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Am Ende der Negativspirale steht das tote Dorf
19. November 2018 Landflucht 10 min
Wie lebt es sich in einer aussterbenden Gemeinde? Addendum hat Dörfer besucht, in denen die jüngsten Einwohner über 50 sind, und mit Betroffenen über Zukunftsmodelle gesprochen.

Seit dem Jahr 2008 leben weltweit erstmals mehr Menschen in Städten als in ländlichen Gebieten, bis 2050 sollen es 70 Prozent sein. Während die Städte unter der Bevölkerungslast ächzen, jubeln Bürgermeister in kleinen Gemeinden über jeden einzelnen Zuzug.

Vor allem junge und gut ausgebildete Menschen verlassen Dörfer und Kleinstädte, weil sie in Städten mehr Perspektiven sehen. Der Altersdurchschnitt auf dem Land steigt, die wenigen noch ansässigen Firmen finden keine qualifizierten Mitarbeiter mehr, Nahversorger und öffentliche Einrichtungen schließen. Damit wird oft eine Negativspirale in Gang gesetzt, an deren Ende der Zusammenbruch einer Gemeinde steht.

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Addendum hat sich in Österreich, im Speziellen im Südburgenland, den Verlauf der Spirale, die zum Zusammenbruch vieler Dörfer geführt hat, angesehen. Dabei sind wir unter anderem auf Luising gestoßen, eine Gemeinde, in der heute nur noch 46 Menschen leben. Die jüngsten Luisinger sind 50 Jahre alt.

Landflucht ist kein neues Thema, das erschließt sich auch aus den Einwohnerzahlen von Hagensdorf, dem Nachbarort von Luising. Vor hundert Jahren lebten in der Gemeinde noch 800 Menschen. Der starke Bevölkerungsrückgang hat bereits 1971 zur Gemeindezusammenlegung mit vier Nachbargemeinden geführt. Zu dieser Zeit lebten nur noch 350 Menschen in Hagensdorf, heute sind es nur noch 203, Tendenz sinkend.

Soll man derartige Gemeinden einfach sterben lassen oder weiterhin in die sinkenden Schiffe investieren? Wir haben mit zwei betroffenen Bürgermeistern und der Raumforscherin Gerlind Weber gesprochen, die im Zuge ihrer Forschung das Modell Negativspirale entwickelt hat. 

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