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Den Anfang machen drei Folgen aus der neuen Reihe „Vergessene Kapitel“. Wir erzählen in „Vergessenen Kapiteln“ Geschichten aus Österreichs Vergangenheit, unter anderem warum die ÖVP im ORF anfangs auf die falsche Technologie setzte oder wie die Habsburgermonarchie kläglich daran scheiterte, ein Kolonialreich zu errichten.

Vergessenes Kapitel 1:

Als die ÖVP auf die falsche Technologie setzte

Als das Fernsehen in Österreich im Jahr 1955 verfügbar wurde, herrschte bereits die Tradition des Proporzes. Das heißt: Alle öffentlichen Posten wurden strikt großkoalitionär zwischen ÖVP und SPÖ aufgeteilt. Davon blieb auch der ORF nicht verschont. Da die ÖVP nicht an die Durchsetzungskraft des Fernsehens glaubte, setzte sie auf das damals stärkste Medium, das Radio. Das in seiner Reichweite schwache und von manchen als gesundheitsschädlich eingestufte Fernsehen überließ sie so der SPÖ. Entgegen der Vorhersagen der ÖVP wurde das „Kastl“ aber innerhalb weniger Jahre zum Massenmedium, was den Kampf der Parteien um die Vorherrschaft über das neue Medium neu aufleben ließ.

Von Monika Müller, Michael Mayrhofer und Philipp Pankraz.

Vergessenes Kapitel 2:

Der Schwindel des William Bolts

An Österreichs Schulen wird gelehrt, dass die Habsburgermonarchie sich nicht an der brutalen Kolonialisierung außerhalb Europas beteiligte, da sie als eigenständiges Kolonialreich keine Ressourcen hatte, sich wie die anderen europäischen Großmächte der Eroberung von Gebieten in fernen Weltregionen zu widmen. Doch das stimmt nicht ganz. Auch die Habsburgermonarchie besaß Territorien außerhalb Europas: im Südosten Afrikas, im indischen Ozean und sogar in China. Im zweiten „Vergessenen Kapitel“ geht es um den in Amsterdam geborenen Glücksritter und Seefahrer William Bolts, der dem österreichischen Kaiserhof verspricht, den internationalen Handel mit Afrika und Asien im großen Stil einzuleiten.

Von Monika Müller, Johannes Perterer und Philipp Pankraz.

Vergessenes Kapitel 3:

Eine Kriegserklärung mit Abschiedsgeschenken

Im dritten Kapitel geht es um die dritte und letzte österreichische Kolonie außerhalb Europas. In der chinesischen Hafenstadt Tianjin nahe Peking sollte für fast 17 Jahre die österreichisch-ungarische Kriegsflagge wehen und das Konzessionsgebiet der Österreicher markieren. Als China Österreich-Ungarn 1917 den Krieg erklärt, ist die kleine Kolonie im Reich der Mitte beendet, dennoch wird der österreichische Gesandte Arthur von Rosthorn bei seiner Abreise vom chinesischen Präsidenten mit Abschiedsgeschenken überhäuft. Wir erzählen dieses „Vergessene Kapitel“ anhand der Tagebuchaufzeichnungen von Arthur von Rosthorn und seiner Frau Paula.

Von Monika Müller, Johannes Perterer und Philipp Pankraz.

Addendum Podcasts aus der Investigativ-Redaktion

Steirische Eichen aus ukrainischen Wäldern

Österreichisches Parkett – heimisch, regional, nachhaltig? Nicht unbedingt. Am Anfang dieser Geschichte stand nur ein kleiner Hinweis, am Ende steht ein ganzes System. Österreichische Parkett-Produzenten machen hohe Gewinne und preisen dabei Nachhaltigkeit und regionale Herkunft ihres Holzes.

Doch eine Addendum-Recherche zieht diese Darstellung in Zweifel. Nachforschungen führen bis in die Ukraine und enden dort bei kriminellen Strukturen, Gewalt und dem Raubbau an der Natur.

Von Rainer Fleckl, Christoph Lehermayr, Philipp Pankraz und Elisabeth Woditschka. 

Wien und das kleine Glücksspiel

Das Thema Glücksspiel steht seit Veröffentlichung des Ibiza-Videos in besonderem Fokus der Öffentlichkeit. Heinz-Christian Strache sagte damals bekanntlich: „Novomatic zahlt alle.“ Mittlerweile gab es Hausdurchsuchungen; bei Heinz-Christian Strache, bei Johann Gudenus und bei Peter Sidlo. Sidlo, so lautet zumindest der Verdacht der Korruptionsstaatsanwaltschaft, soll mit Hilfe der Novomatic Finanzvorstand der Casinos geworden sein, deswegen wurde auch das Büros des Novomatic-Chefs durchsucht. Wir zeigen, wie das Apparatespiel in Wien funktionierte und welche Nachwehen es bis heute gibt.

Von Rainer Fleckl, Sebastian Reinhart, Philipp Pankraz und Elisabeth Woditschka. 

Österreich und die Holzmafia

Der Osten Europas besitzt, was der Westen längst verloren hat: riesige Urwälder. Sie sind die letzten des Kontinents, wären in der Klimakrise unersetzlich, werden aber erbarmungslos abgeholzt. Teil des Milliardengeschäft ist ein mafiöses System, das von Rumänien bis in die Ukraine reicht. Mitten drin: österreichische Holzunternehmen und diskrete Milliardärsfamilien. Addendum-Reporter Christoph Lehermayr erzählt von seiner Reise in die rumänischen Wälder, der Vergiftung einer Ministerin und was die Holzmafia damit zu tun haben könnte, und der Bedeutung der österreichischen Holzfirmen.

Von Rainer Fleckl, Christoph Lehermayr, Elisabeth Oberndorfer und Philipp Pankraz. 

Das Benko-Prinzip

René Benko gehört inzwischen zu den einflussreichsten Unternehmern Österreichs. Der immer noch junge Mann, der seine unternehmerische Karriere bereits als Schüler begann, hat zwar in der nicht leicht zu überblickenden Signa-Gruppe seit einer Verurteilung keine Organfunktion mehr, kontrolliert sein Imperium aber nach wie vor über ein Netz an Vertrauten in den entscheidenden Management- und Aufsichtsfunktionen. Wir fassen die Recherchen rund um René Benko zusammen – mit Interviewausschnitten, Hintergründen und der komplexen Firmenstruktur.

Von Rainer Fleckl, Johannes Kaiser, Christoph Lehermayr, Elisabeth Oberndorfer und Sebastian Reinhart.

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17.02.2020

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