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Klimawandel: Einwände der Skeptiker

4. November 2019 – von Timo Küntzle, Carla Marquez, Dennis Meyer und Johannes Strobl

Auch schon vor Greta Thunberg und der „Fridays for Future“-Bewegung rief das Thema Klimawandel gleichermaßen Emotionen und Kritik hervor. Im Dezember 2017 etwa avancierte ein abgemagerter, sich durch die Weiten Nordkanadas schleppender Eisbär per Video zum Mahnmal gegen den Klimawandel. Der verhungernde Eisbär sei Opfer des Klimawandels, weil höhere Temperaturen und schwindende Eisflächen den Raubtieren die Robbenjagd erschweren.

Im Zeitraffer zeigt sich der Schwund der sommerlichen Meereisbedeckung in der Arktis deutlich . Quelle: NASA/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio. The Blue Marble data is courtesy of Reto Stockli (NASA/GSFC).

Der Eisbär könne auch schlicht krank und somit zu schwach zum Jagen geworden sein, reklamierten die Kritiker. Trotzdem sahen das Video viele als Aufforderung an die Weltgemeinschaft, die Bekämpfung des Klimawandels zur alles überragenden Priorität zu machen. Mehr über Eisbären und Klimawandel erfahren Sie hier.

Große Teile von Bevölkerung, Politik und Medien sind, unter Berufung auf die Wissenschaft, zu einem Grundkonsens gelangt. Er besagt: Das globale Klima erwärmt sich wegen menschlich verursachter Treibhausgase und man muss schleunigst etwas unternehmen, um die Menschheit vor den Folgen zu bewahren.

Könnte es sein, dass sich die Menschheit blindlings verrennt?

Und trotzdem stellen sich einige vehement gegen den Konsens. Im Internet tauschen sie Argumente aus, die den „Mainstream“ angeblich widerlegen. Viele solcher Artikel klingen sachlich, beziehen sich ihrerseits auf wissenschaftliche Quellen und argumentieren in sich schlüssig. Haben die Skeptiker vielleicht doch Recht? Oder wenigstens teilweise?

Addendum hat sich intensiv mit den Hauptargumenten der Klimawandel-Skeptiker auseinandergesetzt: Wird die Klimawissenschaft falsch oder einseitig dargestellt? Ist die durch den Weltklimarat vertretene Einhelligkeit vielleicht doch nur ein Schein-Konsens?

Fest steht: Medien und Wissenschaft verkünden nahezu einhellig, der Mensch verändert das Klima.

Ja, aber ...

Eisbären: Die ersten Opfer des Klimawandels

Ein oft gehörtes Nebenargument der Klimawandel-Skeptiker betrifft die Größe der Eisbären-Vorkommen, die angeblich nicht schrumpfen, sondern wachsen würden. Tatsächlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Tiere innerhalb eines beschränkten Zeitraums ab den 70er Jahren wuchs, nachdem gesetzliche Beschränkungen der Jagd Wirkung gezeigt hatten.

Wahr ist aber auch, dass Eisbärenzählen in der menschenfeindlichen Arktis eine schwierige Aufgabe ist. Aus vielen Regionen liegen deshalb zu wenige Daten vor, um Zu- oder Abnahmen der Population eindeutig belegen zu können.

Weniger Eis – schlecht für die Bären

Unumstößlich belegbar ist dagegen die Tatsache, dass sich das arktische Meer-Eis inzwischen früher im Sommer Richtung Norden zurückzieht und später im Herbst wieder zurückkehrt. Da die Bären zwingend Eisschollen für die Robbenjagd brauchen, verkleinert das sich erwärmende Klima auf diese Weise das Zeitfenster, in dem Bären fette Beute machen können. In eisfreien Zeiten und Gegenden finden sie nur karge vegetarische Kost und zehren währenddessen vom zuvor angefressenen Winterspeck. Längere eisfreie Perioden schmälern somit ihre Überlebenschancen.

Das Wachstum der Gesamtpopulation dürfte deshalb Ende der 90er Jahre gestoppt worden sein. Eine Studie aus dem Jahr 2018 schätzt ihre aktuelle Größe auf ungefähr 23.000 Tiere.

Gab’s nicht früher schon heiße Sommer?

Extreme Wetterereignisse gab es schon immer. Sie sagen aber nichts über die sehr langfristigen durchschnittlichen Entwicklungen bei Temperatur oder Niederschlag aus. Sie sagen also – für sich genommen – nichts über Klimaveränderungen aus.

Globale Durchschnittstemperatur steigt

Unumstößlich ist die Tatsache, dass die globale Durchschnittstemperatur schnell steigt. Zwischen 1880 und 2018 ist sie um 0,9 Grad gestiegen. In Österreich ist die Durchschnittstemperatur im selben Zeitraum sogar um zwei Grad gestiegen.

Klimaschwankung oder Klimawandel?

Der langfristige Temperaturanstieg wird in der Zukunft vermehrt für Extremwetter sorgen. Der Grund: Eine aufgeheizte Atmosphäre trägt mehr Energie in sich, kann mehr Wasser aufnehmen und sorgt für mehr Turbulenz. Aber sehen wir die Auswirkungen schon heute?

Das Problem: Extremwetter sind extrem und damit selten zu beobachten. Entsprechend schwierig ist es, Änderungen ihrer Häufigkeit statistisch nachzuweisen. Im Gegensatz zu langfristigen Temperatur-Trends gehören Extremwetter daher zu den eher unsicheren Phänomenen.

Dass es einen globalen Temperaturanstieg gibt, wird heute nicht mehr bezweifelt. Er ist ebenso gut belegt wie der Anstieg des Meeresspiegels und der Rückgang des arktischen Meereises. Spürbare Folgen des Klimawandels sind mit großer Wahrscheinlichkeit auch die jüngst beobachteten Hitzewellen und Trockenperioden. Viele Forscher sehen ähnliche Trends auch bei heftigen Stürmen (allerdings nicht für Europa), Gewittern oder Starkregen. Andere sind, was das betrifft, skeptisch. Fazit: Nicht jedes extreme Wetterereignis lässt sich völlig zweifelsfrei dem Klimawandel zuordnen. Ein klarer Trend zu heftigeren Wettern ist aber klar erkennbar.

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War’s im Mittel­alter nicht viel wärmer?

Im Mittelalter war es zwar nicht wärmer als heute, aber zumindest ähnlich warm. Haben die Klimawandel-Skeptiker also recht, wenn sie sagen, dass es schon immer Temperaturschwankungen auf der Erde gab? Ja. In der Hochzeit des römischen Reiches gab es eine Warmzeit, das sogenannte römische Klimaoptimum (etwa 200 vor bis 135 n. Chr.). Danach folgte die Kleine Eiszeit der Spätantike (450–700). Diese Phasen werden von den Klimawissenschaftlern aber auch gar nicht bestritten. Ganz im Gegenteil: Sie waren es, die diese Daten erst erhoben haben.

Mehrere Studien setzen sich mit den Ursachen der mittelalterlichen Klimaanomalie, so die wissenschaftliche Bezeichnung, auseinander. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass eine Kombination aus erhöhter Sonnenstrahlung, niedriger Vulkanaktivität und veränderten Ozeanzirkulationen das Klima im Nordatlantik binnen 20 bis 40 Jahren erwärmte.

Es stimmt also, dass es bereits früher deutliche Temperaturanstiege gab. Allerdings waren diese Anstiege nicht global spürbar, sondern beschränkten sich auf einige Regionen. Im Nordatlantik war die Erwärmung damals am stärksten.

Die vergangenen drei Jahrzehnte waren allerdings sowohl global als auch in den nordatlantischen Regionen und überall sonst auf der Nordhalbkugel die wärmsten der letzten 1.400 Jahre, also auch wärmer als in der mittelalterlichen Warmzeit.

Den deutlichsten Temperaturanstieg spüren wir seit Beginn der Industrialisierung. Dabei zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Konzentration von Kohlendioxid (CO2) und dem globalen Temperaturanstieg.

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Macht nicht die Sonne unser Klima?

Die unvorstellbare Menge an Energie, die tagtäglich von der Sonne auf die Erde gelangt, ist für so gut wie jedes Wetterphänomen verantwortlich. Sie ist die Ursache für vergangene Klimaänderungen. Ist es da nicht vernünftig anzunehmen, dass Veränderungen der Sonnenaktivität die gegenwärtige Erderwärmung verursachen?

Tatsächlich war ein Rückgang der Sonnenaktivität gepaart mit Vulkanausbrüchen eine der Ursachen für die kleine Eiszeit zwischen 1650 und 1850. Mehr noch: in den zurückliegenden 1.150 Jahren gingen Schwankungen der solaren Aktivität und Temperaturänderungen auf der Erde stets Hand in Hand.

Dennoch: Für den globalen Temperaturanstieg der vergangenen 50 Jahre kann eine Veränderung der Sonnenaktivität als Ursache so gut wie ausgeschlossen werden. Die Wissenschaft geht sogar davon aus, dass ein Rückgang der Sonnenaktivität in jüngster Vergangenheit einen leicht abschwächenden Effekt auf die Klimaerwärmung ausübte.

Unbestreitbar hat die Sonne einen starken Einfluss auf das Klima der Erde. Der Grund für die jüngste Erderwärmung ist aber nicht sie, sondern der Mensch.

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Ist CO2 nicht total harmlos?

Ohne Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre käme nicht nur die Photosynthese – Pflanzen geben Sauerstoff in die Umwelt ab, während zeitgleich Kohlendioxid aufgenommen wird – zum Erliegen, auch große Teile unseres Planeten würden sich innerhalb kurzer Zeit in eine Eiswüste verwandeln. Grund dafür ist der Treibhauseffekt. Sobald Sonnenstrahlen auf die Erdoberfläche treffen, wird deren Energie absorbiert und ein Großteil in Form von Wärmestrahlung wieder in Richtung Weltall geschickt. Treibhausgase wie Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan reflektieren Teile der Wärmestrahlung erneut zurück zur Erdoberfläche und erwärmen dadurch unser Klima.

Es stimmt, dass CO2 nur rund 0,04 Prozent Anteil der Luft ausmacht. Viel wichtiger als der relative Anteil ist jedoch die Gesamtmenge an CO2 in der Atmosphäre. Das Hinzufügen einer großen Anzahl von energieabsorbierenden CO2-Molekülen ändert zwar nur sehr wenig an ihrem prozentualen Anteil am Gesamtgemisch. Eine große Wirkung entfalten sie aber trotzdem. Auch hier lohnt der Vergleich mit dem Konsum von Alkohol: Eine Erhöhung des Blutalkoholspiegels von 0,1 auf 0,3 Prozent mag klein erscheinen, kann aber den Unterschied zwischen einem geselligen Abend und einem Aufenthalt in der Notaufnahme bedeuten.

Ergo: Für die Erderwärmung ist nicht der relative CO2-Anteil von 0,04 Prozent aussagekräftig. Wichtig ist ausschließlich die gesamte Menge an Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen, die sich in der Atmosphäre befindet.

Menschengemachte und natürliche Faktoren der Erderwärmung zwischen 1850 und 2017.

Quelle: Carbon Brief 2017

Unbestreitbar ist, dass Treibhausgase wie Kohlendioxid die Triebkräfte der Erderwärmung darstellen. Natürliche Ursachen wie Vulkanismus und eine veränderte Sonnenaktivität können hingegen ausgeschlossen werden. Darüber ist sich die Wissenschaft seit Jahrzehnten einig.

Nicht nur über die Ursache des Klimawandels herrscht Konsens, sondern auch über dessen Ursprung: Die erhöhten CO2-Konzentrationen stammen nicht etwa aus natürlichen Quellen, wie oft behauptet wird, sondern aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Wahr ist: CO2 ist für das Pflanzenwachstum unverzichtbar. Wahr ist aber auch: Der durch den Menschen verursachte zusätzliche Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen erwärmt unser Klima. Und das sorgt in vielen Weltregionen für Wassermangel oder Hitze.

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Lagen die Prognosen nicht alle daneben?

Darüber, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt, herrscht in der Wissenschaft große Einigkeit. Auch daran, dass wir mit einem weiteren Temperaturanstieg zu rechnen haben, besteht kaum Zweifel. Doch wie stark wird dieser Anstieg sein? Und was bedeutet das für uns Menschen?

Klimaprognosen sind eine komplexe Angelegenheit. Das liegt vor allem daran, dass eine Vielzahl von Faktoren Klima- und Temperaturveränderungen beeinflussen. Diese Komplexität hat zu einigen ungenauen oder sogar fehlerhaften Prognosen geführt.

So war im Weltklimabericht aus dem Jahr 2007 zu lesen:

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gletscher des Himalayas bis 2035 und vielleicht schon früher verschwinden, ist sehr hoch.

Richtig ist allerdings, dass einige Gletscher des Himalaya sogar wachsen.

In einem früheren Bericht prognostizierten die Forscher, dass bis zum Jahr 2010 weltweit mindestens 50 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen würden. Das Gegenteil ist eingetreten: In vielen Ländern der sogenannten Klimagefahrenzone gab es keine massenhafte Auswanderung, vielerorts wuchs die Bevölkerung sogar.

Auch der zuletzt veröffentlichte Bericht des Weltklimarats aus dem Jahr 2014 enthält Prognosen, die höchstwahrscheinlich unzutreffend sind. Konkret betrifft das die Wechselwirkung des globalen Wirtschaftswachstums und der Kohlendioxid-Emissionen. 99,5 Prozent aller Szenarien gehen für die Zeit zwischen 2010 und 2020 von einem zum Teil deutlich höheren Wachstum der Weltwirtschaft aus als jenes, das wir bis Ende 2020 aller Voraussicht nach tatsächlich erreicht haben werden.

Klimamodelle sind unverzichtbar für ein besseres Verständnis der klimatischen Veränderungen, sie dürfen aber nicht als Vorhersageinstrumente missverstanden werden. Das gilt für die Politik und Medien genauso wie für die Forscher selbst.

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Sind sich wirklich alle Forscher einig?

Darüber, dass der Mensch entscheidenden Anteil an der Erderwärmung hat, besteht wissenschaftlicher Konsens. Woher kommt die Skepsis einiger weniger? Seitdem der Klimawandel diskutiert wird, erscheinen regelmäßig Meldungen wie jene aus dem September diesen Jahres: „Es gibt keinen Klimanotfall“, hieß es darin. Etwa 500 Personen warnten in dem Aufruf vor „teuren und unnötigen Maßnahmen zur Treibhausgas-Reduzierung“.

Wissenschaftler ist nicht gleich Wissenschaftler

Gerade einmal zehn von 506 Unterzeichnern entpuppten sich als Klimawissenschaftler, weitere vier als Meteorologen. Der Rest besteht vor allem aus Geologen und Ingenieuren, von denen viele nicht an Universitäten forschen, sondern für die Industrie im Bereich der fossilen Energien arbeiten. Inhaltlich besteht der Aufruf vor allem aus Fehlinterpretationen und schlichten Falschaussagen, wie Forscher der Internetplattform Climate Feedback analysierten.

Welche Rolle spielt der Weltklimarat IPCC?

Immer wieder kursieren Behauptungen, wonach es sich beim Weltklimarat um ein rein politisches Organ handle. Er sei daher weder kompetent noch unabhängig. Wahr daran ist, dass der IPCC nicht zur Gänze unpolitisch ist und auf Initiative der Vereinten Nationen 1988 gegründet wurde. Seine Aufgabe: Das Sammeln wissenschaftlicher Fakten zum Klimawandel. Für den Weltklimarat arbeiten Wissenschaftler, die regelmäßig umfassende Berichte veröffentlichen. Politische Handlungsempfehlungen gibt der Rat nicht ab.

Auch außerhalb des Weltklimarats herrscht weitgehend Einigkeit. Eine Studie aus dem Jahr 2016 kam zu dem Ergebnis: 97 Prozent der Autoren von über 4.000 wissenschaftlichen Studien bestätigten den Klimawandel. Dabei war die Zustimmung umso größer, je größer das Fachwissen der Autoren war.

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Welche Klima­skeptiker­these hält denn nun?

In der medialen Debatte um den Klimawandel scheint es nur zwei Lager zu geben. Auf der einen Seite stehen die Klimajünger, die den Prognosen der Klimawissenschaftler blind folgen, auf der anderen die Klimaleugner, die jegliche wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren. Dabei ist diese Einteilung in zwei Lager ein Zerrbild der Wirklichkeit.

Dass sich die Erde in den vergangenen Jahrzehnten in einem hohen Tempo erwärmt, bezweifelt kaum noch jemand. Dass der Mensch die Hauptursache für diesen Temperaturanstieg ist, bezweifeln auch nur noch wenige. Dass allerdings jedes medial vermittelte Horrorszenario wirklich eintritt, wird selbst von vielen renommierten Klimaforschern bezweifelt. Sie warnen vor einer Klimahysterie genauso wie vor einer Verharmlosung der möglichen Folgen der Klimaveränderungen. Wer gegenüber den Berechnungen und Prognosen des Weltklimarats skeptisch ist, steht schnell unter Verdacht, zu den bösen Klimaleugnern zu gehören.

Dabei kann Wissenschaft nur in wenigen Ausnahmefällen hundertprozentig präzise Vorhersagen machen. Die Klimaforschung kann auch mit den modernsten Computermodellen nicht tausende Wechselwirkungen von hunderten Faktoren absolut exakt berechnen. Wissenschaft bedeutet, Wissen zu schaffen, keine absoluten Wahrheiten. Wissen als Ergebnis der Wissenschaft wird permanent ergänzt, vertieft und manchmal auch widerlegt. Das gilt auch für die tausenden Detailfragen des Klimawandels, der zu Recht als eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte betrachtet wird. Dabei hilft es aber, nicht in eine Panik zu verfallen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich Menschen von Problemen, die ihnen Angst machen oder unlösbar erscheinen, abwenden statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Sind Zweifel am Klimawandel und dem Menschen als Ursache angebracht? Nein. Sollten wir skeptisch mit Blick auf die Genauigkeit der Prognosen und der konkreten Auswirkungen des Klimawandels sein? Möglicherweise. Ist Skepsis gegenüber Vernunft unterdrückender Panik und radikalen, nicht durchdachten Forderungen berechtigt? Mit Sicherheit.

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Das Rechercheteam

Timo Küntzle

Timo Küntzle, geboren 1974 in Karlsruhe, ist Journalist und hat ein Diplom in Agrarwissenschaften. Nach seinem Studium (Fachrichtung Pflanzenbau) und einem Redaktions-Volontariat, arbeitete er als Redakteur und Reporter für die Nachrichtenredaktionen von Puls 4 und Servus TV, später als Moderator und Gestalter für das Wissensformat „Na Servus – das Wetter auf Servus TV“ sowie für „Servus am Morgen“. Zuletzt schrieb er regelmäßig Beiträge für das Ressort „Wissen und Innovation“ der Tageszeitung „Die Presse“.

Carla Marquez
Dennis Meyer

Dennis Meyer glaubt an die Macht der Bilder und des Wortes. Der Kulturwissenschaftler wurde also Fernsehjournalist. Nach Stationen beim ZDF und bei Spiegel TV zog der Hamburger nach Salzburg. Zunächst arbeitete er als freier Autor und Gestalter, dann in der Redaktion von „Talk im Hangar-7“. Jetzt widmet er sich Reportagen und Dokumentationen über Themen, die bewegen.

Johannes Strobl
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