlung eines Volksbegehrens im Parlament nötig ist, hatte das Klimavolksbegehren schon vor der Eintragungswoche erreicht – alleine mit Hilfe von Unterstützungserklärungen. Mit Ende der Eintragungsfrist am Montagabend wurden insgesamt 380.590 Unterschriften erreicht, das Volksbegehren liegt damit auf Platz 18 der erfolgreichsten Volksbegehren in Österreich.

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6 Prozent

der wahlberechtigten Österreicher haben das Klimavolksbegehren unterstützt.

Den höchsten Anteil an Unterstützern findet man in Laab im Walde (Niederösterreich), dicht gefolgt vom Wiener Bezirk Neubau mit rund 18 Prozent Beteiligung unter den Wahlberechtigten. Das ist dreimal mehr als österreichweit erzielt wurde. Knapp sechs Prozent der österreichischen Wahlbevölkerung unterstützten das Klimavolksbegehren.

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Lediglich in fünf Gemeinden wurde keine einzige Unterschrift für das Volksbegehren abgegeben, vier davon finden sich in Tirol. Im Vergleich der Bundesländer sticht Wien mit knapp neun Prozent Beteiligung stark hervor, in den anderen Bundesländern liegt der Anteil der Unterstützer zwischen vier und sechs Prozent der Wahlbevölkerung.

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Doch auch innerhalb Wiens gibt es Unterschiede. In Bezirken mit einem höheren Anteil von Grün-Wählern (Datengrundlage: Nationalratswahl 2019) gibt es auch mehr Unterschriften für das Volksbegehren als in anderen – das bedeutet aber nicht zwingend, dass es sich hierbei um dieselben Personen handelt. Dennoch konnten in keinem Bezirk ein ähnlich hoher Anteil mobilisiert werden, wie der der Grün-Wähler bei der vergangenen Nationalratswahl.

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Dieses Muster zeigt sich aber nicht nur in Wien, sondern zieht sich durch das ganze Land. In Gemeinden mit einem höheren Stimmenanteil für die Grünen gibt es tendenziell mehr Unterschriften für das Klimavolksbegehren.

Der gegensätzliche Trend zeigt sich in Gemeinden mit einem höheren Anteil an ÖVP-Wählern.

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Die Korrelation, dass in Gemeinden mit vielen Grün-Wählern mehr Unterschriften für das Volksbegehren abgegeben wurden, ist in der Auswertung österreichweit am stärksten. Gleichzeitig wurden in Gemeinden mit besseren Wahlerfolgen der ÖVP eher weniger Unterstützer gefunden. Dieser negative Zusammenhang existiert auch – in etwas abgeschwächter Form – für Gemeinden mit stärkerem FPÖ-Wahlerfolg. Einen Zusammenhang zwischen einer türkis-grünen Mehrheit unter den Wählern und vielen Unterschriften für das Klimavolksbegehren gibt es deshalb nicht.

Aus diesen Zusammenhängen kann man allerdings nicht herauslesen, ob der Unterschied zwischen Wahlergebnis und Volksbegehren-Unterstützung mehr über die inhaltliche Meinung der Wähler oder das Mobilisierungspotential der Initiatoren des Volksbegehrens aussagt. Viele Unterstützer konnten dafür in urbanen Zentren gefunden werden.

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In ländlichen Vororten hatte die Volkspartei bei der vergangenen Nationalratswahl besonders viele Stimmen gewonnen. Dabei handelt es sich um Gemeinden, in denen während der Zeit für Unterstützungserklärungen nur wenig bis kaum Engagement für das Klimavolksbegehren vorhanden war. In den sieben Tagen der Eintragungsfrist wurde in allen Gebieten an Unterstützung gewonnen. Gemessen an der Beteiligung der Wahlbevölkerung liegt das Klimavolksbegehren aber dennoch nur im vorderen Mittelfeld aller Volksbegehren. 

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Methodik

Die Stadt-Land-Typologie erfolgte nach Kategorisierung der Statistik Austria. Auslandsösterreicher werden ihrem letzten Anknüpfungspunkt in Österreich zugerechnet. Unterzeichner per Bürgerkarte oder Handy-Signatur fließen an ihrem Hauptwohnsitz ein. Das gleiche gilt für Unterstützer, die an einem fremden Gemeindeamt unterschrieben haben.

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