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Klimawandel: Wo Skepsis angebracht ist
Unser Rechercheteam ist der Frage nachgegangen, wo die berechtigte Skepsis gegenüber politischen Maximalforderungen, die sich auf überzogene Interpretationen von Modellen und Projektionen beruft, aufhört, und die Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Fakten beginnt.

Der nachgerade religiöse Eifer, mit dem Anhänger der „Fridays for Future“-Bewegung die Politik zu kurzfristigen und radikalen Maßnahmen gegen die mit der CO2-bedingten Erderwärmung einhergehenden Veränderungen des Weltklimas drängen, vor allem aber die gar nicht besonders gut versteckte Gewaltbereitschaft, mit der die Aktivisten von „Extinction Rebellion“ agieren, sorgt bei Menschen, denen der massive Konsens der globalen Wissenschafts-Community in Sachen Klimawandel ohnehin schon etwas suspekt ist, für zusätzliche Skepsis: Ist es wirklich realistisch, dass wir unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, wenn nicht schnell und massiv eingegriffen wird, müsste man der Rettung der Welt zur Not tatsächlich die Demokratie opfern, wenn deren Prozesse das Notwendige nicht schnell genug gewährleisten?

Skepsis ist immer gut, sie gehört zum Wesenskern des wissenschaftlichen Denkens, das nicht auf endgültige Wahrheit, sondern auf vorläufige Plausibilitäten ausgerichtet ist. Wissenschaft liefert Erklärungen für das So-Sein der Welt, die gültig bleiben, bis sie durch bessere, plausiblere ersetzt werden. Dass schon einige Prognosen von Klimaforschern nicht korrekt waren, wird dem vernünftigen Skeptiker eher nicht als Beweis für die Korruptheit und politische Willfährigkeit der gesamten Klimaforscher-Community gelten, sondern als wissenschaftlicher Normalfall.

Wo die Skeptiker jedenfalls recht haben: Das Wort „Prognose“ verträgt sich prinzipiell nicht mit der Klimaforschung, weil es einfach nicht möglich ist, für vernetzte nichtlineare Systeme Prognosen zu erstellen. Seriöse Forschung spricht deshalb auch von Modellen und „Projektionen“, zu Prognosen werden sie in der Regel beim Gebrauch durch eine Politik, die sich die Angst der Menschen vor apokalyptischen Prognosen zunutze machen will. Wenn tatsächlich der Weltuntergang samt Aussterben der Menschheit droht, ist alles erlaubt, da wird man es weder mit Freiheit noch mit Demokratie so genau nehmen.

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Unser Rechercheteam ist der Frage nachgegangen, wo die berechtigte Skepsis gegenüber politischen Maximalforderungen, die sich auf überzogene Interpretationen von Modellen und Projektionen beruft, aufhört, und die Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Fakten beginnt. Leitlinie der Recherche waren alle Einwände von Skeptikern, aber auch von Wissenschaftlern und Bürgern, die schon die Tatsache eines Klimawandels durch eine Erderwärmung, die in wesentlichen Teilen menschlich verursacht ist, nämlich durch das Verbrennen von fossilen Stoffen in nie dagewesenem Ausmaß während der vergangenen 150 Jahre bezweifeln. Die Linie, so das Fazit unseres Rechercheteams, verläuft genau dort: Es besteht kein wissenschaftlich begründbarer Zweifel daran, dass die Erwärmung der erdnahen Atmosphäre während der vergangenen 60 Jahre CO2-bedingt ist und erstmals in der Geschichte der Menschheit nicht nur regional, sondern global spür- und messbar wird.

Ziel dieses Projektes war es, die sechs interessantesten Thesen von sogenannten Klimaskeptikern mit wohlwollend-neutralem Interesse zu untersuchen und auf ihre Plausibilität im Vergleich zum herrschenden „Mainstream“ abzuklopfen. Im Ergebnis zeigt sich, dass viele einzelne Argumente interessant und zutreffend sind, einen prinzipiellen Angriff auf den Grundkonsens der aktuellen Klimawissenschaften aber nicht hergeben. Derzeit jedenfalls nicht. Wir bleiben an Skepsis und Einwänden interessiert. 

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