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Was passiert mit meiner Spende?

Die Vorweihnachtszeit steht nicht nur im Zeichen des Konsums – etliche Branchen verzeichnen im letzten Kalendermonat die Hälfte ihres Jahresumsatzes und mehr; während des Advents appellieren auch so gut wie alle wohltätigen Organisationen von der Caritas bis zum Tierheim an das Gewissen der Bürger.

Die Vorweihnachtszeit steht nicht nur im Zeichen des Konsums – etliche Branchen verzeichnen im letzten Kalendermonat die Hälfte ihres Jahresumsatzes und mehr; während des Advents appellieren auch so gut wie alle wohltätigen Organisationen von der Caritas bis zum Tierheim an das Gewissen der Bürger. Der vorweihnachtliche Mensch möge nicht nur seine Nächsten mit Geschenken erfreuen, sondern auch die Fernen, Alleingelassenen, Bedürftigen und Schutzsuchenden. Man erinnert sich an die Bilder, man kennt die Kampagnen.

Dass für viele der großen Organisationen, wie das Rote Kreuz oder die Caritas, die Umsätze, die aus Spenden generiert werden, im Gesamtbudget nur eine untergeordnete Rolle spielen, ist weniger bekannt. Der größere Teil ihrer Erlöse kommt aus Dienstleistungen, die diese Organisationen überwiegend im Auftrag der öffentlichen Hand erbringen. Das löst gelegentlich eine Debatte darüber aus, ob und wie sehr diese Organisationen Unternehmen wie andere auch sind.

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Andere wohltätige Aktivitäten, deren Spendenappelle sich an spezielle Leidenschaften wie etwa die Tierliebe richten, geraten immer wieder in den Verdacht, mit unlauteren Mitteln zu arbeiten, besonders wenn es um die Sicherung von Nachlässen geht. Unser Rechercheteam hat sich in diesem Zusammenhang die laufenden Ermittlungen gegen das möglicherweise doch nicht so paradiesische „Tierparadies“ Gut Aiderbichl genauer angesehen. Bald im neuen Jahr soll ja darüber entschieden werden, ob gegen die Verantwortlichen Anklage erhoben werden soll.

Auch dort, wo sich die Ungereimtheiten nicht bis ins Strafrecht ausdehnen, scheint es im Geschäft mit den Spenden ungeklärte Transparenzfragen zu geben. Viele karitative Organisationen sprechen nicht gern über ihr finanzielles Gebaren, speziell über die Gehälter, die in der Branche bezahlt werden. Dabei könnte man angesichts der Größe vieler dieser Organisationen hohe Gehälter für Verantwortliche mit großer Verantwortung durchaus rechtfertigen.

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Auch bei der Vergabe des österreichischen Spendengütesiegels werden Transparenz und Objektivität nicht besonders großgeschrieben: Im Grunde, so könnte man den Status quo zusammenfassen, machen sich die Spenden sammelnden Organisationen ihre Qualitätskriterien untereinander aus.

Warum kümmert uns das alles überhaupt? Warum soll man sich Organisationen, die doch zweifellos einem guten Zweck und nur den besten Absichten folgen, unter solchen Gesichtspunkten anschauen? Weil die Spender ein besonderes Interesse an der Wirksamkeit ihrer Spende haben. Sie wollen einigermaßen sicher sein, dass das Geld, das sie spenden, auch wirklich denjenigen zugutekommt, mit deren Schicksalen an ihr Gewissen appelliert wird.

Die weihnachtliche Spendenaktion schlechthin ist in Österreich die Aktion „Licht ins Dunkel“. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat sie zu seiner Sache gemacht und beschallt die Republik auf allen Kanälen. Unser Team hat auch diesem Flaggschiff des weihnachtlichen Spendenwesens seine Aufmerksamkeit geschenkt. 

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Das Rechercheteam

Mathias Dechant
Team Experten

Mathias Dechant hat Rechtswissenschaften an der Universität Wien studiert. Danach Ausbildung zum Rechtsanwalt; Schwerpunkte in den Bereichen Zivilrecht, Corporate und M&A sowie IP. Er war seit den Anfängen des Studiums bis zuletzt in Wiener und Salzburger Wirtschaftskanzleien tätig.

Christine Grabner
Team Investigative Recherche

Christine Grabner war die letzten 12 Jahre als Redakteurin für das ORF Reportage-Format „Am Schauplatz“ tätig. Ihr Schwerpunkt sind gesellschaftspolitische und investigative Themen. Davor war sie viele Jahre freiberuflich unter anderem für den ORF „Report“, ATV, Spiegel-TV oder die Berliner Zeitung tätig. Die gebürtige Kärntnerin hat an der Berliner „Freien Universität“ ein Magister-Studium der Publizistik/ Philosophie und Neueren Geschichte abgeschlossen.

Markus „Fin“ Hametner
Team Daten

Markus Hametner hat Informatik studiert, baut seit 2011 Brücken zwischen Technologie und Journalismus und beschäftigt sich seit 2014 als Datenjournalist mit internationalen Datenrecherchen und interaktiven Visualisierungsformen. In seiner Freizeit betreibt er als Mitgründer des Forum Informationsfreiheit die Plattform FragDenStaat.at und trägt erfolgreich Rechtsstreite mit Behörden aus, die Auskünfte verweigern.

Christoph Hanslik
Team Investigative Recherche

Christoph Hanslik war in den vergangenen 17 Jahren als Unternehmer am internationalen Finanzmarkt tätig. Seine Erfahrungen stellte er drei Jahre im Parlament als Fachreferent für die Bereiche Budgetausschuss, Finanzausschuss, ESM-Ausschuss sowie als Teamleiter des HYPO-Untersuchungsausschuss zur Verfügung. Jetzt berät er das investigative Rechercheteam von Addendum.

Johannes Kaiser
Team Experten

Johannes Kaiser studiert Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Neben dem Studium war er in einer Wiener Bankenrechtskanzlei tätig, bevor er ins Parlament wechselte. Dort arbeitete er als Analyst im HYPO-Untersuchungsausschuss und später im Finanz- und Budgetbereich. Addendum ist seine erste Station in der Medienbranche.

Georg Renner
Projektleitung

Georg Renner hat Rechtswissenschaften studiert, weil er wissen wollte, wie Dinge (Staaten, Städte, die Gesellschaft …) funktionieren, was sie zusammenhält. Nachdem ihm dort kein Erfolg beschieden war, geht er dieser Frage nun journalistisch nach; zuvor bei „NZZ.at“ und „Die Presse“.

Stefan Schett
Team Social Media
stefanschett

Stefan Schett hat in Wien Politikwissenschaft studiert und arbeitet nebenbei an seinem Zweitstudium Publizistik. Er war lange Zeit als freier Journalist und Social Media Manager tätig, journalistische Erfahrung sammelte er unter anderem beim Kurier und bei Puls 4. Für Addendum kümmert er sich um die Konzeption und Erstellung von Social Media-Content.

Andreas Wetz
Team Investigative Recherche

Andreas Wetz mag Recherchen mit überraschenden Ergebnissen. Bei der Veröffentlichung halfen bisher „Kleine Zeitung“, „Kurier“ und „Die Presse“.

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