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Unentdeckte Morde in Österreich – Tätern auf der Spur

29.10.2019

Der perfekte Mord ist jener, der nicht aufgedeckt wird. Der Staat macht es Tätern immer leichter, ungeschoren davonzukommen. Mindestens jeder zweite Mord wird übersehen, schätzen renommierte Gerichtsmediziner. Die Gründe liegen dabei oftmals nicht bei den Ermittlern, vielmehr handelt es sich um strukturelle Missstände. Schon bei der Totenbeschau kommt es häufig zu Fehleinschätzungen und Schlampereien, und die Gerichtsmedizin leidet unter Einsparungen und Personalmangel. Die Reportage kann gleich in mehreren Fällen belegen, dass Tötungsdelikte zunächst nicht entdeckt worden sind. Sie nimmt den Zuseher mit auf die Spurensuche – nach den wahren Tätern und nach den Ursachen für das Versagen der Behörden.

In Voitsberg in der Steiermark erwürgt ein Mann seinen Vater, der Totenbeschauarzt geht zunächst von einem natürlichen Tod aus. Erst durch das Einschreiten von Angehörigen kommt es zu einer Obduktion, bei welcher die wahre Todesursache ans Licht kommt. In Auberg in Oberösterreich tötet ein junger Mann seine Exfreundin und tarnt die Tat als Selbstmord. So lautet auch das Ergebnis der Totenbeschauärztin. Ermittlungen werden nur wegen des Einsatzes der Mutter des Opfers aufgenommen.

Es sind solche Fälle, die auf ein immer größer werdendes Dunkelfeld an unentdeckten Morden hinweisen. Bei den Angehörigen ist der Glaube an den Rechtsstaat zutiefst erschüttert.

Doch wer ist schuld daran, dass immer mehr Morde übersehen werden? Kommen Mörder häufiger unbescholten davon? Fragen, mit denen die Reportage Totenbeschauärzte, Gerichtsmediziner und Staatsanwälte konfrontiert. Eine investigative und kriminalistische Spurensuche analysiert erstmals die Hintergründe ungeklärter Morde in Österreich – auch in Bezug auf Verantwortung und Versagen zuständiger Behörden und der Politik.

Die Reportage können Sie in der Servus-Mediathek in voller Länge nachsehen. 

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Top Kommentar

29.10.2019

Das Rechercheteam

Thomas Trescher

Thomas Trescher hat Publizistik und Politikwissenschaft in Wien studiert; war Chef vom Dienst beim Monatsmagazin Datum und stellvertretender Chefredakteur bei kurier.at. Außerdem hat er unter anderem für Geo, Die Zeit, Terra Mater und Falstaff geschrieben.

Johannes Perterer
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