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Das Addendum Klima-Quiz

Wo ist der Euro am besten investiert?

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Hinweis: Basierend auf den Daten von Project Drawdown.

Klima-Quiz: Wo ist der Euro am besten investiert?

In den kommenden zehn Jahren will die EU 1.000 Milliarden Euro in den Klimaschutz investieren. Wenig Einigkeit herrscht aber bei der Frage, was genau mit diesem Geld passieren soll. Denn nicht jede Maßnahme ist gleich effizient, wenn es darum geht, Treibhausgase zu reduzieren. Addendum hat auf der Basis wissenschaftlicher Berechnungen ein „Klima-Quiz“ programmiert. Probieren Sie es aus und „investieren“ Sie: Was sind die besten Optionen zur Rettung des Klimas? 

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Mit dem 1.000-Milliarden-Plan sollen im Rahmen des European Green Deal unter anderem der Energiesektor, das Transportwesen oder die Lebensmittelwirtschaft umgebaut werden. Was dahintersteckt, kennt man: Windräder, Solardächer, Elektro-Autos oder Bio-Schnitzel. Aber sind diese und andere Ansätze tatsächlich auch jene, die aus wissenschaftlicher Sicht den größten Nutzen für das Klima versprechen?

Nur die globale Bilanz ist relevant

Für die Entwicklung des Weltklimas ist es völlig irrelevant, von welchem Staat aus Treibhausgase in die Atmosphäre entweichen. Einzig die globale Gesamtbilanz wird über Erfolg oder Misserfolg bei der Erreichung der Pariser Klimaziele entscheiden. Es könnte daher weitaus sinnvoller sein, einen Teil der österreichischen Klimaschutz-Gelder nicht in Österreich, sondern in Bangladesch oder im Kongo zu investieren. Jedenfalls dann, wenn sich dort durch bestimmte Maßnahmen pro Euro mehr Kilogramm CO2-Äquvivalent einsparen lassen.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat unter dem Namen Project Drawdown eine Rangliste von rund 80 konkreten und aktuell bereits verfügbaren Klimaschutzmaßnahmen ausgehend von ihrem Klimagas-Einsparpotential erstellt. Sie reichen vom Einsatz alternativen Zements über den Ausbau von Homeoffice bis zur Förderung sogenannter Waldweiden. Etliche der genannten Optionen werden in der Öffentlichkeit wenig bis gar nicht diskutiert.

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Geburtenkontrolle in Indien effektiver als Windräder in Tirol?

Beispiel: Überall auf der Welt, wo Menschen ausreichend Zugang zu Bildung und Geburtenkontrolle haben, sinkt die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau. Je weniger Kinder auf die Welt kommen, desto langsamer wächst die Bevölkerung und desto weniger schnell wächst der Energie- und Ressourcenbedarf der Menschheit als Ganzes.

Eine Million Euro in die Schulausbildung indischer oder nigerianischer Mädchen zu investieren, könnte der Atmosphäre also eine größere Menge an Treibhausgasen ersparen als die Installation von Windrädern in Tirol.

Kühlschränke und Klimaanlagen: Die übersehenen Klima-Killer

Kältemittel aus der Gruppe der sogenannten FCKW beziehungsweise Fluorchlorkohlenwasserstoffe erlangten in den 1980er Jahren zweifelhafte Berühmtheit, weil sie die Ozonschicht der Erde zu zerstören drohten. Mittlerweile wurden sie in Kühlschränken und Klimaanlagen durch die FKW, also die Fluorkohlenwasserstoffe ersetzt. Diese schonen zwar die Ozonschicht, ihr Potenzial als Treibhausgas liegt aber um bis zu 9.000 Mal höher als das von Kohlendioxid. Da 90 Prozent dieser Emissionen am Ende der Lebenszeit der Geräte entsteht, bergen Investitionen in die fachgerechte Entsorgung von Kühlschränken und Klimaanlagen vor allem in Entwicklungsländern enormes Potenzial in Sachen Klimaschutz.

Auch die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung oder die Reduktion des Fleischkonsums gehören laut Project Drawdown zu den wichtigen und effektiven, aber aktuell noch eher wenig diskutierten Optionen des Klimaschutzes.

Was ist das Klima-Quiz?

Eine Auswahl der Project-Drawdown-Optionen hat Addendum mit den Kosten für die jeweilige Maßnahme verrechnet. So wird ersichtlich, wie viel Kilogramm CO2-Äquivalent für jeden dort investierten Euro rein rechnerisch eingespart werden könnte. Beim Spielen des Klima-Quizs geht es darum einzuschätzen, bei welcher von jeweils zwei Investitions-Möglichkeiten der Euro besser angelegt ist. Sprich: Mit welcher Investition sich mehr CO2 einsparen ließe.

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Was ist Project Drawdown?

Project Drawdown ist eine im Jahr 2014 von den US-Amerikanern Amanda Ravenhill und Paul Hawken gegründete Non-Profit-Organisation. Deren Ziel ist es, mit wissenschaftlichen Methoden die vielversprechendsten Lösungsansätze zur Bekämpfung des Klimawandels herauszufinden und weltweit bekanntzumachen.

Der Umweltaktivist, Unternehmer und Buch-Autor Hawken veröffentlichte 2017 auch den New-York-Times-Bestseller Drawdown – The Most Comprehensive Plan Ever Proposed to Reverse Global Warming. (Deutschsprachiger Titel: Drawdown – Der Plan wie wir die Erderwärmung umkehren können)

Drawdown lässt sich mit Absenkung übersetzen. Gemeint ist ein Zeitpunkt in der Zukunft, ab dem der Treibhausgasgehalt der Atmosphäre nicht weiter steigt, sondern beginnt zu sinken.

Methoden: Wie genau errechnet sich die Rangfolge der Klimaschutzmaßnahmen?

Eigenen Angaben zufolge haben mehrere Dutzende wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für Project Drawdown rund 100 aktuell verfügbare und existierende Lösungsansätze überprüft. Sie studierten dazu die wissenschaftliche Literatur und errechneten modelhaft, wie viele Gigatonnen (eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen) CO2-Äquivalent Treibhausgase sich in den drei Jahrzehnten zwischen 2020 und 2050 einsparen lassen, wenn die Lösung auf ein bestimmtes Maß skaliert beziehungsweise ausgeweitet wird. Rund 80 Lösungen haben es in die aktuelle, fortlaufend überprüfte und aktualisierte Liste geschafft.

Die Liste führt neben anderen Größen das errechnete Einsparpotential in Gigatonnen sowie die Kosten für die Einführung der Maßnahme an.

Dabei sind zwei Szenarien berücksichtigt: Szenario 1 geht von einer Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur von 2 Grad aus. Szenario 2 geht von einer Begrenzung von 1,5 Grad aus.

Was hat Addendum berechnet? (Bezug auf Szenario 2)

  1. Wir haben die Kosten mit 0,9 multipliziert und so von Dollar in Euro umgerechnet.
  2. Die Einsparmenge durch 1.000.000.000 dividiert und so von Gigatonnen in Tonnen umgerechnet.
  3. Die Kosten durch die Einsparmenge geteilt und in Kilogramm pro Euro umgerechnet.

Grenzen des Klima-Quizs

Für das Klima-Quiz wurden nur Optionen berücksichtigt, für die Project Drawdown Kosten berechnet hat. Optionen, wie etwa eine stark pflanzenbasierte Ernährung, die im Prinzip keine direkten Kosten verursachen, sind im Quiz daher nicht enthalten – auch wenn sie ein enormes Einsparpotential in sich bergen.

Berechnungen, die einen Zeitraum von 30 Jahren einschließen, sind mit Unsicherheiten behaftet. Es ist nahezu unmöglich, dass die kalkulierten Zahlen der Realität exakt in dieser Form standhalten würden.

Project Drawdown selbst weist darauf hin, dass die relative Bedeutung jeder einzelnen Maßnahme je nach geografischen, ökologischen, ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stark variieren kann.

Ziel des Klima-Quizs ist die spielerische Entdeckung vor allem wenig bekannter Optionen des Klimaschutzes und damit die Schaffung einer Diskussionsgrundlage.

Übersicht über Kategorien und Antworten:

Landnutzung

  • Per Aufforstung werden neue Wälder geschaffen, wo zuvor keine wuchsen (im Unterschied zur Wiederaufforstung). Baumplantagen ließen sich etwa auf Land anpflanzen, das zuvor durch landwirtschaftliche Übernutzung oder Tagebau unbrauchbar geworden war. Es kann so zur CO2-Senke und allmählich wieder fruchtbar werden. Die spätere Nutzung des Holzes nimmt zusätzlich Druck von bestehenden Wäldern.
  • Verbessertes Weideland-Management: Weide ist nicht gleich Weide. Mit intelligentem und nachhaltigem Management kann die Beweidung durch Nutztiere natürliche Zustände imitieren: solche, wie sie etwa in der nordamerikanischen Prärie oder der afrikanischen Serengeti-Savanne zu bewundern sind. Wesentlich ist dabei, wie lange die Herden am selben Ort verweilen und wie lange sich der Boden danach erholen kann. Berücksichtigt man dies, bleibt das Grasland gesünder. Über Kot und Urin der Tiere wandert Kohlenstoff in den Boden und wird dort gespeichert.
  • Die mehrschichtige Agroforstwirtschaft arbeitet nach dem Vorbild natürlicher Wälder mit mehreren Stufen unterschiedlich hoch wachsender Nutzpflanzen – von der Kokospalme über Pfeffer bis zum Kaffeestrauch. Bei gleicher Anbaufläche lässt sich der nutzbare Raum vergrößern. Das System kann unter anderem Erosion verhindern, die Artenvielfalt unterstützen und dem Klima helfen, indem es CO2 aus der Luft aufnimmt und im Boden speichert.
  • Regenerative Landwirtschaft: Legt den Fokus auf die Gesundheit des Bodens. Bodenleben, Wurzelwachstum und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens werden gestärkt, Kohlenstoff wird gespeichert. Von regenerativem Anbau ist die Rede, wenn vier dieser sechs Praktiken vereint werden: Ausbringung von Kompost, Aussaat von Zwischenfrüchten, vielfältige Fruchtfolgen, Aussaat von Pflanzen zur Bodenverbesserung (Gründünger), Verzicht auf Bodenbearbeitung (Direktsaatverfahren) und Biolandwirtschaft (u.a. Verzicht auf synthetische Dünger und Pestizide).
  • Mehrjährige Nahrungspflanzen: Vor allem in den Tropen nutzen Menschen die Früchte mehrjährig wachsender Pflanzen wie Bananenstaude, Avocado- oder Brotfruchtbaum als Grundnahrungsmittel. Im Gegensatz zu den Einjährigen wie Weizen oder Sojabohnen müssen sie nicht jährlich neu etabliert werden. Ihr Anbau braucht weniger Energie, Dünger und Pestizide, liefert aber ähnliche Erträge und speichert dabei enorme Kohlenstoffmengen im Boden. Wichtige Bedingung: Es darf dafür kein Wald gerodet werden.
  • Rinder auf Waldweiden halten: In einem Hutewald (einer Waldweide) grasen Rinder zwischen licht stehenden Bäumen. Im Boden reichert sich Kohlenstoff in Form von Humus an. Wissenschaftler haben errechnet, dass keine andere Beweidungsform den klimaschädlichen Methan-Emissionen der Rinderhaltung so effektiv gegensteuert wie die Waldweide.
  • Konservierende Landwirtschaft: Vor Aussaat einer Feldfrucht wird der Boden nur wenig oder gar nicht – wie es jahrtausendelang üblich war – mit Pflug, Grubber oder Egge bearbeitet: Die Saat kommt direkt in den Boden (Direktsaatverfahren). Nach der Ernte bedecken Pflanzenreste die Erde. Auch Zwischenfrüchte und vielfältige Fruchtfolgen sorgen für zusätzliches organisches Material, sodass mehr Kohlenstoff im Boden eingelagert wird.
  • Bambusproduktion: Kaum eine andere Pflanze zieht CO2 derart schnell und effektiv aus der Luft wie Bambus. Er wächst auch auf degenerierten Böden, erreicht seine volle Höhe innerhalb einer Saison und treibt nach der Ernte neu aus. Bambus kann es mit der Stabilität von Beton und Stahl aufnehmen, ist ein idealer Baustoff und kennt viele weitere klimafreundliche Verwendungsmöglichkeiten.
  • Mischkultur mit Bäumen: Bäume und einjährige Feldfrüchte gemeinsam anzubauen, meist in abwechselnden Reihen nebeneinander, ist eine Form der Agroforstwirtschaft. Sie erhöht den Kohlenstoffgehalt und die Produktivität des Bodens. Bäume können den Feldfrüchten Schatten spenden, sie vor Wind schützen oder Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten für sie verfügbar machen.
  • Wiederherstellung von aufgegebenem Farmland: Bauern geben Acker- oder Weideland häufig auf, wenn es durch Übernutzung oder Verwüstung (Desertifikation) unbrauchbar wurde. Es wieder nutzbar zu machen, kann Wälder davor bewahren, für neues Farmland gerodet zu werden. Die Restaurierung, zum Beispiel mittels Pflanzung von Baumplantagen oder Praktiken des regenerativen Anbaus, ist aber teuer und arbeitsintensiv.

Industrie und Gebäude

  • Wassersparende Armaturen: Heißes Wasser verursacht ein Viertel des weltweiten Energiebedarfs von Haushalten. Aber auch Reinigung und Transport des Wassers kosten Energie. Wassersparende Duschbrausen, Waschmaschinen oder andere Armaturen können den Wasserverbrauch und damit auch den Energiebedarf von Privathaushalten erheblich senken, und das zu vergleichsweise geringen Kosten.
  • Verbesserte Kochstellen: Die täglichen Mahlzeiten für drei Milliarden Menschen werden noch immer an offenen Feuerstellen zubereitet. Als Brennmaterial dienen Holz, Holzkohle, Tierdung oder Pflanzenreste. Dieses traditionelle Kochen verursacht bis zu fünf Prozent der globalen Treibhausgasemissionen und birgt enormes Einsparpotenzial. Verbesserte Herde nutzen Brennmaterial effizienter, vermeiden unvollständige Verbrennung und produzieren dadurch weniger klima- und gesundheitsschädliche Abgase.
  • Alternativer Zement: Zement ist eine Art geheimer Klimakiller und verursacht bis zu sechs Prozent der globalen Klimagasemissionen, deutlich mehr als das Fliegen. Von keinem Material – außer Wasser – braucht die Menschheit mehr. Einer seiner Ausgangsstoffe ist Kalkstein, der im Produktionsprozess chemisch reagiert und CO2 freisetzt. Zudem passiert das Ganze bei 1.400 Grad Celsius. Den Kalkstein teilweise zu ersetzen, etwa durch Vulkanasche oder Industrieabfälle, kann die Emissonen deutlich reduzieren.
  • Hocheffiziente Wärmepumpen nutzen die natürliche Wärme des Erdbodens oder der Umgebungsluft, um damit Gebäude zu heizen, Warmwasser zu liefern oder um zu kühlen. Hocheffiziente Modelle reduzieren den Bedarf an Brennstoffen auf null und können damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
  • Bioplastik: Der Plastikbedarf der Welt ist enorm und steigt stetig. Der weit überwiegende Anteil wird derzeit aus Erdöl hergestellt. Allerdings können auch Kartoffeln, Mais, Algen oder Zuckerrohr als Rohstoffe für (Bio-)Plastik dienen. Werden Abfälle verwendet, kann sich die Treibhausgasbilanz gegenüber erdölbasiertem Plastik verbessern. Schwierig sind derzeit aber noch die Trennung von anderen Abfällen und das Recycling bzw. das umweltgerechte Kompostieren von Bioplastik.
  • Intelligente Heizthermostate: Thermostate regeln Heizungen und Klimaanlagen; beides enorme Energiefresser. Herkömmliche Thermostate verlangen eine manuelle Regelung oder die Programmierung durch die Benutzer, sodass die Raumtemperatur nach Bedarf steigt oder sinkt, ohne Energie zu vergeuden. Studien haben aber gezeigt, dass Nutzer beides nur unzuverlässig anwenden. Die Unterstützung mittels computergesteuerter Regelung verspricht, den Energiebedarf von Gebäuden deutlich zu mindern.
  • Fernwärme: Die Nutzung von Fernwärme oder Fernkälte ersetzt Heizungen und Klimaanlagen in einzelnen Gebäuden. Stattdessen wird Heizwärme oder Kälte in zentralen Einheiten erzeugt und über unterirdische Rohrsysteme an eine Vielzahl von Gebäuden weitergeleitet. In Tokio haben sich die CO2-Emissionen durch Fernwärme (und -kälte) im Vergleich zu individuellen Anlagen halbiert.
  • Intelligentes Fensterglas: Im Vergleich zu Mauerwerk mit Wärmedämmung isoliert Fensterglas Gebäude mindestens zehnmal schlechter. Hightech-Glas kann aus mehreren Lagen mit dazwischen eingelagerten isolierenden Gasen oder reflektierenden Beschichtungen bestehen. Intelligentes Glas kann auf das Wetter reagieren und seine Eigenschaften in Echtzeit anpassen, indem es etwa mehr oder weniger Sonne durchlässt. Noch sind diese Technologien sehr teuer. Sie könnten in der Zukunft aber an Bedeutung gewinnen.
  • Recyclingpapier: Der globale Papierbedarf nimmt zu, vor allem für Verpackungsmaterialien. Rund die Hälfte der Produktionsmenge landet nach Gebrauch auf dem Müll. Würde es die Weltgemeinschaft schaffen, 75 Prozent ihrer Papierproduktion zu recyceln, wie es an manchen Orten bereits geschieht, ließen sich die jährlichen Emissionen der Papierindustrie um sieben Prozent drücken.
  • Dachbegrünung und kühle Dächer: Mit einer Schicht aus Substrat und darin wachsenden Pflanzen lassen sich flach oder leicht geneigte Dächer begrünen. Dies schirmt die darunter liegenden Räume gegenüber der Umgebung ab und verringert so deren Heiz- bzw. Kühlbedarf. Nicht bepflanzte dunkle Dachflächen können sich im Sommer stark aufheizen und die Wärme nach unten und in die Umgebung weitergeben. Dies lässt sich auch mittels reflektierender Beschichtung, sogenannten kühlen Dächern, eindämmen.

Elektrizität

  • Unterirdische Wasserspeicher können zur Energiegewinnung gewonnen werden. Das heiße Wasser aus dem Erdboden wird an die Oberfläche geleitet, um Turbinen anzutreiben und dadurch Strom zu erzeugen. Erstmals angewendet wurde die Technik 1904 im italienischen Dorf Larderello. Da die unterirdischen Ressourcen rund um die Uhr und ohne Unterbrechung fließen, ist Geothermie zu jeder Zeit und unter nahezu allen Wetterbedingungen nutzbar.
  • Windräder prägen heutzutage in vielen Regionen der Welt das Landschaftsbild. Vor allem in Küstennähe liefern sie einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung. In Dänemark zum Beispiel liefert die Windenergie mittlerweile annähernd die Hälfte des kompletten Stromverbrauchs. Zwar stellen Onshore-Windparks einen massiven Eingriff in die Landschaft dar, sie benötigen aber in der Regel nur wenig Fläche, darüber hinaus dauert der Bau eines Windparks höchstens ein Jahr. Durch ständige technologische Verbesserungen wird der Preis der durch Wind erzeugten Kilowattstunde weiter sinken.
  • Durch Biomasse können fossile Brennstoffe zur Erzeugung von Wärme und Strom ersetzt werden. Da regenerative Energiequellen wie Wind- oder Solarkraft aber noch sauberer sind, sind Biomassekraftwerke lediglich als Brückentechnologie zu betrachten. Solange es keine günstigen und überall verfügbaren Energiespeicher sowie flexiblere Stromnetze gibt, können Biomassekraftwerke allerdings einen wichtigen Anteil zur Deckung des Strombedarfs beitragen, die Schwankungen von Wind- und Solarenergie abfangen und somit einen beträchtlichen Anteil bei der Einsparung von Emissionen im Energiebereich leisten.
  • Anstatt wie bei der Photovoltaik Sonnenlicht direkt in Elektrizität umzuwandeln, nutzen solarthermische Anlagen Sonnenlicht zunächst als Wärmequelle. Über spezielle Spiegel werden einfallende Strahlen gebündelt, um Flüssigkeit zu erhitzen, damit Dampf zu erzeugen und schließlich Turbinen anzutreiben. Ein entscheidender Vorteil ist die Energiespeicherung. Wärme ist leichter zu speichern als Strom. So können solarthermische Anlagen auch nach Sonnenuntergang Strom produzieren.
  • Große Staudämme produzieren enorme Mengen an Elektrizität, bedeuten aber immer auch einen massiven Eingriff in die Natur. Kleinwasserkraftsysteme nutzen die Energie von fließendem Wasser, ohne dass dazu ein Damm gebaut werden muss. Vor allem für abgelegene Bergregionen stellt Kleinwasserkraft eine zuverlässige und kostengünstige Alternative zu teuren und schmutzigen Dieselgeneratoren dar.
  • Die Wasserversorgung erfordert enorme Mengen an Strom. Durch Lecks in den Verteilungsnetzen gehen laut Angaben der Weltbank jährlich rund 32 Milliarden Liter Wasser verloren. Konsequente Instandhaltung und Modernisierung der Leitungen kann dazu beitragen, den Energieverbrauch und dadurch Emissionen bedeutend zu senken. Schätzungen zufolge könnten die Wasserverluste von der Quelle übers Klärwerk bis in den Haushalt damit halbiert werden. Insbesondere für Regionen, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, würde das einen wichtigen Beitrag zur Entspannung bedeuten.
  • Durch die Zersetzung organischer Abfälle entsteht Methan, das 34-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Geschieht die Zersetzung allerdings in versiegelten Tanks, kann Methan als Biogas zur Wärme- und Stromversorgung genutzt werden. Wenn das Biogas noch einen Reinigungsprozess durchläuft, kann es auch für den Betrieb von Fahrzeugen verwendet werden. Der Gärrest kann in der Landwirtschaft als nährstoffreicher Dünger zum Einsatz kommen.
  • Photovoltaik kann nicht nur auf Hausdächern, sondern auch auf deutlich größeren Flächen zur Stromerzeugung genutzt werden. Derzeit stammt nur etwa ein Prozent des globalen Strommixes aus solchen „Solar-Farmen“, dieser Anteil könnte bis 2050 auf bis zu 25 Prozent steigen. Wüstengebiete, aber auch Mülldeponien, Militärbasen oder Stauseen eignen sich besonders gut als Standorte für solche Anlagen. Schon 1954 stellte das US-Unternehmen Bell Labs die Photovoltaik-Technologie vor. Damals lag der Preis noch bei 1.700 Euro pro Watt, bis heute konnte er auf unter 60 Cent gesenkt werden. Damit ist Photovoltaik für viele Regionen die günstigste Energiequelle.
  • Nicht alle Abfälle lassen sich kompostieren oder recyceln. Daher werden große Mengen Müll verbrannt. Die dadurch entstehende Wärme ist sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzbar. Dabei werden allerdings auch CO2-Emissionen und Giftstoffe freigesetzt. Diese sind aber im Vergleich zu den Treibhausgasen (vor allem Methan), die Deponien verursachen, äußerst gering. Energie aus Müllverbrennung gilt als Brückentechnologie, die kurzfristig dabei helfen kann, fossile Brennstoffe zu ersetzen.
  • Der Bau von Kernkraftwerken ist teuer und langwierig, beim Betrieb entstehen radioaktive Abfälle. Allerdings ist die Erzeugung von Atomenergie nahezu klimaneutral und stellt damit einen kleinen Baustein bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen dar. Derzeit nutzen 29 Länder Kernenergie. Die Kraftwerke produzieren rund 11 Prozent des weltweiten Stroms. Während die Kosten für alternative Energieformen im Laufe der Zeit gesunken sind, ist die Atomkraft (vor allem aufgrund erhöhter Sicherheitsstandards) im Vergleich zu 1980 vier- bis achtmal teurer geworden.
  • Auf dem Meer weht der Wind wesentlich gleichmäßiger als über Land. Offshore-Windkraftanlagen nutzen dieses Potenzial, sind in der Regel viel größer als Anlagen am Festland und erzeugen daher auch wesentlich mehr Strom. Im Bau und in der Wartung sind sie allerdings sehr viel teurer.

Transport

  • Wellen- und Gezeitenkraftsysteme nutzen die Strömungen der Meere zur Stromerzeugung. Großer Vorteil: Die Meeresströmungen sind eine äußerst konstante und energiereiche Quelle. Nachteil: Die meisten Technologien gelten bis heute als unausgereift und teuer. Vor allem ihre Wartung ist kompliziert und aufwendig. In Ländern mit langen Küsten könnten Wellenkraftwerke allerdings langfristig betrachtet einen nennenswerten Beitrag zur Energieerzeugung leisten. Bis dahin sind aber noch erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung nötig.
  • Teleworking: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass vor allem in klassischen Bürojobs ein Großteil der Aufgaben auch ohne physische Präsenz der Mitarbeiter am Arbeitsplatz erledigt werden kann. Dank moderner Netzwerk-Technologien und audiovisueller Medien sind viele Dienstreisen verzichtbar geworden. Personen, die geografisch getrennt sind, können über Videotelefonie ähnlich gut interagieren wie im Konferenzraum. Das Einspartpotenzial bei Geschäftsreisen ist groß, erforderliche Investitionen in schnelleres Internet sowie verbesserte Netzwerke und Kommunikationstechnologien liegen dabei in einem überschaubaren Bereich.
  • Der Lkw-Verkehr ist für rund 6 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen verantwortlich. Mit einer Kombination aus Nachrüstungen und einem Umstieg auf vollelektrische Lkw ließe sich dieser Anteil drastisch reduzieren. Umrüstungen auf Start-Stop-Automatik, Reifen mit weniger Rollwiderstand und Hybrid-Motoren sind zwar teuer, können sich aber wegen der hohen Streckenleistungen rasch rentieren.
  • In der Luftfahrt schlummert enormes CO2-Einsparungspotenzial. Durch konsequentes Nachrüsten der bestehenden Flotten, z.B. mit kraftstoffsparenden Turbinen sowie durch ein frühzeitiges Ausmustern alter Flugzeuge zugunsten leichterer Modelle mit verbesserter Aerodynamik ließen sich bis 2050 bis zu 9,2 Gigatonnen CO2-Emissionen einsparen.
  • Riesige Warenmengen werden über die Ozeane verschifft. Die Containerschiffe stoßen dabei 3 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus. Das Volumen der Frachtmenge nimmt von Jahr zu Jahr zu und wird sich Schätzungen zufolge bis 2050 mehr als verdreifachen. Durch den Einsatz moderner Technologien könnten die Emissionen dennoch halbiert werden. Die Maßnahmen reichen dabei von sogenannten Entenschwänzen am Heck über moderne Haifischhaut-Beschichtungen, die den Widerstand reduzieren, bis hin zur Verwendung synthetischer Kraftstoffe oder einer simplen Reduktion der Durchschnittsgeschwindigkeit.
  • Um Distanzen ab etwa 300 Kilometer möglichst schnell zurückzulegen, können Hochgeschwindigkeitszüge eine sinnvolle Alternative zu langen Autofahrten oder Kurzstreckenflügen sein. Dafür werden allerdings neue Gleisstrecken benötigt, d.h. es wären erhebliche Investitionen ins Schienennetz erforderlich. Um die Kosten zu rechtfertigen, braucht es hohe Fahrgastaufkommen. Wenig verwunderlich, dass sich rund die Hälfte der weltweiten Hochgeschwindigkeitsstrecken in China befindet.
  • Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs gilt als Schlüssel zur klimaverträglichen Mobilität. Dabei sind die Kosten allerdings vergleichsweise hoch. Seit dem Bau des ersten Elektroautos im Jahr 1828 besteht bis heute die zentrale Herausforderung darin, eine leichte, langlebige Batterie mit ausreichender Reichweite zu finden. Der globale Anteil an E-Autos liegt immer noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Nach Schätzungen von Experten werden frühestens 2030 erstmals mehr E-Autos als Verbrenner verkauft werden.
  • Hybridautos kombinieren die Vorteile eines Elektroautos mit jenen eines Verbrennungsmotors. Im Ergebnis führt das zu einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch bei großer Reichweite. Eigentlich als Übergangstechnologie konzipiert, könnten Hybridautos noch über Jahre einen wichtigen Teil des Individualverkehrs ausmachen: so lange, bis Elektroantriebe und die dafür nötige Infrastruktur komplett ausgereift sind.
  • Züge befördern jährlich rund 28 Milliarden Passagiere und mehr als 12 Milliarden Tonnen Fracht. Die meisten werden mit Diesel- oder diesel-elektrischen Motoren betrieben. Die Anzahl der vollständig elektrisch betriebenen Züge nimmt rasch zu. Da sich die Stromerzeugung in vielen Ländern mehr und mehr auf erneuerbare Energien verlagert, kann der Schienenverkehr somit nahezu emissionsfrei werden.
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