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Verbrauchen wir zu viel Platz?
Unser Rechercheteam hat die zentralen Fragestellungen, die interessantesten Lösungsvorschläge und die wichtigsten Argumente für und gegen substanzielle Änderungen in der österreichischen Raumordnungspolitik zusammengetragen.
Das Projekt Platzverbrauch ist eine 9-teilige Recherche.

Es ist die Ziegel, Holz und Glas gewordene Vorstellung vom Leben, wie es sein soll: das Einfamilienhaus mit Garten. Die steigende Zahl der Einfamilienhäuser mit Garten ist ein Beleg für steigenden Wohlstand und zunehmende Freiheit. Aber die bevorzugte Art des Wohnens von Herrn und Frau Österreicher schafft auch Probleme. Wir verbrauchen weit mehr Platz als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Das verringert nicht nur landwirtschaftliche Flächen, es birgt auch das Risiko verstärkten Hochwasseraufkommens .

Je mehr Boden durch Häuser, Parkplätze und Straßen verbraucht wird, desto größer wird das Risiko, dass der Regen, der früher in entlegeneren Regionen vom unversiegelten Boden aufgenommen werden konnte, seinen Weg in regulierte und damit die Flussgeschwindigkeit erhöhende Bäche findet und am Ende seines Weges die Hochwassermarken der großen Flüsse in immer größere und gefährlichere Höhen treibt.

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Verschärft wird das Problem dadurch, dass die Raumordnungskompetenz, die darüber entscheidet, wie viel Boden landwirtschaftlich genutzt, bebaut und versiegelt werden darf, in Österreich sehr dezentral organisiert ist. Entschieden wird in der einen Gemeinde, das Hochwasser trifft die andere. Sollen die Kompetenzen zentralisiert werden?

Allen Diskussionen darüber, wie viel öffentliche Fläche der privaten Nutzung zugeführt werden sollen, liegt der alte Grundkonflikt zugrunde: Wo endet die Freiheit des Einzelnen, Eigentum zu erwerben und es nach seinem Gutdünken zu verwenden? Wie gewichtig veranschlagen wir die ökonomische Freiheit des Einzelnen in der Abwägung gegen die ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen der Allgemeinheit?

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Wie weit darf die Allgemeinheit in der Gestalt von Gesetzgeber und Behörde das Recht des Einzelnen auf sein individuelles Wohnmodell einschränken, um beispielweise zu gewährleisten, dass die Österreicher in ausreichendem Maß mit einheimischen Lebensmitteln versorgt werden? Wie transparent sind – etwa am Beispiel Einkaufszentren an den Stadträndern – die Entscheidungen, die einer Minderheit finanziellen Gewinn versprechen, während die Mehrheit mit den Folgen von Zersiedelung, Verschandelung und eingeschränkten Lebensräumen leben muss?

Es gibt seit längerem eine lebhafte Diskussion über politische und technische Antworten auf die Probleme, die der im Vergleich zum Bevölkerungswachstum überproportional wachsende Bodenverbrauch in Österreich schafft. Unser Rechercheteam hat die zentralen Fragestellungen, die interessantesten Lösungsvorschläge und die wichtigsten Argumente für und gegen substanzielle Änderungen in der österreichischen Raumordnungspolitik zusammengetragen. 

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Das Addendum-Team, September 2020