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Wohin geht Wien nach Häupl?

Angesichts der weltweiten Aufmerksamkeit für die Hochzeit eines Prinzen, der in der Thronfolge des Vereinigten Königreichs derzeit den sechsten Platz einnimmt, wurde im Frühsommer 2018 da oder dort über die Frage diskutiert, woher denn die latente oder auch manifeste Nostalgie gegenüber der monarchischen Herrschaftsform kommen könnte.

Nun, sie kommt von Michael Häupl.

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Oder aber auch von Angela Merkel oder von Helmut Kohl. Häupl regierte Wien fast ein Vierteljahrhundert, Kohl regierte Deutschland, das er mehr oder weniger im Alleingang wiedervereinigte, 16 Jahre lang, Angela Merkel wird es am Ende dieser Legislaturperiode ebenfalls auf 16 Jahre bringen. Die österreichischen Landeshauptleute, die man als „Fürsten“ bezeichnete, sind noch nicht lange in Pension.

Man muss also nicht im Vereinigten Königreich oder in Schweden leben, um zu verstehen, dass es in den europäischen Völkern so etwas wie eine monarchistische Restenergie gibt, die sich durch Ereignisse und Menschen entzünden lässt. Und auch in der Neuen Welt, die sich mit der Unabhängigkeitserklärung des Jahres 1776 immer als Gegenentwurf zum europäischen Absolutismus verstanden hat, kann man immer wieder einen Hauch des Dynastischen erkennen: Kennedy, Bush, Clinton, demnächst vielleicht Obama.

Und, wie gesagt, Michael Häupl.

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Der „Buagamasta“ geht in Pension, und man kann durchaus den Eindruck haben, dass er das schade findet – für Wien. Michael Häupl gehörte nicht zu der Kategorie Politiker, die Fritz J. Raddatz gern „Bescheidenheitsprotz“ nannte (er meinte vor allem Helmut Schmidt).

Martin Thür hat den Wiener Bürgermeister zum Abschiedsgespräch getroffen03 und Michael Häupls prägnanteste Aussagen thematisch gruppiert. Unsere Datenspezialisten haben sich angesehen, wie sich die Stadt während Häupls Regentschaft entwickelt hat02, ein Schwerpunkt lag dabei auf einem Feature, das angesichts der gegenwärtigen und zu erwartenden Migrationsbewegungen von besonderer Bedeutung ist: soziale Durchmischung der Wohngebiete01, besonders mit Blick auf den sozialen Wohnbau, zu dessen erklärten Zielen die soziale Diversität gehört.

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Berühmt geworden ist Michael Häupl unter anderem mit der erfahrungsbasierten Behauptung, dass Wahlkämpfe Zeiten fokussierter Unintelligenz seien. Es wird ihn freuen oder nicht, dass sich die Politik während seiner letzten Jahre zunehmend in den Modus des Dauerwahlkampfs begeben hat. 

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