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Biomasse: Millionengrab oder nachhaltige Technologie?
21. Februar 2019 News 7 min
Seit Wochen tobt ein Streit um die millionenschwere Förderung von Biomassekraftwerken. Doch wie innovativ und nachhaltig ist diese Technologie überhaupt? Und wie lange sollten die Betreiber finanziell unterstützt werden?

Dass das jetzt abgedreht werden muss, nur weil wir es nicht wirtschaftlich betreiben können, das wäre doch schade”, meint Michael Roselieb. Abgedreht werden soll sein Biomassekraftwerk. In ganz Österreich stehen insgesamt 47 Kraftwerke, deren Förderverträge schon ausgelaufen sind oder demnächst auslaufen, vor dem möglichen Aus. Der Grund: Der Bundesrat hat zum ersten Mal seit seinem Bestehen ein im Nationalrat beschlossenes Gesetz verhindert. Die SPÖ-Bundesräte stimmten geschlossen gegen die Ökostromnovelle. Es geht um 140 bis 150 Millionen Euro an Förderungen für Biomassekraftwerke für die nächsten drei Jahre.

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Wir haben uns mit der Kamera angesehen, was das für die Betreiber bedeutet und ob es überhaupt sinnvoll ist, Millionen Euro an Förderungen in die Energiegewinnung aus Biomasse zu stecken, denn: Technisch und wirtschaftlich gibt es bei der Stromgewinnung aus Biomasse kaum Fortschritt. Laut der Abwicklungsstelle für Ökostrom erhalten die Kraftwerke seit 2013 ungefähr gleichbleibende Subventionen in der Höhe von 260 bis 270 Millionen Euro pro Jahr, die Anzahl der Kraftwerke hat sich in diesen Jahren von 130 auf knapp 140 erhöht und auch die Menge an produzierten Strom liegt stabil auf einem Niveau von rund 2.000 Gigawattstunden. Das bedeutet, dass seit Jahren eine gleichbleibende Menge an Strom aus Biomassekraftwerken in das österreichische Stromnetz eingespeist wird. Verpuffen die Millionenhilfen aus dem Steuertopf?

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Befürworter und Förderer dieser Energieform – das Nachhaltigkeitsministerium zum Beispiel – sagen: Nein. In den sogenannten Nachhaltigkeitsberichten ließe sich nachlesen, dass die Bedeutung von Energie aus Biomasse wachse. Unberücksichtigt bei dieser Argumentation bleibt aber, dass in diese Berichte auch Anlagen von Kleinverbrauchern wie Einfamilienhäuser eingerechnet werden (Pelletöfen, Biogasanalgen, etc.). Mit der Produktion von Strom aus Biomasse hat das jedoch gar nichts zu tun. Gewissermaßen vergleichen Nachhaltigkeitsberichte Äpfel mit Birnen.  

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