Zu schön, um echt zu sein

Hallstatt, Venedig, Machu Picchu: Touristen stürmen die schönsten Orte der Welt – und zerstören sie damit. Der Schweizer Ökonom Bruno Frey schmiedet deshalb den Plan, sie einfach für Touristen nachzubauen.

14.01.2020
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Das Goldene Dachl in Innsbruck und die Getreidegasse in Salzburg trennen knapp 200 Kilometer, zum Schloss Schönbrunn sind es schon 470. Das sollte nicht so sein, findet der Schweizer Ökonom Bruno Frey. „Ich war neulich in Innsbruck, 200 Meter vom Goldenen Dachl entfernt findet man kaum mehr Touristen“, sagt er. Aber viele­ zieht es weiter in die Innenstadt Salzburgs. Warum also nicht jene paar Dinge, die Touristen in Österreich schön finden, zusammenführen?

Frey verfolgt einen radikalen Ansatz: die meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs an einem zentralen Ort nachzubauen. Damit es vom Goldenen Dachl zum Stephansdom nur mehr ein paar Minuten zu Fuß sind. Hallstatt könnte man gleich dazu bauen. All die Schönheit Österreichs, komprimiert an einem Fleck. Frey will keinen kitschigen Erlebnispark, er will die Attraktionen so echt wie möglich kopieren. Kunst, Kultur und Tradition dieser Orte mit Hologrammen und virtueller Realität vermitteln, vielleicht sogar besser als an den echten Orten: „In Venedig gehen bis zu 70.000 Menschen pro Tag von der Rialtobrücke bis zum Markusplatz und haben sehr wenig Einblick in das wahre Venedig.“

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Menschenmassen auf der Brücke vor dem Dogenpalast in Venedig

Bedrohte Schönheit

Er will damit ein wachsendes Problem in Angriff nehmen: dass Touristen die Schönheit von Orten durch ihre schiere Masse zerstören. Machu Picchu, dessen Berg durch die Besuchermassen langsam abgetragen wird. Die philippinische Insel Boracay, die 2018 ein halbes Jahr für Touristen gesperrt war, um die Strände vom Müll zu befreien. Venedig, das von Kreuzfahrtschiffen geplagt ist. In Städten wie Florenz oder Dubrovnik ziehen die Bewohner aus den Innenstädten, weil die von Touristen geflutet werden, erzählt Frey. Vor die Wahl zwischen Schönheit und Ruhe gestellt, entscheiden sie sich schließlich für Letzteres. Und die Touristenströme könnten noch viel größer werden: „Wenn sich China weiter so entwickelt, werden Hunderte von Millionen kommen“, sagt er.

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Ein pittoreskes Dorf vor einer beeindruckenden Bergkulisse, die sich im Hallstätter See spiegelt. Ein Klischee von Schönheit. Mehr als fünfzig Busse kommen durchschnittlich jeden Tag hier an, zu Spitzenzeiten besuchen 14.000 Menschen an einem Tag den Ort mit seinen 770 Einwohnern. In den Achtzigern habe man neidisch nach St. Wolfgang geblickt und den Ort um die Touristen beneidet, erzählt Bürgermeister Alexander Scheutz. Jetzt fühlt man sich überrollt. „Die Leute fliegen hier mit den Drohnen, sie gehen in den Privatbesitz, sie parken überall“, sagt Siegrid Brader, sie hat die Stiegen zu ihrem Haus mit einer Kette abgeriegelt. Die Gemeinderätin und Vorsitzende des Vereins „Bürger für Hallstatt“ wirft dem Bürgermeister vor, zu wenig durchzugreifen. „Es verdienen nur sehr wenige an den Tagestouristen.“

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Viel Plastik und Goldfische: Hallstatt in China

Was nach Freys These Abhilfe schaffen sollte, hat in Hallstatt das Problem erst befördert: ein Nachbau des Ortes, der 2012 in der chinesischen Provinz ­Guangdong eröffnet wurde. „Nicht weil der Nachbau so bekannt ist in China, sondern weil damals Journalisten aus aller Welt in Hallstatt waren – da ist ein enormer Hype entstanden“, erzählt Scheutz. Er ist zur Eröffnung nach China gereist und fand es „irgendwie witzig. Der Marktplatz ist auch so schräg wie bei uns, aber spiegelverkehrt. Die Kirche ist eher ein Empfangsraum. Es ist alles sehr künstlich, die Blumen sind aus Plastik, im Teich sind Goldfische geschwommen.“ Die Besucherzahlen explodieren jedenfalls seitdem, oft sind es asiatische Reisegruppen auf der Durchreise, die nur einmal durch den Ort laufen. Die Zahl der Pkw steigerte sich von 2010 bis 2018 von 52.500 auf 194.600, jene der Reise­busse von 3.400 auf 19.300.

„Die Tagestouristen nehmen dem Ort seine Schönheit“, sagt Brader. Ein paar Meter von ihrem Haus entfernt ist der sogenannte Fotopoint, auch in der bitteren Kälte des Dezembers steht dort noch ein Dutzend mehrheitlich asiatischer Touristen. „Mittlerweile haben wir den Tourismus das ganze Jahr, wir haben keine Phase mehr, in der wir durchschnaufen können“, erzählt sie.

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Der berühmte „Fotopoint“ in Hallstatt

Scheutz berichtet von einer Begegnung mit einer ankommenden Touristin, die ihr Handy herausgeholt hat, ihm das bekannteste Motiv Hallstatts vom Fotopoint zeigte und sagte: „Ich mache jetzt dieses Bild.“ Wie Zigtausende andere auch. „Ich weiß nicht, wie man als Gemeinde darauf reagieren soll“, sagt Scheutz. „Ich habe schon mal zu den Anrainern gesagt, das Einzige, was wir machen können, ist eine Bretterwand.“ Die Schönheit des Ortes bewusst zu zerstören, um den Einwohnern Ruhe zu gewähren. Noch hat er es nicht getan.

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Kaiser-Kitsch und die Bollywood-Bedrohung

Vielleicht ist Hallstatt einfach zu schön. „Leben produziert immer auch nicht Schönes, wenn man das ausblendet, wird es problematisch“, sagt Eva Maria Mair. „Es kippt dann etwas, das ist es wahrscheinlich, was in Hallstatt passiert.“ Mair ist Teil jener Gruppe, die Bad Ischl ein paar Kilometer weiter mit der gesamten Region Salzkammergut zur Kulturhauptstadt 2024 gemacht hat. Der Ort, der touristisch von der verkitschten Nostalgie um die Sommerfrische des Kaisers lebt, soll neu definiert werden. Es gehe unter anderem ums Aufbrechen starrer touristischer Muster, sagt sie. Dass die Ernennung zur Kulturhauptstadt den Overtourism nach Bad Ischl bringen könnte, glaubt Stefan Heinisch, Projektleiter für die Kulturhauptstadt, aber nicht. „Die Russen werden nicht wegen der Kulturhauptstadt Bad Ischl entdecken.“ Erfahrungsgemäß würden 80 Prozent der Gäste bei Veranstaltungen einer Kulturhauptstadt aus der Region kommen.

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Es gibt mittlerweile den ‚Gemma Overtourism schauen‘-Tourismus.
Stefan Heinisch

Es sind andere Entwicklungen, die ihm Sorge bereiten. „Es gibt mittlerweile den ‚Gemma Overtourism schauen‘-Tourismus“, sagt er. Und manche hätten aus dem Beispiel Hallstatt nicht gelernt. Gmunden bemüht sich darum, Bollywood-Produktionen an den Traunsee zu holen, um ihn in Indien bekannter zu machen. „Wenn der indische Markt die Region entdeckt, wird das der Tourismus nicht aushalten“, sagt Heinisch. Eine Konferenz zu Overtourism soll deshalb auch Teil des Projekts sein. „Wir wollen darüber nachdenken, wie man reist. Overtourism ist ja nicht nur ein Problem von Hallstatt. Halb Europa fährt nach Bali und postet dort dieselben Yogaposen vor Tempeln“, sagt Mair. Instagram-Fotos seien mittlerweile „der Anreiz, wohin zu fahren. Das ist eine komplette Reproduktionsgesellschaft, man will auch dasselbe Bild nach Hause bringen.“

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Wegen Instagram ins Niemandsland

Page kann davon ein Lied singen. Die kleine Ortschaft im US-Bundesstaat Arizona nahe der Grenze zu Utah wurde 1957 von Arbeitern gegründet, die den nahe gelegenen Glen Canyon Dam errichteten; es ist eine der jüngsten Gemeinden der USA. Page ist relativ nahe an dem, was man sich als Niemandsland vorstellt. Das öffentliche Leben beschränkt sich auf den South Lake Powell Boulevard, wo unter anderem Big John’s Texas BBQ steht. Es ist voll hier, die Gäste stehen Schlange vor dem Counter, haben sie ihre Brisket Sandwiches oder BBQ Nachos ausgefasst, sitzen sie dicht gedrängt auf langen Bänken, während eine Countryband „Sweet Home Alabama“ dröhnt. Viele dieser Menschen sind wegen Instagram hier.

Die App hat zwei Sehenswürdigkeiten am Rande des Ortes berühmt gemacht, die bis vor wenigen Jahren noch nahezu unbekannt waren. Sie sind tatsächlich von einer unwirklichen Schönheit. Der Horseshoe Bend, ein aus einem Canyon ragender Felsen, der von dem Colorado River umspült wird, und der Antelope Canyon, ein unwirklich wirkender Slot Canyon aus Sandstein. Der Horseshoe Bend ist ohne Eintritt zugänglich, nicht einmal für den Parkplatz wird eine Gebühr verlangt. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Horseshoe Bend selbst, einer Strecke von etwa einem Kilometer, sind Chinesisch, Deutsch und zahlreiche andere Sprachen zu hören. Schatten, Toiletten, jegliche Infrastruktur: Fehlanzeige. Vor der Klippe zum Fluss haben einige sichtlich Respekt, andere stehen gefährlich nahe am Abgrund. Auch Absperrungen gibt es noch nicht. 450 Parkplätze, ein Visitor Center und Sicherheitsvorkehrungen sollen nun geschaffen werden – weil nicht mehr ein paar tausend, sondern 1,5 Millionen Menschen im Jahr kommen.

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„Schönheit ist billig“

Ganz anders der Antelope Canyon: Er liegt auf Navajo-Land und ist für die Öffentlichkeit nur im Rahmen bezahlter Touren zugänglich. Sie sind Wochen bis Monate im Voraus ausgebucht, und wer an einer teilnimmt, könnte irritiert sein: Es geht dabei kaum um die Geschichte des Canyons. Die Tour ist ein Tutorial für die besten Instagram-Postings. Die passendsten Filter, der schönste Lichteinfall, der richtige Winkel. Für den Fotografen Peter Lik hat sich ein Schwarz-Weiß-Foto aus dem Antelope Canyon ausgezahlt, das den Lichteinfall in den staubigen Canyon zeigt: Bei einer Auktion im Jahr 2014 erzielt es einen Kaufpreis von 6,5 Millionen Euro und ist damit das teuerste Foto der Welt. Das Bild, kommentierte der Kunstkritiker Jonathan Jones im Guardian, „ist ein Beispiel für alles, was schief­gehen kann, wenn Fotografen glauben, dass sie Künstler sind“. Natürlich sei es schön, aber: „Schönheit ist billig, wenn man seine Kamera auf ein grandioses Naturphänomen richtet.“ Die Instagramer im Canyon stört das freilich wenig, sie halten drauf, bis der Tourguide drängt: Die nächste Gruppe wartet schon.

Restriktionen für den Zutritt überlegen viele Destinationen weltweit. Venedig wird für Tagestouristen ab Mitte 2020 einen Eintrittspreis von drei Euro einheben, die Insel Komodo plant 500 Dollar Eintritt für den ­Besuch des Nationalparks, in dem die Warane der Insel leben – bislang waren es zehn. Die richtige Preis­gestaltung ist schwierig, sagt der Salzburger Tourismusforscher Kurt Luger: „Drei Euro bringt gar nix.“ Umgekehrt: „In Bhutan verlangt man 250 Dollar pro Tag, das steht im Kontrast zum demokratischen ­Reisen.“ Wer darf also entscheiden, wie viel Schönheit wert ist und wer sie sehen darf? „Es gibt kein Recht, immer alles sehen zu dürfen“, sagt Luger. Er versteht es, wenn sich Orte gegen zu viele Touristen wehren: „Grundsätzlich gibt es das Recht auf Besuch, aber auch das Recht auf ordentliches Wohnen. Und ich schätze das Recht der Einwohner höher ein.“

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Überschätzte Echtheit

Alexander Scheutz lehnt diese Option für Hallstatt ab. „Gehen unsere Schüler dann jeden Tag durch Drehkreuze? Das wäre kein Ort mehr zum Leben.“ Ein Slotsystem für Busse soll in der kommenden Saison Abhilfe schaffen, die Ankünfte regulieren, aber es ist allen klar: Das kann erst der Anfang sein. „Sonst ist unser Ort dem Verfall preisgegeben“, sagt Siegrid Brader. Sonst wird er zu dem Museum, für das manche Touristen den Ort schon halten. Immer wieder werden die Bewohner ­gefragt, wo sie nach Dienstschluss hingehen – viele Touristen halten Hallstatt für eine Art Alpen-Disneyland. Es ist zu schön, um für echt gehalten zu werden.

„Das Echte entzieht sich der Reproduzierbarkeit“, schreibt Walter Benjamin 1936 in „Das Kunstwerk in Zeiten seiner technischen Reproduzierbarkeit“, und auch wenn er damals nicht damit rechnen konnte, dass ganze Ortschaften auf einem anderen Kontinent nachgebaut werden: Daran hat sich nichts geändert. Aber: Stört es die Reisenden überhaupt, statt der echten Schönheit eine Kopie zu sehen? Nein, sagt der Ökonom Frey. Echtheit sei erstens ein schwieriger Begriff und zweitens überschätzt. Schwierig, weil: Da Vincis „Das letzte Abendmahl“ in Mailand wurde mehrfach übermalt, der Markusturm in Venedig stürzte 1902 ein und wurde neu aufgebaut. Sind die noch echt?

Selbst wenn die Antwort eindeutig Nein ist, scheint das die Besucher nicht zu stören. Die Höhle von Lascaux in Frankreich, die die weltberühmten Höhlenmalereien beherbergt, wurde für die Öffentlichkeit geschlossen; 1983 eröffnete eine Kopie der Höhle, deren Eingang sich nur 200 Meter von der originalen Höhle entfernt befindet. Das Erstaunliche: „Die Besucherzahlen haben nicht abgenommen“, sagt Frey. Auch wenn es er selbst nicht ganz verstehe: Offenbar sei es den Menschen wichtig, dass die Kopie nahe am Original steht: „Man hätte die Höhle ja auch in der nächstgrößeren Stadt machen können, das wäre viel einfacher gewesen.“

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Einmal um die Welt am Las Vegas Strip

Andere Reproduktionen verzichten von vornherein auf den Anschein des Echten: In China stehen unzählige Nachbauten europäischer Architektur, nicht nur Hallstatt. Das Hauptquartier des Handyherstellers Huawei nahe der Metropole Shenzhen ist zwölf europäischen Städten nachempfunden. Manchmal entwickeln die Replikationen ihren ganz eigenen Charme, auch wenn der nur selten mit Schönheit assoziiert wird: Am Las Vegas Strip, an dem sich die Hotels und Casinos aneinanderreihen, kann man in wenigen Stunden die halbe Welt bereisen. Vom Luxor-Hotel in Pyramidenform – plus einer Sphinx davor – geht es weiter nach New York zur Freiheitsstatue, kurz darauf folgt Paris mit seinem kleinen Eiffelturm, der Caesars Palace ist natürlich im alten Rom angesiedelt. Das Einkaufszentrum des Venetian durchschneiden Kanäle nach dem Vorbild der Lagunenstadt, auch Gondeln mit Arien schmetternden Gondolieri gibt es hier.

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Ein Gondoliere im „The Venetian“-Hotel in Las Vegas

Authentizität sei sowieso oft eine Illusion, sagt Kurt ­Luger: „Beim Tiroler Heimatabend wird eine Fiktion geliefert. Das ist für die Touristen auch völlig in Ordnung.“ In Österreich habe sich über die Bauernkultur in den vergangenen Jahrzehnten eine Dienstleistungskultur drübergestülpt, bei der die Vermieterin des Urlaubs am Bauernhof selbst erst einen Brotbackkurs machen muss, damit sie den Touristen zeigen kann, wie hier Brot gebacken wird. Es ist eine Illusion, die alle glücklich macht: „Der echte Bergbauer im hintersten Tal ist kein touristisches Produkt, das ist ein harter Arbeitstag. Das wollen Touristen vielleicht für fünf Minuten sehen.“ Schönheit ist für den Touristen meist wichtiger als Authentizität. Aber wie weit kann man diesen Bogen spannen?

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Virtuelle Schönheit

Für Michael Altendorfer ist Schönheit vor ­allem eine technische Frage: Er will asiatische Touristen überreden, einfach zu Hause zu bleiben und sich Orte wie Hallstatt mittels Virtual Reality anzusehen. „HD-Videos waren in Virtual Reality sehr verschwommen, aber in den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich die Technologie extrem weiterentwickelt“, erzählt der Geschäftsführer des Salzburger Startups VR Coach. Er stellt sich eine virtuelle 360°-Rundreise mit Erzählstimme vor, mit weichen Blenden von Ort zu Ort. „Natürlich fehlt die Atmosphäre vor Ort, aber umgekehrt hat man kein Gedränge“, sagt Altendorfer. „Ohne etwas unterstellen zu wollen: Wenn man asiatische Touristen beobachtet, dann machen die sehr viele Destinationen sehr oberflächlich in sehr kurzer Zeit.“ Dafür, findet er, müssten sie nicht die lange Reise in Kauf nehmen. Er will zunächst einen Weg finden, die Idee in Asien zu vermarkten, und danach auf die Verantwortlichen in etwa Salzburg oder Hallstatt zugehen. Aber wollen potenzielle Touristen, die sich das virtuelle Hallstatt anschauen, dann nicht erst recht das echte sehen – wie es beim Nachbau passiert ist?
„Das ist eine Frage der Vermarktung. Es besteht auch die Gefahr, dass man nur jene erreicht, die sowieso lieber zu Hause bleiben.“ Aber in Zukunft könnte die virtuelle Realität zumindest eine Chance sein, schöne Orte zu besichtigen, die für die Öffentlichkeit geschlossen oder gar zerstört sind: „Wir haben Aufnahmen von Notre-Dame, wie man sie nie wieder sehen können wird“, sagt Altendorfer. 

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14.01.2020

Der Autor

Thomas Trescher

Thomas Trescher hat Publizistik und Politikwissenschaft in Wien studiert; war Chef vom Dienst beim Monatsmagazin Datum und stellvertretender Chefredakteur bei kurier.at. Außerdem hat er unter anderem für Geo, Die Zeit, Terra Mater und Falstaff geschrieben.

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