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Rücktrittskultur

Nach den Rücktritten der FPÖ-Minister gibt es in der Zweiten Republik insgesamt 94 Minister, die vorzeitig die Regierung verlassen haben. Die Rücktrittsgründe waren sehr unterschiedlich. Eine Aufzählung.

15.11.2017

Der Bundespräsident ernennt die Minister auf Vorschlag des Bundeskanzlers und kann sie auch entlassen, nur hat Letzteres noch nie ein Bundespräsident getan. Bis heute. Am 22. Mai 2019 wurde Innenminister Herbert Kickl von Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf Vorschlag von Bundeskanzler Sebastian Kurz entlassen. Aus Protest darüber traten die FPÖ-Minister Beate Hartinger-Klein, Norbert Hofer und Mario Kunasek von ihren Ämtern zurück, nachdem Vizekanzler Heinz-Christian Strache in den Tagen zuvor bereits freiwillig zurückgetreten war.

Wenn Minister nicht im Amt sterben, treten sie für gewöhnlich zurück – wenn auch nicht immer ganz freiwillig. Dienstautos, sexuelle Belästigung und illegaler Waffenhandel: In der Geschichte der Zweiten Republik gab es – abseits der üblichen Regierungsbildung nach einer Wahl – viele Gründe, aus dem Kabinett auszuscheiden. Wer Mitglied in Kreiskys Regierung war, erfuhr von seinem Abgang mitunter aus der Zeitung. Handelsminister Udo Illig wiederum drohte Kanzler Raab so lange mit dem Rücktritt, bis dieser ihn wider Erwarten annahm.

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Top Kommentar

Eine Liste der außertourlichen Ministerabgänge

Die Liste umfasst die 94 aus der Bundesregierung seit der Ernennung des Kabinetts Figl I 1945 ausgeschiedenen Minister, ohne reguläre Regierungsumbildungen nach Wahlen oder Kanzlerwechsel, ohne Wechsel in ein anderes Ressort und ohne einstweilige Betrauungen mit der Fortführung der Geschäfte eines zurückgetretenen oder verstorbenen Ministers. Bis auf Herbert Kickl 2019 wurde kein Minister entlassen, daher sind alle anderen hier erfassten Rücktritte formal freiwillig, wenn auch zum Teil auf politischen Druck erfolgt. 

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Top Kommentar

1946

© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Eugen Fleischacker

ÖVP

Handel und Wiederaufbau, scheidet wegen eines Herzleidens aus der Regierung aus

1947

© ÖNB / Atelier D’Ora-Benda

Alois Weinberger

ÖVP

Kanzleramtsminister, will sich auf sein zweites Amt als Wiener Vizebürgermeister konzentrieren

1947

© ÖNB / Blaha

Hans Frenzel

SPÖ

Volksernährung, wird gleichzeitig mit Weinberger ausgetauscht und Vizepräsident des Rechnungshofs

1947

© Österreichische Volksstimme, Nr 118, 21.12.1945 

Karl Altmann

KPÖ

Elektrifizierung und Energiewirtschaft, verlässt die Regierung im Zuge des Ausscheidens seiner Partei aus der Koalition

1948

© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Eduard Heinl

ÖVP

Handel und Wiederaufbau, tritt 67-jährig aus Altersgründen zurück

1952

Felix Hurdes

ÖVP

Unterricht, dem linkskatholischen ÖVP-Flügel um Leopold Figl zugezählt, der mit der Übernahme der Obmannschaft durch Julius Raab Einfluss und Posten verliert

1952

Eugen Margarétha

ÖVP

Finanzen, tritt im Zug einer größeren Regierungsumbildung zurück und wird Präsident der Nationalbank, Nachfolger ist der Raab-Vertraute Reinhard Kamitz

1952

© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Josef Kraus

ÖVP

Land- und Forstwirtschaft, fällt als enger Freund Figls und Niederösterreicher der innerparteilichen Rochade zum Opfer, wird durch den Steirer Franz Thoma ersetzt

1952

Otto Tschadek

SPÖ

Justiz, überraschender Rücktritt, Vergangenheit als NS-Richter nicht ausschlaggebend, wird 1956 wieder Justizminister

1953

Josef C. Böck-Greissau

ÖVP

Handel und Wiederaufbau, stirbt im Amt

1953

Karl Gruber

ÖVP

Äußeres, ist als Freund der USA ein ständiges Ärgernis für die Sowjets, wird nach Zerwürfnis mit Raab durch den ehemaligen Bundeskanzler Figl ersetzt

1954

Ernst Kolb

ÖVP

Unterricht, wird nach der Vorarlberger Landtagswahl Statthalter

1954

© United States Information Service / ÖNB-Bildarchiv / picturedesk.com

Josef Gerö

SPÖ

Justiz, stirbt in seiner Wohnung an einem Herzinfarkt

1956

© Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Karl Maisel

SPÖ

Soziale Verwaltung, tritt nach dem Abschluss der ASVG-Verhandlungen ab, weil ihn das Ministeramt laut Interview nicht mehr interessiere

1956

© ÖNB / United States Information Service (USIS)

Udo Illig

ÖVP

Handel und Wiederaufbau, bietet immer wieder aus Protest seinen Rücktritt an, bis Kanzler Raab ihn unerwartet annimmt

1957

© ÖNB / Photo Simonis

Adolf Schärf

SPÖ

Vizekanzler, wird zum Bundespräsidenten gewählt

1960

© ÖNB / Photo Simonis

Reinhard Kamitz

ÖVP

Finanzen, tritt nach acht Jahren als Minister zurück, um Nationalbankpräsident zu werden

1960

Otto Tschadek

SPÖ

Justiz, tritt zurück, um Landeshauptmann-Stellvertreter in Niederösterreich zu werden

1962

Karl Waldbrunner

SPÖ

Verkehr und Elektrizitätswirtschaft, verlässt als innerparteilicher Konkurrent von Vizekanzler Bruno Pittermann, der sein Ressort übernimmt, die Bundesregierung, um Zweiter Nationalratspräsident zu werden

1964

Franz Olah

SPÖ

Inneres, stellt den Führungsanspruch in der SPÖ, wird wegen illegalen Finanzierung der Kronen Zeitung mit Gewerkschaftsmitteln aus der Partei ausgeschlossen und verliert sein Ministeramt

1968

Fritz Bock

ÖVP

Vizekanzler; der Bauskandal (mehrere Milliarden Schilling versandeten beim Autobahnbau unter Bocks Ministerschaft) entfremdet ihn von Kanzler Klaus und führt letztlich zu seinem Rücktritt

1968

Franz Hetzenauer

ÖVP

Inneres, gilt als schwacher Minister und fällt der Regierungsumbildung durch Klaus zum Opfer

1968

© SCHNARR Ulrich / APA / picturedesk.com

Wolfgang Schmitz

ÖVP

Finanzen, hat ein unerwartet hohes Budgetdefizit zu verantworten, das zum Teil mit Steuererhöhungen finanziert werden soll, wird im Zuge der Regierungsumbildung abgelöst

1968

Lujo Tončić-Sorinj

ÖVP

Äußeres, hat Feinde in der Partei und wird mit der Aussicht, Generalsekretär des Europarates zu werden, durch Waldheim ersetzt

1969

Theodor Piffl-Perčević

ÖVP

Unterricht, verlässt die Regierung, nachdem er das 13. Schuljahr nicht durchsetzen kann, sein Rücktritt fällt mit der größeren Regierungsumbildung zusammen

1970

© Votava 1110 Wien Grillgasse 18 www.votava.at / Imagno / picturedesk.com

Johann Öllinger

SPÖ

Land- und Forstwirtschaft, tritt nach wenigen Wochen im Amt offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurück, nachdem seine SS-Vergangenheit öffentlich geworden war

1971

© Votava 1110 Wien Grillgasse 18 www.votava.at / Imagno / picturedesk.com

Johann Freihsler

SPÖ

Landesverteidigung, tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück, nachdem ihm die Realisierung der im Heer unpopulären Wehrdienstverkürzung persönlich zusetzt

1973

© Foto Tilly Ulbing

Erwin Frühbauer

SPÖ

Verkehr, trat zurück, um Landeshauptmann-Stellvertreter in Kärnten zu werden

1974

© ÖNB / Photo Simonis

Rudolf Kirchschläger

SPÖ

Äußeres, wird zum Bundespräsidenten gewählt

1976

Rudolf Häuser

SPÖ

Soziale Verwaltung und Vizekanzler, bietet Kreisky bereits 1975 den Rücktritt aus Altersgründen an, den dieser zunächst ablehnt, von seinem Ausscheiden aus der Regierung erfährt er schließlich aus der Zeitung

1976

© ÖNB / Photo Simonis

Erich Bielka

SPÖ

Äußeres, wird mit 65 Minister und scheidet nach zwei Jahren aus Altersgründen aus dem Amt aus

1976

Oskar Weihs

SPÖ

Landwirtschaft, zieht sich mit 65 Jahren aus der Politik zurück, nachdem Kreisky ihm zuvor einen Staatssekretär zur Seite gestellt hat

1977

© ÖNB / Photo Simonis

Karl Lütgendorf

SPÖ

Landesverteidigung, tritt unter dem Verdacht, in illegale Waffengeschäfte verwickelt zu sein, zurück

1979

© ÖNB

Ingrid Leodolter

SPÖ

Gesundheit, erfährt von ihrem Rücktritt aus der Zeitung

1979

© Votava 1110 Wien Grillgasse 18 www.votava.at / Imagno / picturedesk.com

Josef Moser

SPÖ

Bauten und Technik, wird wie Leodolter Opfer der Regierungsumbildung und durch Karl Sekanina ersetzt

1980

© Votava / Imagno / picturedesk.com

Gerhard Weißenberg

SPÖ

Soziale Verwaltung, stirbt im Amt nach kurzer, schwerer Krankheit

1981

Hannes Androsch

SPÖ

Vizekanzler und Finanzen, tritt nach einem sich abzeichnenden Zerwürfnis mit Bundeskanzler Kreisky zurück

1984

Herbert Salcher

SPÖ

Finanzen, bringt bei der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung gegen seinen Amtsvorhänger Androsch ein und wird deshalb im Rahmen einer Regierungsumbildung durch Kanzler Sinowatz abgelöst

1984

Erwin Lanc

SPÖ

Äußeres, wird wie sein Weggefährte Salcher ausgetauscht

1984

Elfriede Karl

SPÖ

Familie, Jugend und Konsumentenschutz, gehört zu der Riege von Kreisky-Ministern, die von Sinowatz ausgetauscht werden

1984

© Photo Simonis

Karl Lausecker

SPÖ

Verkehr, fällt ebenfalls der Regierungsumbildung durch Sinowatz, der Parteilinke mit Naheverhältnis zu Kreisky durch Pragmatiker ersetzt, zum Opfer

1984

© ÖNB / Photo Simonis

Helmut Zilk

SPÖ

Unterricht, tritt im Zuge der Regierungsumbildung zurück, um Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien zu werden

1985

Karl Sekanina

SPÖ

Bauten und Technik, tritt zurück, nachdem er beschuldigt wird, Gewerkschaftsgeld veruntreut und eine Villa als Gegenleistung für eine Auftragsvergabe erhalten zu haben

1985

Kurt Steyrer

SPÖ

Gesundheit und Umweltschutz, tritt zurück, um für die Wahl zum Bundespräsidenten zu kandidieren, in der er unterliegt

1986

Friedhelm Frischenschlager

FPÖ

Landesverteidigung, begrüßt den Kriegsverbrecher Walter Reder bei dessen Rückkehr nach Österreich mit Handschlag und gerät dafür in Kritik, wird nach seinem Rücktritt Klubobmann

1989

Karl Blecha

SPÖ

Inneres, tritt wegen seiner Verstrickung in die Lucona-Affäre zurück und wird später wegen Beweismittelunterdrückung und Urkundenfälschung verurteilt

1989

© PHOTO SIMONIS

Alfred Dallinger

SPÖ

Arbeit und Soziales, stirbt bei einem Flugzeugabsturz über dem Bodensee

1989

Robert Graf

ÖVP

Wirtschaftliche Angelegenheiten, verlässt wegen der öffentlich geführten ÖVP-Obmanndebatte die Regierung

1989

© HOPI-MEDIA Medienservice GmbH.

Heinrich Neisser

ÖVP

Föderalismus und Verwaltungsreform, scheidet aufgrund ÖVP-interner Querelen mit dem Ende von Mocks Vizekanzlerschaft aus der Regierung aus

1989

© ÖNB / Apostel

Hans Tuppy

ÖVP

Wissenschaft und Forschung, der Universitätsprofessor geht im Zuge der Umbildung des ÖVP-Regierungsteams

1990

© Foto Margret Wenzel-Jelinek, Wien

Robert Lichal

ÖVP

Landesverteidigung, tritt im Zuge des Oerlikon-Skandals zurück, der Fall wird dem zuständigen Staatsanwalt entzogen und später eingestellt

1991

© ÖVP

Marilies Flemming

ÖVP

Umwelt, Jugend und Familie, tritt zurück, nachdem bekannt wird, dass sie dem Unvereinbarkeitsausschuss des Nationalrats die Beteiligung an der Firma ihres Mannes verschwiegen hat

1991

Josef Riegler

ÖVP

Förderalismus und Verwaltungsreform, Vizekanzler, tritt aufgrund anhaltender innerparteilicher Differenzen nach nur zwei Jahren zunächst als Vizekanzler und wenige Monate später als Minister zurück

1992

© GINDL Barbara / APA / picturedesk.co

Rudolf Streicher

SPÖ

Öffentliche Wirtschaft und Verkehr, tritt für seine Kandidatur um die Bundespräsidentschaft zurück, in der er unterliegt

1992

Harald Ettl

SPÖ

Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz, verlässt im Zuge einer Regierungsumbildung, die vom Wahlkampf Streichers ausgelöst wird, nach einem Jahr als Minister die Regierung

1992

© B.Gindl / APA-Archiv / picturedesk.com

Ruth Feldgrill-Zankel

ÖVP

Umwelt, Jugend und Familie, kehrt nach Graz zurück, um dort als Vizebürgermeisterin den Wahlkampf der ÖVP anzuführen

1994

© ÖNB / Fritz, W.

Michael Außerwinkler

SPÖ

Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz, wird nach dem Verlust der absoluten Mehrheit im Kärntner Landtag SPÖ-Landesparteichef und tritt als Minister zurück

1994

Franz Fischler

ÖVP

Land- und Forstwirtschaft, verlässt die Regierung, um EU-Agrarkommissar zu werden

1995

© BMF

Ferdinand Lacina

SPÖ

Finanzen, tritt nach neun Jahren als Ressortchef wegen interner und öffentlicher Kritik am Budget und der Opposition der Gewerkschafter zurück, sein Abgang löst eine Regierungsumbildung aus

1995

Franz Löschnak

SPÖ

Inneres, Löschnak tritt zurück, nachdem Kanzler Vranitzky dies wegen seiner restriktiven Haltung im Fremdenbereich öffentlich gefordert hat

1995

Josef Hesoun

SPÖ

Arbeit und Soziales, wird wie Löschnak ausgetauscht, er bestreitet zeitlebens mit seinem Rücktritt verbundene Gerüchte der sexuellen Belästigung

1995

Johanna Dohnal

SPÖ

Frauen, hat angedroht, im Ministerrat gegen das Sparpaket zu stimmen, und muss trotz Rücknahme der Vetodrohung mit Löschnak und Hesoun gehen

1995

© privat

Erhard Busek

ÖVP

Unterricht und Kultur, Vizekanzler, tritt aufgrund anhaltender innerparteilicher Konflikte zurück

1995

© Foto Margret Wenzel-Jelinek, Wien

Alois Mock

ÖVP

Äußeres, verlässt, auch aufgrund seiner Parkinsonerkrankung, gemeinsam mit Busek die Regierung

1995

© M.Wenzel – Jelinek

Maria Rauch-Kallat

ÖVP

Umwelt, verlässt die Regierung um ÖVP-Generalsekretärin zu werden

1996

© BMF / Stöckl

Andreas Staribacher

SPÖ

Finanzen, tritt nach gescheiterten Budgetverhandlungen zurück

1996

© ARTINGER Guenter / ART

Johannes Ditz

ÖVP

Wirtschaft, verlässt nach nur einem Jahr als Minister die Regierung, nachdem der im Wahlkampf porpagierte „Schüssel-Ditz-Kurs“ keine Stimmengewinne bringt

2000

© Privatbesitz

Michael Krüger

FPÖ

Justiz, tritt offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurück, nachdem seine Pläne, einen Jaguar als Dienstauto zu bestellen, ebenso auf öffentliche Kritik gestoßen sind wie ein Zeitungsinterview über seine amourösen Abenteuer

2000

© TECHT Hans Klaus / APA / picturedesk.com

Elisabeth Sickl

FPÖ

Arbeit und Soziales, zeigte sich mit der Führung des Ressorts überfordert, sorgte immer wieder mit kontroversen Aussagen für Aufsehen und trat nach monatelanger Kritik auf Wunsch der Partei zurück

2000

© Photo Pego

Michael Schmid

FPÖ

Verkehr, Innovation und Technologie, agierte im Konflikt um den Transit in Tirol, die Brennermaut und den Semmeringbasistunnel glücklos und wurde abgelöst

2002

© ARTINGER Guenter / APA / picturedesk.com

Monika Forstinger

FPÖ

Verkehr, Innovation und Technologie, zeigte sich mit der Führung des Ressorts überfordert, erteilte zunächst Weisungen, um deren Umsetzung dann die Grundlage zu entziehen, und musste nach Kritik an einer Rufnummernverordnung, die sie nach zwei Stunden wieder zurücknahm, gehen

2003

© HOPI-MEDIA Medienservice GmbH.

Herbert Haupt

FPÖ

Vizekanzler, Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, tritt aufgrund eines anhaltenden Konflikts mit Jörg Haider und dessen Drohung, die FPÖ zu spalten, zurück

2004

© HOPI-MEDIA Medienservice GmbH.

Benita Ferrero-Waldner

ÖVP

Äußeres, tritt zurück, nachdem sie in der Bundespräsidentenwahl unterliegt

2004

© Fotostudio Wilke

Dieter Böhmdorfer

FPÖ

Justiz, tritt nach Interventionen Thomas Prinzhorns gegen ihn und vor einer diskutierten Regierungsumbildung zurück

2004

Ernst Strasser

ÖVP

Inneres, verlässt wegen Differenzen mit Kanzler Schüssel die Regierung

2006

© Bundesministerium für Inneres

Liese Prokop

ÖVP

Inneres, verstirbt nach einem Aortariss im Amt

2008

© Land Tirol – Aichner

Günther Platter

ÖVP

Inneres, verlässt die Regierung, um Landeshauptmann von Tirol zu werden

2008

© Parlamentsdirektion / Johannes Zinner

Doris Bures

SPÖ

Frauen, Medien und Regionalpolitik, verlässt die Regierung, um SPÖ-Bundesgeschäftsführerin zu werden

2010

© Rusch, Ludwig

Johannes Hahn

ÖVP

Wissenschaft und Forschung, verlässt die Regierung, um EU-Kommissar zu werden

2011

© BMLFU / Newman

Josef Pröll

ÖVP

Vizekanzler und Finanzen, tritt nach einer Lungenembolie offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurück

2011

© Bundesministerium für Justiz

Claudia Bandion-Ortner

ÖVP

Justiz, gerät als Justizministerin immer weiter unter Druck, auch nachdem ein Großteil des von ihr als Richterin verantworteten BAWAG-Urteils aufgehoben wird, und wird nach dem Rücktritt Prölls abgelöst

2013

© Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Norbert Darabos

SPÖ

Landesverteidigung, tritt wenige Monate nach der Volksbefragung über die Wehrpflicht zurück, nachdem er sich erfolglos für ein Berufsheer eingesetzt hat

2014

© Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Michael Spindelegger

ÖVP

Vizekanzler und Finanzen, tritt aufgrund von parteiinternen Auseinandersetzungen und Kritik an der Steuerreform zurück

2014

© HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com

Doris Bures

SPÖ

Verkehr, Innovation und Technologie, legt ihr Regierungsamt zurück, um Präsidentin des Nationalrats zu werden

2016

© Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Johanna Mikl-Leitner

ÖVP

Inneres, verlässt die Bundesregierung, um Landeshauptmann-Stellvertreterin und in der Folge Landeshauptfrau von Niederösterreich zu werden

2016

© Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Rudolf Hundstorfer

SPÖ

Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, tritt zurück, um bei der Bundespräsidentenwahl zu kandidieren, in der er im ersten Wahlgang ausscheidet

2016

© SPÖ Presse & Kommunikation

Werner Faymann

SPÖ

Bundeskanzler, tritt aufgrund anhaltender innerparteilicher Kritik als erster Bundeskanzler zurück, bevor ein Nachfolger ernannt wird

2017

© BMG / Johannes Zinner

Sabine Oberhauser

SPÖ

Gesundheit und Frauen, stirbt aufgrund einer Krebserkrankung im Amt

2017

© Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Reinhold Mitterlehner

ÖVP

Vizekanzler, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, tritt wegen mangelnden innerparteilichen Rückhalts ab, da er nach eigenen Angaben kein Platzhalter sein will

2019

© Michael Gruber | EXPA

Heinz-Christian Strache

FPÖ

Vizekanzler, Öffentlicher Dienst und Sport, tritt zurück nachdem das Video einer Besprechung öffentlich wird, in der er einer vermeintlichen Geldgeberin öffentliche Aufträge verspricht.

2019

© Michael Gruber | EXPA

Herbert Kickl

FPÖ

Innenminister, wird auf Vorschlag von Sebastian Kurz im Zuge der Videoaffäre vom Bundespräsidenten entlassen. Dabei handelt es sich um den ersten Fall einer solchen Entlassung in der Geschichte der Zweiten Republik.

2019

© Michael Gruber | EXPA

Norbert Hofer

FPÖ

Infrastrukturminister, tritt nach der Entlassung des Innenministers Kickl durch den Bundespräsidenten in den Tagen nach der Videoaffäre zurück.

2019

© Michael Gruber | EXPA

Beate Hartinger-Klein

FPÖ

Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, tritt nach der Entlassung des Innenminister Kickl durch den Bundespräsidenten in den Tagen nach der Videoaffäre zurück.

2019

© Parlamentsdirektion | PHOTO SIMONIS

Mario Kunasek

FPÖ

Landesverteidigung, tritt nach der Entlassung des Innenminister Kickl durch den Bundespräsidenten in den Tagen nach der Videoaffäre um den FPÖ Vizekanzler zurück.

Das Rechercheteam

Stefan Brocza
Externer Experte

Studium in Wien, St.Gallen und Harvard. 1994 EU- und Schengen Koordinierung im Innenministerium, ab 1996 im EU Ratssekretariat in Brüssel (Außenwirtschaftsbeziehungen, Erweiterung, Presse/Kabinett, Umsetzung der EU Außenstrategie für die innere Sicherheit). Aktuell tätig in Lehre und Forschung an Universitäten im In- und Ausland sowie als politischer Berater, Publizist und Gutachter.

Mathias Dechant
Team Experten

Mathias Dechant hat Rechtswissenschaften an der Universität Wien studiert. Danach Ausbildung zum Rechtsanwalt; Schwerpunkte in den Bereichen Zivilrecht, Corporate und M&A sowie IP. Er war seit den Anfängen des Studiums bis zuletzt in Wiener und Salzburger Wirtschaftskanzleien tätig.

Gerald Gartner
Team Daten

Gerald Gartner kuratiert, analysiert und visualisiert große Datenmengen zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen. Er lehrt an der Fachhochschule Wien. Davor war er für derStandard.at und NZZ.at in Wien tätig.

Markus „Fin“ Hametner
Team Daten

Markus Hametner hat Informatik studiert, baut seit 2011 Brücken zwischen Technologie und Journalismus und beschäftigt sich seit 2014 als Datenjournalist mit internationalen Datenrecherchen und interaktiven Visualisierungsformen. In seiner Freizeit betreibt er als Mitgründer des Forum Informationsfreiheit die Plattform FragDenStaat.at und trägt erfolgreich Rechtsstreite mit Behörden aus, die Auskünfte verweigern.

Moritz Moser
Team Experten
Claudia Riegler
Team Social Media

Claudia Riegler hat Kommunikationswissenschaft studiert und beschäftigt sich seit 2007 mit der Kommunikation in und rund um Onlinemedien. Sie hat sich auf die „Übersetzung“ von komplexen Inhalten in Geschichten für Onlinemedien spezialisiert.

Anna Schneider
Projektleitung

Anna Schneider hat Rechtswissenschaften und Kunstgeschichte studiert. Nach einer Zeit als Universitätsassistentin am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht wechselte sie Anfang 2014 als Referentin für Verfassung, Menschenrechte und Weltraum ins Parlament; nun leitet sie als Gründungsmitglied von Quo Vadis Veritas das Thementeam von Addendum.

Dieter Berliz
Team Politometer
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