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Tourismus: Was, wenn die Bayern Tirol umfahren?

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder rät vom Skiurlaub in Tirol ab. Als Grund nennt er die angekündigten Fahrverbote. Was würde es für den Tourismus in Tirol bedeuten, wenn Gäste aus Bayern ausblieben?

Daten
28.10.2019

Die Straßen in Tirol sind so überfordert, dass ein Tirol-Urlaub im Winter wenig sinnvoll sei. Man solle seine Urlaubsplanung noch einmal überdenken. Mit diesen Aussagen sorgte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder vergangene Woche für Kopfschütteln beim Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). „Lächerlich“ sei der Vorschlag, so Platter, „die Bayern lassen sich nicht von Politikern vorschreiben, wo sie Urlaub machen.“

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Hintergrund ist die Neuauflage der angekündigten Tiroler Fahrverbote für den Stau-Ausweichverkehr in vier Bezirken. Bayerns Ministerpräsident Söder legte seinen Landsleuten folglich Winterurlaub in Bayern ans Herz. Nur: Wie sehr hängt der Tiroler Tourismus an den Gästen aus Bayern?

Insgesamt sind Gäste aus Deutschland in Tirol für die Mehrheit der Nächtigungen verantwortlich. Im Vorjahr ging mehr als jede zweite Nächtigung auf das Konto des Nachbarlands – 14 von insgesamt 27 Millionen Nächten (51 Prozent). Jede zehnte Nächtigung geht auf das Konto bayerischer Gäste.

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Regional unterscheidet sich die Bedeutung der Bayern für die Beherbergungsbetriebe deutlich. In jenen Tourismusregionen, die an Deutschland grenzen, zählen die Landsleute von Markus Söder zu den wichtigsten Gästegruppen. So geht etwa jede vierte Nächtigung um den Achensee, in Wildschönau und Kitzbühel auf das Konto bayerischer Gäste. In den Regionen Serfaus-Fiss-Ladis, Paznaun-Ischgl und dem Ötztal zählen Bayern mit 6 bzw. 7 Prozent aller Nächtigungen dagegen nicht zu den Top-Gästegruppen.

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Die Nächtigungszahlen bayerischer Gäste in Tirol sind in den vergangenen zehn Jahren relativ stabil. Besonders in drei Regionen haben sie allerdings an Bedeutung gewonnen. Vor allem in Reutte ist die Zahl der Nächtigungen in den vergangenen zehn Jahren um zehn Prozentpunkte gestiegen.

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Im Grenzbezirk Reutte hat die Tiroler Landesregierung ebenso Fahrverbote angekündigt wie in Kufstein, Schwaz und Innsbruck-Land. Die Verkehrs- und Versorgungssicherheit soll so auch an starken Reisetagen gewährleistet werden. Die Maßnahme habe sich bereits im Sommer bewährt. Einen Rückgang der Nächtigungen in dieser Saison hatte das nicht zur Folge: Diesen Sommer gab es im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Nächtigungen. 

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28.10.2019

Der Autor

Gerald Gartner

Gerald Gartner kuratiert, analysiert und visualisiert große Datenmengen zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen. Er lehrt an der Fachhochschule Wien. Davor war er für derStandard.at und NZZ.at in Wien tätig.

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