Konservative aller Welt, vereinigt: Die US-russische Achse beim „World Congress of Families“

Kreml-nahe Oligarchen finanzieren ein reaktionäres Netzwerk, das sich jedes Jahr zum „Weltkongress der Familien“ trifft, zuletzt Ende März in Verona. Doch wer und was steckt hinter der Idee der konservativen Gegenrevolution, die inzwischen sogar Regierungsmitglieder in Europa zu begeistern scheint?

04.04.2019
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In Veronas prestigeträchtigem Palazzo della Gran Guardia versammelten sich vergangenes Wochenende bekannte und weniger bekannte Vertreter des reaktionären Lagers, um zum Thema „Der Wind der Veränderung: Europa und die globale Bewegung für die Familie“ zu sprechen. Die Verbindungen reichen bis nach Österreich. Selbst der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, war als Redner beim Treffen des „World Congress of Families“ vorgesehen, sagte jedoch im letzten Moment ab. Addendum war vor Ort und hat sich angesehen, ob erzkonservative und reaktionäre Ideologien auch in Mitteleuropa an Nachfrage – und vor allem – an Akzeptanz gewinnen.

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Meilenstein Verona?

Die Teilnehmer am World Congress of Families selbst sehen sich jedenfalls im Aufwind. In Verona war es das erste Zusammentreffen des World Congress of Families, bei dem mit Italiens Innenminister Matteo Salvini, Familienminister Lorenzo Fontana und Bildungsminister Marco Bussetti gleich drei Regierungsmitglieder eines langjährigen EU-Mitgliedstaats Reden hielten. Auch die Wahl des Austragungsorts war kein Zufall: Erst im Oktober 2018 erklärte Verona sich zur „Pro-life“-Stadt – daher sollen etwa Programme zur Bekämpfung von Abtreibung finanziert werden.

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Die Veranstalter bemühten sich sichtlich, ihre Bewegung in den Mainstream beziehungsweise die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Das Motto: Bedeutung durch Akzeptanz. Hochrangige gesellschaftliche und politische Figuren sind für Bewegungen wie den World Congress daher von fundamentaler Bedeutung. Neben den bereits genannten italienischen Regierungsmitgliedern standen noch andere italienische Politiker auf der Rednerliste: zwei Regionalpräsidenten (Luca Zaia aus Veneto und Massimiliano Fedriga aus Friaul-Julisch Venetien), die Parteichefin der Regierungspartei Fratelli d’Italia Giorgia Meloni und die Europaparlaments-Abgeordnete Elisabetta Gardini (Forza Italia).

Dazu gesellten sich einige weitere altbekannte Redner aus dem Ausland, allen voran die ungarische Familienministerin Katalin Novák und der ungarische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Eduard Habsburg-Lothringen. Aus Deutschland war die Alternative für Deutschland (AfD) mit Maximilian Krah, der auf dem dritten Listenplatz für die EU-Wahlen steht (aber keine Rede hielt), vertreten.

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Großdemonstration

Der Kongress löste in Italien eine kleine innenpolitische Krise aus – Premierminister Giuseppe Conte distanzierte sich öffentlich von der Veranstaltung, der stellvertretende Ministerpräsident Luigi Di Maio bezeichnete den World Congress of Families gar als „mittelalterlich“. Auch medial rief die Veranstaltung schon im Vorfeld großes Interesse hervor, von einem „Brutkasten übler Ideen“ war die Rede.

20.000 bis 30.000 Personen gingen in Verona gegen den Kongress auf die Straße. Die Umgebung des Veranstaltungsortes – Bürgermeister Federico Sboarina hatte immerhin den zentralsten Platz der Stadt zur Verfügung gestellt – wurde großflächig geräumt. Und trotzdem: Zumindest Gloria von Thurn und Taxis, die von der deutschen Taz aufgrund ihrer Aktivitäten harte Kritik erntete, wollte davon nichts mitbekommen haben:

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Umgekehrt herrschte auch vonseiten des World Congress of Families anscheinend eine gewisse Grundskepsis gegenüber Medienvertretern – eine Bestätigung unserer Presseakkreditierungen haben wir jedenfalls nie bekommen, auch anderen Journalisten erging es ähnlich.

Grund für die Aufregung waren vor allem die Aktivitäten und Aussagen so mancher Teilnehmer. Um zwei besonders plakative Beispiele zu nennen: die Nigerianerin Theresa Okafor, Vorsitzende der „Foundation for African Cultural Heritage“, hatte in der Vergangenheit Homosexuelle mit der islamistischen Sekte Boko Haram verglichen. Der russisch-orthodoxe Priester Dmitri Smirnov soll in der Vergangenheit wiederum davon gesprochen haben, dass Europas christliche Gesellschaften in gut 30 Jahren untergehen würden: was er unter anderem damit begründet, dass Muslime ihren Glauben nicht verloren hätten und dazu bereit seien, bis zum Tod dagegen zu kämpfen, in einem von Homosexuellen beherrschten Staat zu leben.

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Gegen den „linken Mainstream“

Ganz allgemein handelt es sich beim World Congress of Families um ein Expansionsprojekt der US-amerikanischen christlichen Rechten, wie die Innsbrucker Soziologin Kristina Stöckl ausführt. Sie widmet sich im Rahmen eines von der EU geförderten Forschungsprojekts seit einigen Jahren der internationalen Zusammenarbeit ultrakonservativer Kräfte. Eingebettet in die Internationale Organisation der Familie („International Organization for the Family“) treffen sich im „World Congress“ Vertreter unterschiedlicher christlicher Strömungen, von Katholiken über Mormonen bis hin zu Russisch-Orthodoxen. Was sie eint, ist ihre gemeinsame Ablehnung des „allgemeine Werteverfalls“: Von der „Schwulenlobby“ ist die Rede, die Heiligkeit der Mutterschaft wird ebenso betont wie die Ablehnung von Abtreibungen oder der Ehe für alle. Auch in Verona äußerten die unterschiedlichen Redner durchgängig Fundamentalkritik am „liberalen Mainstream“. Als Beispiel diente unter anderem der französische Vorstoß, in Schulen nur noch von Elternteil 1 und Elternteil 2 zu sprechen. Ebenso wurde „gendern“ als „Orwell’sche Sprachmanipulation“ durch linke Universitätsangehörige, Medien und Politiker angeprangert, gepaart mit einer scharfen Zurückweisung der „Absurdität der Gleichheit der Geschlechter“.

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Die Flüchtlingskrise als Chance

Bei dieser „konservativen Gegenrevolution“ kommt der Flüchtlings- und Migrationskrise eine Schlüsselrolle zu. Sie soll einen Wendepunkt markiert haben, der reaktionäre Kräfte (zurück) an die Macht gebracht habe und auch in weiteren Ländern an die Macht bringen könne. Wiederholt war von der Krise Europas, gar vom „europäischen Suizid“ die Rede, dem es nun entgegenzutreten gelte. Statt Masseneinwanderung sollen die Europäer wieder selbst Kinder bekommen, so der zentrale Lösungsvorschlag. Der Abstieg des Westens hängt nach Ansicht des „World Congress“ schließlich unmittelbar mit seiner Kinderlosigkeit zusammen. So weist Brian S. Brown, der heutige Chef des World Congress of Families, die These von der vermeintlichen Überbevölkerung des Planeten entschieden zurück. Vielmehr ist von „Unterbevölkerung“ die Rede, Großfamilien gelten als „Geschenk“ und als Zeichen von Wohlstand. Brown selbst hat – wie er in seiner Kurzbiografie auf Twitter betont – neun Kinder. Er sieht im afrikanischen Kontinent einen spirituellen „Leader“, der auch bald eine ökonomische Führungsrolle einnehmen wird.

Vorbild Ungarn

Als Vorbild in Sachen Familienpolitik gilt Ungarns Viktor Orbán. Er hatte 2018 zum „Jahr der Familien“ erklärt, die ungarische Regierung führte zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Familie ein: Neu verheiratete Paare bekommen in der Anfangsphase monatliche Unterstützung vom Staat, dazu kommen steuerliche Begünstigungen. Außerdem gibt es für Paare mit Kinderwunsch je nach Anzahl der Kinder unterschiedliche Modelle zur Eigenheimfinanzierung, mehr Urlaubstage, Familienbeihilfe und eine Reihe von Vergünstigungen für Kinder (Impfungen, Gratis-Führerscheinkurse oder Sprachzertifikate). Erst im Februar 2019 kündigte Orbán überdies an, dass Mütter mit vier oder mehr Kindern nie wieder Einkommensteuer abliefern müssen. Dass Orbán damit Erfolg haben wird, gilt allerdings als zweifelhaft. Ungarns Familienministerin erntete für die Ankündigung der neuen ungarischen Förderungen für Jungfamilien jedenfalls viel Applaus. Auch Eduard Habsburg hatte bereits im Vorfeld mit Stolz verkündet, dass die Abtreibungsrate um ein Drittel gesunken und die Anzahl der neu geschlossenen Ehen um 42 Prozent gestiegen seien.

Feindbild Soros

In Verona war auch mehrfach von der Wahl von Donald Trump als Eckpfeiler der konservativen Wende die Rede. Womit sich der Kreis des Gefühls vom Aufwind für die eigenen Standpunkte schloss. Mit Trump sei wieder ein Präsident an der Spitze des mächtigsten Landes, der sich ausdrücklich gegen die Abtreibung positioniere. Viel Hoffnung wird auch in den neu besetzten US Supreme Court gesetzt, der von seiner früheren Rechtsprechung zur Abtreibung wieder abweichen könnte, was ein allgemeines Abtreibungsverbot ermöglichen würde. Außerdem habe Trumps Wahl gezeigt, dass die US-Amerikaner selbst nicht viel von den liberalen Ideen halten, die sie nach außen zu propagieren versuchen.

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Eine russisch-amerikanische Allianz

Neben den Rednern sorgt der World Congress of Families auch wegen seinen Hintermännern für Kritik. Schließlich verbirgt sich dahinter eine bemerkenswerte Allianz: Ultrakonservative russische und US-amerikanische Christen haben sich vereinigt, um für den Erhalt der „natürlichen Familie“ zu kämpfen. Oder gegen alles, was als Teil einer „linken“ oder „liberalen“ Ideologie gesehen wird. Das Geld dürfte zu weiten Teilen aus Russland kommen, als primäre Financiers gelten Wladimir Jakunin und, zu einem erheblich größeren Anteil, Konstantin Malofejew.

Jakunin ist ein enger Vertrauter Putins, er war von 2005 bis 2015 Chef der russischen Eisenbahngesellschaft und steht gemeinsam mit seiner Frau Natalia an der Spitze der „Endowment for St. Andrew the First-Called“-Stiftung. Sie verfolgt offiziell das Ziel, „das russische Erbe im In- und Ausland zu wahren“, besonderes Augenmerk liegt auf Serbien.

Der 1974 geborene und damit 26 Jahre jüngere Malofejew gründete 2005 den Investmentfonds Marshall Capital Partners. Die deutsche Welt bezeichnete ihn als „orthodoxen Ritter im Dienst des Kremls“, er verfolgt das Ziel, das Zarentum nach Russland zurückzubringen. Zu diesem Zweck besitzt er ebenfalls eine religiöse Stiftung, die unter anderem eine Privatschule und einen Fernsehsender betreibt. Unter seinem Zutun wurde der World Congress of Families 2014 schlussendlich erstmals in Russland ausgerichtet, genau genommen in der Kongresshalle der russisch-orthodoxen Kirche in Moskau. Es kam auch zu einem Treffen in der Duma. Sein Mann beim World Congress of Families ist Alexey Komov, ein geübter Redner, der in den USA studiert hat und Kontakte zu rechtsgerichteten und erzkonservativen Parteien in ganz Europa unterhält.

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Spaltpilz Ukraine

Dieses Treffen stand allerdings unter keinem guten Stern: Aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine musste die ursprüngliche Konferenz abgesagt werden, weil zahlreiche Vertreter abgesagt hatten. Malofejew selbst steht aufgrund des Vorwurfs der Finanzierung pro-russischer Separatisten in der Ostukraine auf den Sanktionslisten der USA und der EU.

Aus seinen politischen Ansichten und Ambitionen macht er keinen Hehl, im Rahmen einer ZDF-Dokumentation sprach er offen davon, „dieses liberale und bourgeoise Europa“ abzulehnen, „dieses degenerative, politkorrekte Pseudo-Europa“. Sein Ziel ist daher „eine eurasische Staatenunion unter Führung Russlands mit der orthodoxen Kirche als Hüterin der neuen Ordnung. Ich kritisiere, dass die westliche Welt heute ohne Gott lebt. Alle sogenannten westlichen Werte sind gottlos und atheistisch.“

Verbindungen nach Österreich

Malofejews enge Verbindungen zur FPÖ sind bekannt und – von den Kritikern dieser Verbindung – gut dokumentiert, Johann Gudenus wurde auch schon von Alexey Komov interviewt. Mit der Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler (ÖVP), die im vergangenen Jahr beim World Congress of Families in Moldawien gesprochen hat, gibt es auch eine zweite österreichische Verbindung. Eine allzu enge Nahebeziehung zu dem Kongress bestreitet sie – unter anderem aufgrund des russischen Einflusses und den unterschiedlichen Sichtweisen zur Ukraine – jedoch. Daneben sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass Komov vor einigen Jahren in Wien bei einer interreligiösen Konferenz zur „Familie in der Krise“ von Kardinal Schönborn empfangen wurde.

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Viele gute Freunde

Neben Malofejew und Jakunin gibt es freilich eine große Zahl weiterer bedeutender Figuren. Neben den bereits genannten Regierungsvertretern sollte man auch den pro-russischen moldawischen Präsidenten Igor Dodon (er hatte den letzten World Congress of Families ausgerichtet) und den georgischen Geschäftsmann Levan Vasadze erwähnen, der offen für eine Aussöhnung zwischen Georgien und Russland nach dem Krieg 2008 eintritt, um sich vom „westlichen Einfluss“ loszusagen. Vasadze gilt als einer der Chefideologen des georgischen „Nativismus“, er vermutet eine globalistisch-liberale Verschwörung, mit der das georgische Volk von seinen Ureigenschaften entfremdet werden soll. Homosexualität sieht er dabei als die größte Bedrohung, der liberale Westen wolle die Georgier und ihre Kinder ihm zufolge zu Päderasten machen. Bei seiner Rede in Verona sprach er von „Soros-Dämonen“, begrüßte den zunehmenden Druck auf das US-Imperium und stellte seine Vision einer „post-liberalen traditionellen Gesellschaft“ vor.

Europas Schwäche, Russlands Stärke?

Diese Gedanken und Thesen kommen nicht von ungefähr. Der World Congress of Families ist integraler Bestandteil von russischen Bemühungen, sich nicht nur militärisch, sondern auch ideologisch als Gegenspieler des liberalen Westens zu positionieren. Dabei sieht man sich dezidiert als Gegenbewegung zu westlich-universalistischen Werten und bestimmten gesellschaftlichen und technologische Entwicklungen: „Reproduktions- und Biotechnologien, Euthanasie und Abtreibung, LGBT-Rechte und Gendergleichheit – alles wird in einem Atemzug genannt, um die ungehemmte Modellierung des Menschen zu belegen“, wie es die deutsche Soziologin Katharina Bluhm vom Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin ausdrückt. Der bereits genannten Innsbrucker Wissenschaftlerin Kristina Stöckl zufolge gilt Brüssel und die EU aus Sicht Russlands (und auch unter Europas Rechtsparteien) als „das neue Moskau“, die heutigen Liberalen seien wieder „wie die Kommunisten von damals, denn so wie einst die zentrale Steuerungsmacht der Sowjetunion anderen Ländern seine Regeln überstülpte, so agiere nun Brüssel in seinem Versuch, eine liberale Weltordnung zu verbreiten!“

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Tagungsort des diesjährigen „World Congress of Families“ war der Palazzo della Gran Guardia in Verona.
Rund 20.000 bis 30.000 Menschen versammelten sich zu einer Gegendemonstration.
Levan Vasadze, georgischer Geschäftsmann, hielt eine Brandrede gegen Soros und die USA.
Zum Abschluss des Kongresses folgte ein „Marsch für die Familie“.

Zurück ins Zarenreich

Russland möchte die Zeiten, in denen die Sowjetunion als einendes Element von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen fungierte, hinter sich lassen. Anstelle von sowjetischer Folklore rücken nun Anleihen beim konservativen Zarenreich. Heute sucht das Land gezielt Partnerschaften zu rechten und konservativen Gruppierungen in Europa und auch den USA. Mit Erfolg. Geeint durch den gemeinsamen, als liberal bezeichneten Feind greift das alte Feindbild Russland nicht mehr wie früher. Anlässlich der Einführung eines neuen russischen Gesetzes, mit dem „Propaganda für nicht-traditionelle Partnerschaften under Kindern“ unter Strafe gestellt wird, sprach Larry Jacobs, der 2018 verstorbene Chef des World Congress of Families, 2013 diese neue Nähe einmal mehr offen aus: „Der Kreml ist für (US-amerikanische) Konservative kein ,No-no‘ mehr, wir werden das Gebäude reinwaschen.“

Auch auf weltpolitischer Ebene hat Russland schon seit geraumer Zeit eine erzkonservative Allianz gebildet, die neben christlichen Kräften aus aller Welt bis in den islamischen Raum reicht, was sich etwa beim Abstimmungsverhalten bei UNO-Resolutionen zu „traditionellen Werten“ oder dem „Schutz der Familie“ zeigt. Erst vor wenigen Tagen hatte die von Saudi-Arabien finanzierte „muslimische Weltliga“ ihr erstes Treffen in Russland (genauer gesagt in Grozny) abgehalten.

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„Traditioneller Illiberalismus“

Hinter dieser pauschalen Ablehnung liberaler westlicher Werte steht ein sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene illiberal-autoritäres Weltbild, das die einzelstaatliche Souveränität ins Zentrum rückt: jedes Land soll seinen eigenen, in der jeweiligen Tradition verhafteten Weg gehen: Menschenrechte oder das westlich-geprägte Demokratieverständnis werden abgelehnt oder zumindest stark relativiert.

Russland strebt beim Übergang von einer unipolaren zu einer multipolaren Weltordnung (allen voran aufgrund des Aufstieg Chinas) als geographisches, kulturelles und politisches Bindeglied zwischen Europa und Asien – Stichwort Eurasien – eine Schlüsselrolle an. Dazu gehört letztlich das Ziel, die USA aus Europa zu drängen und die EU aufzulösen, um eine neue Partnerschaft der europäischen Länder mit Russland den Weg zu ebnen. Ein Plan, für den der World Congress of Families von fundamentaler Bedeutung ist. 

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Nach dem Kalten Krieg sprach der bekannte US-Kolumnist Charles Krauthammer von einem unipolaren Moment, in dem die USA als einzige und unangefochtene Führungsmacht übrig geblieben waren.

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04.04.2019

Der Autor

Ralph Janik

Ralph Janik hat in Wien und Alcalá de Henares (Madrid) Rechtswissenschaften und Politikwissenschaft studiert. Danach Studium in internationalem Recht und Europarecht an der Universität Amsterdam. Beruflich unter anderem wissenschaftlicher Assistent an der Universität Amsterdam und an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.

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