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Neues Jahr, neue Flüchtlingswelle?
Geschichte wiederholt sich nicht. Sagt man. Doch die alte Binsenweisheit wackelt. Vor den Toren Europas mehren sich die Anzeichen für eine neue Flüchtlingswelle.

Geschichte wiederholt sich nicht. Sagt man. Doch die alte Binsenweisheit wackelt. Vor den Toren Europas mehren sich die Anzeichen für eine neue Flüchtlingswelle. Einige Beobachter fürchten bereits, dass im kommenden Jahr ähnlich viele Menschen in Richtung EU aufbrechen werden wie damals, im Spätsommer 2015.

Auf die „Refugees Welcome“-Rufe der ersten Monate folgten bald tiefgreifende politische Veränderungen. Migration wurde zum wahlentscheidenden Thema und zur größten Sorge der Bürger. Fast 2,6 Millionen Menschen stellten 2015 und 2016 Asylanträge in der EU. Durch die Schließung der Balkanroute, das umstrittene Abkommen der Union mit der Türkei und die Wiederbelebung einer aktiven Migrationspolitik konnte die Zahl der Ankünfte 2017 auf rund 700.000 gesenkt werden, 2018 waren es dann „nur“ noch 650.000. Zur Erinnerung: 2010, im Jahr vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien, lag die Zahl der Asylanträge in der EU bei gerade einmal 260.000.

Dennoch: Die von den Europäern ergriffenen Maßnahmen zur Sicherung der „Festung Europa“ haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Ist jetzt also alles gut? Zumindest im gerade überstandenen Nationalratswahlkampf konnte man einen solchen Eindruck gewinnen. Das Thema Migration spielte nur eine Nebenrolle. Zum Leidwesen der FPÖ und zur Freude der Grünen dominierte der Klimawandel das Werben um die Wählergunst.

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Eigentlich überraschend, denn: Seit dem Frühjahr 2019 tauchen wieder Bilder von überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln auf, die neue Regierung in Athen bittet die europäischen Partner um Hilfe, das Glas sei voll. Der Migrationsexperte Georg Gassauer war für Addendum zuerst im Juli und dann noch einmal Ende Oktober auf Samos. Allein in dieser kurzen Zeitspanne hat sich die Situation vor Ort drastisch verschlechtert. In unserem Story-Feature „Die Insel der Flüchtlinge“ haben wir die Situation in drei Kapiteln aus der Perspektive der Flüchtlinge, der Helfer und der Einheimischen beschrieben.

Gassauer hat außerdem zahlreichen Experten und Beobachtern die Frage gestellt, wie sich die Situation an den Brennpunkten vor den Toren Europas verändert hat und womöglich in den nächsten Monaten verändern wird. Wie verlässlich ist die Türkei? Wie instabil die Lage in der Sahelzone und welche Auswirkungen könnten die Proteste im Libanon für uns Europäer haben? Sind die bislang ergriffenen Maßnahmen zur Sicherung der „Festung Europa“ ausreichend? Die Antworten finden Sie hier.  

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