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Reisetagebuch: Fühlen sich Pariser Juden noch sicher in ihrer Heimat?
20. Juni 2018 Randnotizen Lesezeit 2 min

Das Feinkostgeschäft „Sacha Finkelsztajn“ liegt mitten im Marais, dem jüdischen Viertel von Paris. Hier habe ich Pierre getroffen, einen Pariser Juden. Mit ihm habe ich über die Zunahme der Gewalt gegenüber Juden in Frankreichs Hauptstadt gesprochen – Gewalt, die mehrheitlich von Muslimen ausgeht, Gewalt, die Ende März in der Ermordung der Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll gipfelte. Die New York Times titelte daraufhin „Jews are being murdered in Paris. Again.“

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Fühlen sich die Pariser Juden noch sicher in ihrer Heimat? Manche Medien haben in den vergangenen Monaten von einem Exodus der Pariser Juden gen Israel berichtet. Diese Darstellung hält Pierre für übertrieben. Dennoch ist er in Sorge um die Lage der gesamten französischen Gesellschaft. Pierre ist ein liberaler Jude, überzeugter Anhänger des Laizismus, der Trennung von Staat und Religion.

Der französische Staat habe genau an diesem Punkt in den letzten 40, 50 Jahren versagt. Muslimischen Einwanderern seien unter dem Deckmantel der Toleranz die französischen Werte „Liberté, Égalité und Fraternité“, also Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, und eben auch der Laizismus nicht vermittelt worden.

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Anpassung könne nur dann stattfinden, wenn die Mehrheitsgesellschaft Orientierung bietet, auch einen gewissen Druck zur Anpassung ausübt. „Wenn das nicht passiert, entstehen Parallelgesellschaften. Die politische Linke in Frankreich hat jahrzehntelang die Augen davor verschlossen, dass in Teilen der muslimischen Community fundamentalistisches und anti-demokratisches Gedankengut verbreitet wird. Dass der Staat mit seinen Gewalten und Gesetzen für viele Muslime keinen Wert hat, dass für sie allein ihre radikale Auslegung des Koran zählt.“  

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